Grafikkarten-Preise sollen sowohl bei AMD als auch Nvidia wieder ansteigen - UPDATE V

13.02.2018 11:11 Uhr | maniacu22

Aus Taiwan stammenden Gerüchten zufolge sollen die Boardpartner von AMD und Nvidia in den kommenden Tagen und Wochen wieder die Preise von Mittel- und Oberklasse-Grafikkarten anheben, da nicht nur die GPU-Lieferungen zurückgegangen sind, sondern zudem auch die Speicherpreise weiter klettern. Untermauert werden diese Gerüchte bereits durch einen Blick in die Preisvergleichsportale, welche bereits Preisanstiege bei AMD- als auch Nvidia-Grafikkarten nachweisen können

UPDATE vom 13.02.2018 – 12:11 Uhr

Die Verfügbarkeit und der damit auch einhergehende Preisanstieg von Pixelbeschleunigern hat sich in den letzten zwei Wochen weiter erheblich verschlechtert. Während für AMDs Mittelklasse-Modell in Form der Radeon RX 570 noch Ende Januar für 300 Euro aufwärts zu haben waren, ist jetzt das günstigste verfügbare Modell nicht mehr unter 379 Euro zu haben. Für die stärkere Radeon RX 580 in der 8 GB-Variante sind jetzt mindestens 450 Euro fällig, was ebenfalls einem Preisanstieg von 50 Euro aufwärts entspricht, innerhalb weniger Wochen. Bei der Radeon RX Vega 56 sieht es trotz einer leicht verbesserten Verfügbarkeit bei den Custom-Modellen preislich katastrophal aus. Während hier die ursprüngliche UVP für den Chip bei 399 Euro liegen sollte, muss mit mittlerweile 770 Euro fast das Doppelte auf den Tisch gelegt werden. Für den großen Bruder in Form der Radeon RX Vega 64 steht das erste Custom-Modell für 840 Euro zur Verfügung, wenn man bereit ist, eine Woche Lieferzeit einzuplanen.

Im Lager von Nvidia sieht die Lage mittlerweile ähnlich erschütternd aus. Die ersten lieferbaren GeForce GTX 1060 mit 6 GB RAM beginnen aktuell bei 370/380 Euro, während diese noch im Januar für rund 300 Euro an den Mann oder die Frau gingen. Wer eine GeForce GTX 1070 mit sofortiger Verfügbarkeit erhalten möchte, muss sein Bankkonto um mindestens 580 Euro erleichtern, wobei für die gleiche Summe dann auch schon die erste GeForce GTX 1070 Ti im Custom-Design zur Verfügung steht.

Die auf dem GP104-Vollausbau basierende GeForce GTX 1080 ist trotz ihres mittlerweile doch schon recht hohen Alters erst ab 700 Euro erhältlich, was innerhalb weniger Wochen einer Preissteigerung von rund 100 Euro entspricht. Soll es dagegen das aktuelle Flaggschiff in Form der GeForce GTX 1080 Ti im Custom-Design sein, muss sich der Interessent für verfügbare Modelle aktuell mindestens um 930 Euro erleichtern, Tendenz weiter steigend. Spezial-Modelle wie die mit einem reellen Speichertakt von 1.500 MHz ausgestattete GeForce GTX 1080 Ti FTW3 Elite Gaming aus dem Hause EVGA liegt mittlerweile bei 1.120 Euro, wenn sie denn überhaupt verfügbar ist.

UPDATE vom 31.01.2018 – 12:28 Uhr

Ein erneuter Blick auf die Preisentwicklung in der Grafikkarten-Sparte dürfte so ziemlich jeden Nutzer nicht gerade zu Freudensprüngen animieren, der in nächster Zeit geplant hatte, sich ein neues System zuzulegen oder auch einfach nur aufzurüsten. Da ich in diesem Update vermeiden möchte, irgendwelche schockierenden Preise nieder zu schreiben, die bereits morgen schon wieder höher ausfallen können, empfehle ich allen Interessierten, sich diese unter geizhals.de oder einer anderen Preissuchmaschine anzeigen zu lassen.

