Facebook plant angeblich Kauf von WhatsApp

03.12.2012 14:11 Uhr | Geronimo

Das soziale Netzwerk Facebook will angeblich den Instant-Messaging-Dienst WhatsApp übernehmen. Dadurch könnte Facebook seine bisher recht schwache Position auf mobilen Endgeräten verbessern. Kartellwächtern und Datenschützern dürften die Pläne allerdings sauer aufstoßen

Nach Angaben der Internetseite Techcrunch steht Facebook in Verhandlungen mit WhatsApp. Dabei geht es um eine Übernahme des Messaging-Dienstes durch das soziale Netzwerk. Techcrunch beruft sich auf den Verhandlungen nahestehende Kreise, zum Stand der Gespräche wurden allerdings keine Angaben gemacht. Facebook schwächelt seit geraumer Zeit, da das Unternehmen auf mobilen Endgeräten nur schwach vertreten ist und dort auf Grund der beschränkten Displaygröße von Smartphones und kleinen Tablets kaum Werbung platzieren kann. Eine Übernahme von WhatsApp wäre daher die Gelegenheit, die Position auf diesen Geräten auszubauen und gleichzeitig die Abhängigkeit von Einnahmen aus der Werbung zu senken. Da WhatsApp für Apple-Kunden bereits jetzt einmalig 0,89 Euro kostet und die Nutzer anderer mobiler Betriebssysteme zukünftig sogar jährlich zur Kasse gebeten werden, würde bei einer Übernahme fortlaufend Geld in die Kassen von Facebook gespült werden.

Dies würde für die Nutzer von WhatsApp deutliche Veränderungen mit sich bringen. Bislang verzichtet der Messaging-Dienst komplett auf Werbung, auch die Vermarktung der Nutzerdaten findet bislang nicht statt. Durch diese Maßnahmen wollen die Gründer Jan Koum und Brian Acton die optimale Nutzbarkeit von WhatsApp sicherstellen und zugleich die Privatsphäre ihrer Kunden schützen. Nach einer Übernahme durch Facebook dürfte sich das jedoch grundlegend ändern, denn das Unternehmen ist bekannt dafür, die Nutzerdaten nur unzureichend zu schützen und gleichzeitig sehr stark mit der Werbeindustrie zusammenzuarbeiten. Bei WhatsApp ist allerdings längst nicht alles Gold was glänzt, wie die bislang mehrfach aufgetretenen Sicherheitslöcher und die völlig unzureichende Kommunikation bei dieser Problematik beweisen.

Nach Angaben von allfacebook.de hat Facebook aktuell über 966 Millionen registrierte Nutzer, WhatsApp bringt es auch auf mehrere Hundert Millionen Kunden (genaue Zahlen werden vom Unternehmen nicht genannt), die täglich angeblich zehn Milliarden Kurznachrichten verschicken. Kartellwächter dürften diese Zahlen auf den Plan rufen, denn mit solchen Nutzerstämmen sind die beiden Dienste wohl Monopolist in ihrem jeweiligen Bereich. Doch auch Datenschützern dürfte die Übernahme von WhatsApp durch Facebook ein großes Betätigungsfeld bieten. Immerhin würden Facebook mit der Übernahme von WhatsApp auf einen Schlag die Kontaktdaten von etlichen hundert Millionen Menschen zugeführt werden, die mit den eigenen Datensätzen vereint werden könnten. Dadurch ließen sich in noch größerem Umfang die Beziehungen zwischen verschiedenen Menschen ermitteln, sogar von denjenigen, die keinen Account bei Facebook haben.


Bildquelle: mobiflip.de
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