Gründer der Free Software Foundation kritisiert Ubuntu wegen "Spyware"

10.12.2012 09:24 Uhr | Geronimo

In der Version 12.10 liefert Ubuntu bei der Suche im Unity-Dash neben installierten Anwendungen und lokalen Dateien auch Ergebnisse aus dem Online-Shop des weltgrößten Versandhändlers Amazon, zu dem es im Anwendungs-Launcher auch einen direkten Link gibt. Dies hat Richard Stallman, der Gründer der Free Software Foundation (FSF), jetzt heftig kritisiert und dazu auch eine klare Handlungsempfehlung gegeben

Besonders die Vermischung von Offline- mit Online-Suchergebnissen hält Stallman für falsch. Diese sei besonders kritisch, da die neue Funktion mit einer Überwachung der Anwender einhergehe. Die Ergebnisse werden zwar nicht direkt an Amazon weitergegeben, aber für Stallman ist es nicht weniger schlimm, dass Cacnonical als Vertreiber des alternativen Betriebssystem diese Daten selber sammelt, ohne den Kunden genauer darüber zu informieren, wer welche persönlichen Informationen erhalte. Daher fordert Stallman, dass lokale und Online-Suche – wie bei den bisherigen Ubuntu-Versionen – getrennt ablaufen. Aktuell lässt sich die Online-Suche zwar abschalten, aber der FSF-Gründer bezweifelt, dass dies von allen Nutzern gemacht wird, worauf Canonical wohl auch baue.

Darüber hinaus kritisiert Stallman, dass Ubuntu über sein Software-Center proprietäre Software empfiehlt und auch einrichtet, was sich nicht mit dem Gedanken freier Software vereinbaren lässt. Auf Grund seiner Kritik fordert der Gründer der FSF derzeit dazu auf, Ubuntu aktuell weder zu installieren noch weiter zu empfehlen.


Quelle: heise.de
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