Worauf ich eigentlich in diesem Update eingehen möchte, ist die offizielle Aussage, dass die Preissteigerungen ausschließlich am weiter anhaltenden Mining-Boom festzumachen sind. Diese Aussage mag in sofern vielleicht auch nicht ganz falsch sein, doch stellt sie meiner Meinung nach nicht die ganze Wahrheit dar. Fakt ist, dass die Kombination aus Angebot und Nachfrage die Händlerpreise bestimmen. Fakt ist auch, dass viele der im Preisvergleich gelisteten Grafikkarten-Modelle zum aktuellen Zeitpunkt überhaupt nicht lieferbar oder verfügbar sind, wodurch die Preise nochmals nach oben klettern.

Allerdings sehe ich in der Preisentwicklung des Grafikkarten-Segments auch eine bislang nicht kommunizierte Preisabsprache zwischen den Händlern, da erst am Freitag vergangener Woche ein Elektronik-Markt im Rahmen der Dreamhack-LAN in Leipzig Preise aufgerufen hat, die als „normal“ zu bezeichnen sind und die stellenweise weit über 200 Euro unterhalb der aktuellen Händlerpreise gelegen haben. Zufall? Ich denke nicht. Zudem ist auch nicht davon auszugehen, dass dieser besagte Händler ein Minus-Geschäft gemacht hat. Vielmehr deutet das auf Preisabsprachen zwischen den den Einzelhändlern hin, die bislang in dieser Form noch nicht öffentlich kommuniziert worden sind.

Interessant ist zudem die Tatsache, dass mittlerweile auch die schwächeren Alternativen in Form der GeForce GTX 1050 (Ti), GeForce GTX 1060 sowie Radeon RX 560 immer mehr von den Preissteigerungen betroffen werden, insofern deren Verfügbarkeit gegeben sein sollte.

UPDATE vom 23.01.2018 – 10:14 Uhr

Gut eine Woche nach dem letzten Update haben wir uns wieder einmal die Preisentwicklung im Grafikkartensegment angesehen und mussten feststellen, dass keine Verbesserung zu beobachten gewesen ist. Im Gegenteil. Viele der bei Gamern beliebten Modelle sind durch den immer weiter steigenden Mining-Kurs sowie auch weiter steigende Speicherpreise erneut von Preissteigerungen betroffen. Während bei den Einsteiger-Modellen in Form der AMD Radeon RX 560 oder auch der GeForce GTX 1050 Ti Preiserhöhungen um die 10 Prozent zu beobachten sind, müssen für die untere Mittelklasse in Form der AMD Radeon RX 570 sowie GeForce GTX 1060/3G mittlerweile rund 300 respektive 250 Euro hingeblättert werden. Die mit 6 Gigabyte RAM ausgestattete GeForce GTX 1060/6G ist mittlerweile nicht mehr für unter 300 Euro zu bekommen. AMDs speziell für Ethereum-Miner sehr interessantes Grafikkartenmodell in Form der Radeon RX 580/8G ist mittlerweile in Preisregionen angekommen, die quasi als absurd hoch zu bezeichnen sind. Die günstigeren Referenz-Designs beginnen hier bei rund 350 Euro, während für die ersten Custom-Designs bis auf wenige Ausnahmen mindestens 400 Euro fällig werden.

Aber auch in der gehobenen Mittelklasse/Oberklasse wirken sich die Preissteigerungen spürbar aus, so dass zum Beispiel für die GeForce GTX 1070 bis auf vereinzelte Amazon-Händler mindestens 500 Euro und weit mehr fällig werden. Für das neue Zwischenmodell in Form der GeForce GTX 1070 Ti , welches noch im Dezember für rund 450 Euro zu haben gewesen ist, müssen mittlerweile auch 530 bis 550 Euro hingeblättert werden. Dagegen wirkt die wiederum stärkere GeForce GTX 1080 mit einem aktuellen Preis zwischen 570 und 610 Euro wahrlich schon wieder als Schnäppchen, auch wenn hier ebenfalls eine Preissteigerung stattgefunden hat.

