Krankschreiben lassen per PC und WhatsApp - Kann man online eine Krankmeldung bekommen?

07.01.2019 09:37 Uhr | Zeiram

Wer mit ein wenig Erkältung zuhause sitzt kann nun scheinbar aufatmen, denn man muss das Haus nicht mehr verlassen um deswegen eine Krankmeldung zu bekommen. Wie und warum das Anfordern einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung über PC und Smartphone funktioniert und ob das Ganze überhaupt legal ist beleuchten wir in diesem kleinen Ratgeber.

Krankmelden kann man sich per WhatsApp ja genau genommen nicht, da man sich zeitnah melden muss und es keine Garantie gibt, dass ein Arbeitgeber die Nachricht in einem WhatsApp Chat auch schnell liest. Warum sollte man also über WhatsApp eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (kurz AU genannt) bekommen können?

Dass das Ganze überhaupt funktioniert beruht auf der Ausweitung der Telemedizin, also auch der Möglichkeit eine Fernbehandlung zu nutzen und dafür bietet sich WhatsApp ja scheinbar an. Da man aber den Arzt dann auch nicht sieht kann man bei einem neuen Anbieter nur im Falle einer Erkältung krankschreiben lassen.

Damit diese erkannt wird muss man sich selbst diagnostizieren und einen Fragenkatalog abarbeiten. Anhand der Antworten wird die Diagnose erstellt und man erhält dann digital und auf dem Postweg seine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Wird man durch die selbst gegebenen Antworten als zu krank eingestuft bekommt man nichts und wird an einen lokalen Arzt zum Vorsprechen verweisen. Das ist rechtlich erstaunlicherweise erlaubt, aber es gibt nicht nur die Stimmen der Ärztekammer die dagegen sprechen.

Natürlich will man niemandem unterstellen, dass dieser Dienst missbraucht wird, aber auch der Dienstleister selber beschränkt darum die Nutzung auf zweimal pro Kalenderjahr. Außerdem muss man mindestens 9€ bezahlen, da dieser Dienst nicht mit den Krankenkassen abgerechnet werden kann, ist man nicht gesetzlich krankenversichert kommen weitere Kosten dazu.

Des Weiteren muss man nach dem Bezahlen seine persönlichen Daten inklusive einer Nummer für WhatsApp und auch seine Krankenkarte teilen um dann per Messenger mit einem Arzt zu chatten. WhatsApp ist zwar Ende-zu-Ende verschlüsselt und der Dienst soll alle Aspekte der DSGVO beachten, aber spätestens hier werden viele abwinken?

Der Arbeitgeber erkennt zwar nicht, dass man hier eine Fernbehandlung genutzt hat, aber die Ärztekammer will das Ganze noch rechtlich prüfen lassen. Sollte der Dienst bekannter werden könnte es auch durchaus sein, dass es vielleicht doch Merkmale gibt die für dessen Nutzung sprechen. Laut Heise.de ist aktuell wohl die Lage auch nur in Schleswig-Holstein so locker, denn (Zitat): „…fahre seine Ärztin die über keine eigene Praxis und auch keine kassenärztliche Zulassung verfüge, täglich von Hamburg über die Landesgrenze nach Schleswig-Holstein, um dort die Online-Krankschreibungen zu bearbeiten.“

Quelle: https://au-schein.de

Meinung des Autors

Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein echter Kranker seine Daten online teilt um kostenpflichtig mit einem Arzt zu chatten… Was haltet Ihr davon?

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