Microsoft Surface Book 2: Reparatur fast unmöglich - bei Defekt Elektroschrott

20.11.2017 09:25 Uhr | Geronimo

Seit letztem Freitag wird das neue Surface Book 2 an die ersten Kunden ausgeliefert. Technisch bietet es einiges mehr als sein Vorgänger, doch bei der Reparaturfreundlichkeit setzt sich eine traurige Tradition bei Microsoft-Produkten fort

Im November 2015 wurde die erste Version des Surface Book dem sogenannten Teardown unterzogen. Damit ist die vollständige Demontage gemeint, mit der überprüft wird, wie gut und einfach sich das jeweilige Gerät reparieren lässt. Die Bewertung für die Kombination aus Laptop und Tablet fiel ernüchtern aus, denn die Spezialisten von iFixit vergaben 1 von 10 möglichen Punkten. Auch weitere Tablets und Notebooks von Microsoft schnitten bei diesem Test sehr unzufriedenstellend mit maximal 2 Punkten ab, wobei das Surface Laptop mit 0 Punkten den Vogel abgeschossen hat.

In diesem Punkt hat Microsoft also sehr viel Luft nach oben. Doch leider hat sich auch beim jüngsten Ableger der Surface-Familie nichts grundlegendes getan. Einziger Lichtblick ist, dass die eingebaute SSD-Festplatte getauscht werden kann. Dafür muss man allerdings erst einmal ins innere des Surface Book 2 gelangen, was nur mit sehr viel Aufwand und Zeit möglich ist. Denn eines gibt es in dem Gerät im Überfluss: Klebstoff. Dieser fixiert nicht nur das Display am Gehäuse, das für alle Eingriffe entfernt werden muss, sondern sorgt auch bei Komponenten im Geräteinneren für „bombenfesten“ Halt, etwa bei den verbauten Akkus. Der Touchscreen selber besteht zudem aus einem einzigen Bauteil, was den Tausch nicht nur aufwendig, sondern auch teuer macht.

Weitere Kritikpunkte betreffen das Motherboard. Dort sind wichtige Bauteile wie Prozessor und Arbeitsspeicher fest verbunden, so dass ein Austausch quasi unmöglich ist. Erschwerend kommt hinzu, dass zahlreiche Bauteile auf der Unterseite ihrer jeweiligen Boards verbaut sind, und somit schwer erreicht werden können. Was aber ohnehin ein schwieriges Unterfangen zu sein scheint, denn vorher muss das große Motherboard ausgebaut werden, um an die einfachen Komponenten zu gelangen. Am Ende sorgen alle diese Schwierigkeiten dafür, dass auch das Surface Book 2 nur 1 von 10 möglichen Punkten bekommt. Sehr ernüchternd für ein Produkt, für das in Deutschland bis zu knapp 3.500 Euro bezahlt werden müssen.

Meinung des Autors

Es gab Zeiten, da konnte jede bessere Werkstatt nahezu jedes Elektrogerät reparieren. Heutzutage sieht das oftmals anders aus, was bereits beim Öffnen der Gehäuse anfängt. Das moderne Design sieht das nämlich eigentlich gar nicht vor. Leider ist Microsoft in diesem Punkt "Marktführer", was sich beim neuen Surface Book 2 erneut zeigt. Praktizierter Umweltschutz sieht anders aus. Sechs, setzen!

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