Während sich bei Nvidias derzeitigem Flaggschiff, der GeForce GTX 1080 Ti je nach Boardpartner Preise zwischen 800 und 1.100 Euro erfassen lassen, womit ebenfalls eine Preissteigerung festzustellen ist, fallen AMDs Vega-GPUs in Form der Radeon RX Vega 56 sowie Radeon RX Vega 64 (Liquid) mit Preisen zwischen 700 und 1.500 Euro exorbitant teuer aus, wenn sie denn überhaupt als verfügbar gelistet sein sollten.

UPDATE vom 15.01.2018 – 10:59 Uhr

Betrachtet man die Preisentwicklung der wirklich lieferbaren Grafikkarten, fällt der Preisanstieg leider viel höher aus als bislang gedacht. Laut Aussage der Kollegen von Computerbase, sollen beim Großteil der beliebtesten Grafikkarten alleine die Großhandelspreise um 15 bis 20 Prozent angestiegen sein, was sich zwangsläufig auch auf die Preise für Endverbraucher auswirkt. Im dortigen Vergleich der Preise zwischen Anfang Dezember und dem heutigen 15. Januar sind Preissteigerungen bei tatsächlich verfügbaren Modellen der AMD Radeon RX 560, 570, 580, Vega 56, Vega 64 sowie Nvidia GeForce GTX 1050Ti, 1060, 1070, 1070 Ti, 1080 sowie 1080 Ti Serien zwischen einem und und unglaublichen 58 Prozent zu beobachten.

Für einen Großteil dieser Preissteigerungen macht man den bereits erwähnten Anstieg der Krypto-Währungen und der somit einhergehenden starken Nachfrage verantwortlich. Allerdings trifft das nicht unbedingt auf AMDs derzeitige High-End-Serie der Vega-Generation zu. In letzterem Fall ist die Preissteigerung vom Wirtschaftsfaktor „Angebot und Nachfrage“ abhängig, da AMD nach dem Produktionsstopp der eigenen Referenz-Modelle immer noch viel zu wenige Chips an seine Partnerhersteller ausliefert. Seitens AMD soll aber bereits vor einigen Tagen verkündet worden sein, dass sich die Situation künftig nur noch verbessern kann, so dass sich die Liefersituation gegen Ende März wieder entspannen dürfte.

Dagegen sollte man auch bedenken, dass die aktuelle Pascal-Generation bei Nvidia kurz vor ihrem Auslaufen steht und die Produktion entsprechend zurückgefahren wird. Eine Produktvorstellung der Nachfolger-Generation mit der wohlklingenden Bezeichnung „Ampere“ wird für das zweite Quartal erwartet.

UPDATE vom 10.01.2018 – 17:23 Uhr

Wie die Kollegen von digitimes zum Zeitpunkt der Artikelerstellung vergangene Woche vermutet haben, sind die Preiserhöhungen der Grafikkarten auch im deutschen Handel angekommen. Vor allem die bei den Minern beliebten Grafikkarten sind von den Preissteigerungen betroffen, was ein Blick in die Preisvergleichsportale wie zum Beispiel geizhals.de zeigt. Hat der Ethereum-Coin RTH erst vor kurzem die 1.000-Euro-Marke überschritten, können auch andere Krypto-Währungen wie zum Beispiel Monero (XMR) von stetigen Zuwachsraten und somit Lukrativität profitieren.

