Intels Thread Detection Technology soll Virenscans der CPUs unter Windows 10 durch iGPUs unterstützen

17.04.2018 10:59 Uhr | maniacu22

Nach dem Bekanntwerden der Sicherheitslücken Spectre und Meltdown ist die Thematik der Sicherheit nicht nur verstärkt in den Köpfen der Nutzer, sondern auch denen der Chiphersteller in den Fokus gerückt. Viele Schadcodes werden allerdings nicht mehr über den klassischen Weg, also auf dem Massenspeicher der Geräte verteilt, sondern mittlerweile im flüchtigen RAM-Speicher abgelegt, der erstens durch fortgeschrittene Schlaf-Modi des Betriebssystems nur noch selten rebootet wird, und zweitens durch die wenigsten Virenscanner effektiv beachtet wird. Da zusätzliche Scans des Arbeitsspeichers deutlich mehr CPU-Leistung als gewöhnlich beanspruchen, möchte sich der Chiphersteller Intel bei der Suche nach moderneren Malware-Varianten die oftmals nicht oder wenig genutzte Leistung des integrierten Grafik-Chips zu Nutze machen, dessen verschiedene Entwicklungsstufen unter dem Begriff „Thread Detection Technology“ zusammengefasst werden

Nachdem die Welt Anfang diesen Jahres von den Sicherheitslücken Spectre und Meltdown erfahren hat, die mittlerweile durch entsprechende BIOS- als auch Betriebssystem-Patches weitestgehend in den Griff bekommen worden sind, ist die Thematik „Sicherheitslücken“ deutlich prägnanter in den Köpfen der Nutzer aber auch der Chiphersteller. Vollständige System-Scans, also solche die sowohl den Massenspeicher als auch den flüchtigen RAM-Speicher mit einbeziehen, stellen aber selbst für aktuelle Prozessor-Generationen noch Schwerstarbeit dar, welche sich mit Performance-Einbußen von durchschnittlich 20 Prozent bemerkbar machen. Dies mag bei einem gut ausgestatteten Desktop-PC kaum noch ins Gewicht fallen, bei einem Notebook, welches vielleicht in dem Moment auch noch auf seinen Akku angewiesen ist, dagegen schon.

Ein Großteil der von Intel hergestellten Prozessoren verfügen über eine integrierte Grafikeinheit, die allerdings in den meisten Anwendungsfällen kaum ausgelastet wird, womit deren Leistungsfähigkeit brach liegt. Diese Leistung möchte Intel nun aber zur Unterstützung der Scan-Vorgänge einbeziehen, dessen Verschiedene Entwicklungen unter dem Marketing-Begriff „Thread Detection Technology“ (TDT) zusammengefasst worden sind. Die erste der bisher zwei angekündigten TDT-Funktionen trägt den Namen „Advanced Memory Scanning“, welche die bereits erwähnte iGPU in den Scan-Vorgang mit einbezieht, die den Arbeitsspeicher scannt. Laut Intel habe es Schadcode gerade dort ziemlich einfach, sich vor den herkömmlichen CPU-Scans zu verstecken, die in der Regel nur die Massenspeicher überwachen.

Bei Intel Prozessoren ab der Skylake-Generation haben interne Tests ergeben, dass die CPU-Auslastung durch Zuschalten der iGPU von 20 auf nur noch zwei Prozent gesunken ist, was zusätzlich ein Sinken der Leistungsaufnahme in Höhe von 52 Prozent erwirkt haben soll.

Während Intel nicht nur mit Microsoft, sondern auch anderen AV-Herstellern zusammenarbeitet, so dass diese Technologie demnächst in Windows 10 ihr Debüt feiern kann, bleibt die Frage offen, ob sich diese Technik auch mit dedizierten Grafikkarten aus den Häusern Nvidia oder auch AMD anwenden lässt.

Meinung des Autors

Ich empfand das gerade bei Intels iGPUs schon immer als schade, dass man deren Leistungsfähigkeit in Luft hat aufgehen lassen hat, da speziell im Desktop-Segment die wenigsten Nutzer auf diese zurückgegriffen und teilweise im BIOS sogar ganz deaktiviert haben. Für solche zusätzlichen Scans finde ich die iGPUs durchaus interessant, wie die von Intel gezeigten Messergebnisse beweisen können.

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