EU-Kommission straft Bildschirm-Hersteller nach 10 jähriger Untersuchung wegen verbotener Preisabsprachen ab

05.12.2012 19:20 Uhr | POINTman

Das Gesamtvolumen der verhängten Geldstrafen umfasst rund 1,47 Milliarden Euro, wobei sich die Strafen auf fast alle großen Display-Fertiger aufteilt

Wie die Europäische Kommission heute mitteilt, wurde gegen mehrere Display-Hersteller, die zwei Kartelle im Bereich der Bildschirme mit Kathodenstrahlröhren (CRT) gebildet hatten, eine Strafe in Höhe von 1,47 Milliarden Euro verhängt. Laut Angaben der Kommission gehörten die Kartelle zu den am besten organisierten, die bisher untersucht wurden.

In den untersuchten Bereichen Fernsehgeräte und Computerbildschirme beteiligten sich insgesamt sieben zumeist größere Fertiger an den beiden Kartellen. Darunter waren die Konzerne Chunghwa, LG Electronics, Philips und Samsung SDI, während Panasonic, Toshiba, MTPD (Tochter von Panasonic) und Technicolor (früher Thomson) nur in das Fernsehbildröhrenkartell involviert waren. Die Kommission berichtet von einer äußerst guten Organisation innerhalb der Organisation, die fast 10 Jahre lang (1996 bis 2006) wettbewerbsschädigend und erwisenermaßen Einfluss auf den Handel genommen haben.


Bild: EU-Kommission

Die besonders ausgereifte und dreiste Vorgehensweise der Unternehmen zeigt sich zum Beispiel an Preisabsprachen, Marktaufteilung, Abstimmung von Kapazitäten und Produktionsmargen sowie am Austausch von sensiblen Geschäftsdaten. Die Kartellabsprachen der Unternehmen wurden zudem untereinander sensibel überwacht. Die Kommission argumentiert so auch den direkten Einfluss auf Abnehmer im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR), welcher wiederum die Schädigung der Verbraucher begründet. Durch die Kartellbildung wollten die involvierten Unternehmen einem zu diesem Zeitpunkt schon schrumpfenden CRT-Marktes entgegenwirken. Dabei stellte die Kommission fest, dass sich die großen Konzerne der Tatsache voll bewusst gewesen sein müssen, dass sie mit ihrem Handeln gegen geltendes Recht verstießen.

Dem Konzern Chunghwa wurde auf Basis einer Kronzeugenregelung ein vollständiger Geldbußenerlass gewährt, da dieser als erstes die Kommission über die Existenz der Kartelle in Kenntnis gesetzt hatte. Die Unternehmen Samsung SDI, Philips und Technicolor unterstützen die Europäische Kommission, nach eigenen Angaben, bei der Aufklärung der Mißstände, weshalb die ihnen auferlegten Geldbußen abgemildert wurden.

Quelle: EU-Kommission/CB
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