Doch auch die durch den erhöhten Bedarf im mobilen Sektor hervorgerufenen Produktionsengpässe wirken sich auf weitere Preissteigerungen von DDR4-, GDDR5, GDDR5X- und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch HBM2-Speicher aus. Dadurch sind Varianten der AMD-Mittelklasse-Grafikkarte Radeon RX 580 mit 8 Gigabyte GDDR5-Speicher mittlerweile wieder auf Verkaufspreise ab 340 Euro geklettert, obwohl diese zwischenzeitlich für rund 250 Euro erhältlich gewesen sind. Während sich Nvidias Mittelklasse-Modell in Form der GeForce GTX 1060 (3G sowie 6G) noch relativ preisstabil gibt, befindet sich das größere Schwestermodell in Form der GeForce GTX 1070 auf einem preislichen Höhenflug, welcher aktuell bei 450 Euro beginnt. Für die zwischengeschobene GeForce GTX 1070 Ti, welche es noch im Dezember für 450 Euro gegeben hat, müssen mittlerweile mindestens 480 Euro auf den Tisch gelegt werden. Der Einstieg in die Oberklasse in Form der GeForce GTX 1080 beginnt mittlerweile ab 530 Euro, obwohl einige dieser Modelle kurzzeitig unter 500 Euro gerutscht waren. Der Einstieg in die Welt der GeForce GTX 1080 Ti (Custom Design) liegt mittlerweile wieder bei 730 Euro, was ebenfalls einen, wenn auch kleinen Anstieg darstellt.

Original-Artikel vom 04.01.2018 – 17:11 Uhr

Das leidige Thema um steigende Hardwarepreise hat das Jahr 2017 überdauert und wird auch in diesem Jahr fortgesetzt. Wie die aus Taiwan stammenden Kollegen von digitimes.com (via pcghw) berichten, sollen die Boardpartner von AMD als auch Nvidia ihre Grafikkarten der Mittel- und Oberklasse mit entsprechenden Preissteigerungen versehen. Dies soll vor allem daran liegen, dass nicht nur der Speicher immer knapper wird, sondern jetzt auch die zugelieferte Menge an GPUs abnehmen soll.

Während der Anstieg der Speicherpreise schon seit gut eineinhalb Jahren unter anderem beim Arbeitsspeicher zu beobachten ist, was unter anderem dem erhöhten Bedarf im Smartphone- sowie Server-Bereich geschuldet ist und die Speicherhersteller entsprechend ihre DRAM-Produktion darauf ausrichten, soll jetzt neben dem Grafikchip-Hersteller AMD auch Nvidia dafür sorgen, dass die Boardpartner mit deutlich weniger Chips auskommen müssen.

Zusätzlich gehen die Boardpartner laut den Kollegen von digitimes nicht davon aus, dass die Nachfrage an Grafikkarten für Miner abnehmen dürfte – zumindest noch nicht im ersten Quartal 2018. Aus diesen Gründen erwartet man einen Preisanstieg zwischen fünf und 20 US-Dollar, wodurch wiederum das Kaufinteresse bei den Desktop-Nutzern sinken dürfte.

Auch wenn nicht nachzuweisen ist, dass der Preisanstieg im deutschen Markt in den letzten Tagen und Wochen mit den aktuellen Gerüchten verknüpft ist, lässt sich auch hier schon eine Preissteigerung feststellen, welche die beliebtesten Grafikkartenserien betrifft. So müssen nicht nur für AMDs Radeon RX 580/8G in den letzten Tagen wieder 300 Euro und mehr (bisher 260 bis 280 Euro) bezahlt werden, sondern auch bei Nvidia werden die Modelle nachweislich wieder teurer. So pendelt eine GeForce GTX 1070 wieder Richtung 450 Euro (bisher im Schnitt 20 Euro günstiger), sondern ist auch eine GeForce GTX 1070Ti kaum noch unterhalb der UVP in Höhe von 469 Euro zu bekommen. Die Oberklasse-Karte in Form der GeForce GTX 1080 ist ebenfalls um ein paar Euro gestiegen und mittlerweile nicht mehr für knapp unter 500 Euro erhältlich.

Ungeklärt ist der Umstand, wann wieder mit einer Entspannung der Preise zu rechnen ist.

Meinung des Autors

Grafikkarten und Arbeitsspeicher stellen aktuell die teuersten Komponenten in einem PC dar - im Verhältnis betrachtet. Da ist es nur nachvollziehbar, dass immer noch so viele Nutzer mit einem Upgrade warten. Persönlich sehe ich aber keinen Zeitpunkt in naher Zukunft, an dem sich das noch ändern könnte, ihr etwa?

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