GVU kontert Studie zu gesunkenen Film-Umsätzen nach Megaload-Schließung

27.11.2012 15:41 Uhr | Geronimo

Gestern wurde hier berichtet, dass die Schließung von Megaload besonders kleinere Film-Produktionen getroffen habe, da ihnen ihnen die Mundpropaganda der Downloader fehlt. Dem hat die GVU nun mit der Veröffentlichung von Zahlenmaterial widersprochen

Christine Ehlers, Pressesprecherin der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e. V. (GVU), teilte mit, dass der Gesellschaft die Studie noch nicht vorliege, diese aber mit Interesse erwartet werde: „Da uns die Studie selbst nicht vorliegt, kennen wir auch das Studiendesign nicht. Wir sind aber sehr gespannt darauf zu lesen, wie die Autoren methodisch einen Kausalzusammenhang zwischen der Schließung von Megaupload und den Kinozahlen begründet haben.“. Anschließend verwies sie darauf, dass nicht die Umsatzzahlen für eine Bewertung entscheiden seien, sondern die Zahl der tatsächlichen Besucher. Als Bezugsgröße nannte Ehlers Filme, die mit 200 Kopien oder weniger in die Kinos kamen. „Die für Deutschland erhältlichen Zahlen widersprechen der These eindeutig. So konnte kein Rückgang bei den Kinobesucherzahlen festgestellt werden – im Gegenteil. Filme, die mit 200 Kopien oder weniger in den Kinos angelaufen sind, zogen im ersten Halbjahr 2012 sogar mehr Besucher in deutsche Kinos als in den beiden Vorjahren.“.

Um diese Angaben zu untermauern, machte die GVU detaillierte Angaben, die auf vom Verband der Filmverleiher (VdF) gemeldeten Zahlen beruhen. Demnach liefen im ersten Halbjahr 2012 insgesamt 180 Filme mit weniger als 200 Kopien in deutschen Kinos an, diese wurden am Startwochenende von nahezu 2,2 Mio. Besuchern gesehen. Die Gesamtzahl der Besucher dieser Filme gibt die GVU mit 18 Millionen an. Im Vergleichszeitraum 2011 starteten 143 solcher Filme, die 1,5 Mio. Besucher am Startwochenende und 6,9 Mio. Besuchern insgesamt verzeichnen konnten. 2010 waren es 132 Filme mit weniger als 200 Kopien, die ebenfalls von 1,5 Mio. Besuchern am Startwochenende und gesamt 8,2 Mio. Kinogehern in deutschen Kinos angesehen wurden.

Die Urheber der Studie, Christian Peukert und Jörg Claussen, zeigten sich währenddessen von der großen Resonanz in den Medien überrascht und wollen Mitte der Woche in die Diskussion einsteigen.


Quelle: GVU; gizmodo.de
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