iOS 12: Update sofort installieren oder lieber abwarten - Pro und Contra im Überblick - UPDATE

09.10.2018 07:43 Uhr | Geronimo

17.09.2018, 10:28 Uhr:
Ab heute Abend wird die neuste Version von Apples mobilem Betriebssystem verteilt. Das weckt bei den Nutzern von iPhone und iPad natürlich Begehrlichkeiten, denn viele Anwender wollen schnellstmöglich auf dem neuesten Stand sein. Ob das aber eine gute Idee ist, versuchen wir nachfolgend zu klären

Das neue iOS 12 enthält natürlich zahlreiche Neuerungen. Die wohl wichtigste – vor allem auf älteren Modellen – ist eine Steigerung der Leistung. Apple nennt als Richtwerte einen zweimal schnelleren Start von „Apps unter hoher Auslastung“, einen bis zu 50 Prozent beschleunigten Zugriff auf die Tastatur und „bis zu 70 Prozent schneller zur Kamera“. Dazu kommen Punkte wie bestimmte Kamera-Effekte („Foto oder Video mit Animojis, Memojis, tollen Filtern, animierten Texteffekten, lustigen Stickern und mehr“), ausgebaute Augumented Reality (AR) Funktionen, ein verbesserter Kinder- und Jungendschutz, ein modernisiertes Mitteilungs-Center, eine erweiterte Funktionalität bei „nicht stören„, die verbesserte Foto-Suche, zusätzliche Informationen zur Akku-Nutzung und noch einiges mehr. Das klingt zumindest teilweise (sehr) spannend, doch so mancher langjährige Nutzer dürfte sich durchaus noch etwas mehr erwartet haben.

Pro:

Für das schnelle Update spricht auf jeden Fall, dass die verbesserte Performance so manche Zeitverzögerung auf in die Jahre gekommenen Geräten wie iPhone 5s, iPhone 6 (Plus) oder dem iPad Air verkürzt oder sogar beseitigt. Auch so manche der Neuheiten könnten zumindest für einzelne User ein gutes Argument für den Umstieg von iOS 11 zu iOS 12 sein. Und natürlich darf der Sicherheitsaspekt nicht vernachlässigt werden, denn mit der Aktualisierung werden natürlich auch wieder diverse Sicherheitslücken geschlossen. Unter diesen Aspekten darf durchaus wohlwollend über eine sofortige Installation nachgedacht werden.

Contra:

Dabei sollte man allerdings im Auge haben, dass es in der Vergangenheit trotz umfangreicher Beta-Tests öfter Probleme mit einer ersten Version von iOS gegeben hat. Und dabei hat es sich mitnichten um Kleinigkeiten gehandelt, denn ein schlechterer WLAN-Empfang oder eine verkürzte Akkulaufzeit sind Punkte, über die man sich im Alltagsbetrieb mächtig ärgern kann. Von daher sind Standardnutzer, die nicht unbedingt sofort auf dem aktuellsten Stand sein müssen, durchaus gut beraten, erst einmal die nächsten Tage abzuwarten, bis mögliche Fehler und Bugs in ersten Testberichten besprochen werden. Erfahrungsgemäß werden solche Punkte nämlich beseitigt, wenn die Version x.0.1 oder x.1 veröffentlicht wird – was aber durchaus einige Wochen dauern kann.

Fazit: Natürlich ist es nett, wenn man neue Möglichkeiten so früh wie möglich nutzen kann. Doch wenn man ehrlich ist, ist unter den Neuerungen (von der Leistungssteigerung abgesehen) auch vieles, auf das man getrost noch einige Zeit warten kann, bis das System nach einem weiteren Update rund(er) läuft. Für das Abwarten spricht zudem, dass manche Neuerungen ohnehin erst später zur Verfügung stehen werden und/oder längst nicht auf allen kompatiblen Geräten genutzt werden können. So wird es beispielsweise die angekündigte Audio- und Videotelefonie „FaceTime mit bis zu 32 Leuten auf einmal“ erst später im Herbst geben, während sich die erwähnten Animojis auch weiterhin nur auf iPhone X oder höher nutzen lassen werden. Unser Rat lautet daher in den meisten Fällen: abwarten und Tee trinken, bis das erste Update des Updates freigegeben wird.

Wichtiger Hinweis: Sofern das Update jetzt oder später installiert wird, sollte man der Verlockung der schnellen Installation entgehen, die direkt über das iPhone oder iPad möglich ist (Stichwort: Over the Air oder kurz OTA). Vielmehr sollte der umständliche und langwierigere Weg über die nicht unbedingt beliebte Software iTunes gegangen werden. Dabei sollte als erstes ein verschlüsseltes Backup (Datensicherung) erstellt werden. Auf diese Weise wurden bei früheren Updates zumindest einige der genannten Probleme vermieden, zudem läuft die komplett neu aufgespielte Software stabiler und schneller.

Update, 09.10.2018, 09:43 Uhr: Apple hat jetzt mit iOS 12.0.1 ein erstes Update für die jüngste Version seines mobilen Betriebssystems freigegeben. Mit dieser werden diverse Fehler und Bugs beseitigt, zu denen unter anderem ein Problem beim Aufladen des iPhone XS (Max) zählt. Zudem wurden auch mögliche Verbindungsprobleme per WLAN (nur iPhone XS (Max)) und Bluetooth behoben. Zusätzlich gibt es noch weitere Fehlerbeseitigungen, die teilweise auch das iPad betreffen. Wer vorsichtshalber bis jetzt mit der Installation von iOS 12 gewartet hat, kann diese jetzt wohl guten Gewissens durchführen. Wer der Angelegenheit hingegen immer noch misstraut, wird noch einige weitere Wochen warten müssen, bis iOS 12.0.2 oder iOS 12.1 freigegeben werden.

Meinung des Autors

Vor allem die versprochene Verbesserung der Performance dürfte bei vielen Besitzern eines iPhone oder iPad ein gewichtiger Grund sein, das neue iOS 12 so bald wie möglich zu installieren. Doch dabei muss man sich möglicher Risiken bewusst sein. Wer sich jetzt oder später für die Aktualisierung entscheidet, sollte aber in jedem Fall an unseren wichtigen Hinweis beachten.

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