DRAM-Speicherpreise werden weiter ansteigen - UPDATE VIII

16.05.2018 13:45 Uhr | maniacu22

Die Speicherpreise von DDR3- sowie auch DDR4-RAM befinden sich schon seit Mitte letzten Jahres auf einem Höhenflug, welcher auf Fertigungsengpässe sowie dem größeren Bedarf im Smartphone-Bereich zurückzuführen ist. Der chinesische DRAM-Hersteller Nanya erwartet allerdings einen weiteren Anstieg der Preise bis Mitte diesen Jahres. Erst ab dem dritten Quartal 2017 geht man von einer Stabilisierung aus, was noch nicht einmal einer Preissenkung gleichkommen muss

UPDATE vom 16.05.2018 – 15:45 Uhr

Wie bereits erwartet, kommt jetzt von den Kollegen von Computerbase eine Bestätigung, dass die Speicherpreise auch im kommenden zweiten Halbjahr nicht sinken, sondern nochmals leicht zulegen werden. Da kein Nutzer die Zeit aufbringen kann, auf einen Preissturz zu warten, empfiehlt es sich bei einem Kauf von Arbeitsspeicher gleich zu mindestens zwei 8-GByte-Riegeln – DDR4-2666 (16 Gbyte) zu greifen. Da deren Preis pro Gigabyte bei knapp 9,50 Euro liegt, gehört der Arbeitsspeicher mit mindestens 150 Euro zu den teuersten Posten in einem PC.

Vergleicht man aber die Preise von DDR4-2666 mit denen von DDR4-3000, DDR4-3200 oder gar DDR4-3600, liegt der Mehrpreis zwischen 10 und 25 Euro in einem Bereich zwischen 10 und 15 Prozent. Da dieser Mehrpreis bei dem aktuellen Preisgefüge kaum relevant erscheint, empfiehlt es sich zudem, gleich zum schnelleren Speicher zu greifen, da dieser möglicherweise noch eine Generation länger genutzt werden kann.

UPDATE vom 12.03.2018 – 14:32 Uhr

Eine Entspannung bei den Speicherpreisen in diesem Jahr darf als extremst unwahrscheinlich angesehen werden, da die Nachfrage nach immer mehr Speicher einfach nicht abreißen will. So soll laut Angaben der Kollegen von digitimes der Wert der gesamten Speicher-Produktion um weitere 30 Prozent auf insgesamt 96 Milliarden US-Dollar ansteigen, wodurch die Verkaufspreise für Speicher alleine im ersten Halbjahr 2018 um weitere fünf bis zehn Prozent noch oben klettern werden.

Basierend auf eigenen Erfahrungen, die auf einer Beobachtung der Speicherpreise aus den letzten zwei Dekaden beruhen, gehe ich davon aus, dass frühestens Ende 2018 mit einer Entspannung im Speichermarkt zu rechnen sein darf, die allerdings keinen Preisrutsch verursacht, sondern lediglich einen weiteren Preisanstieg unterbindet. Die Nachfrage an Speichertechnik wird allerdings nicht abreißen sondern ebenfalls weiter steigen. Grund für ein mögliches Sinken der Speicherpreise sehe ich in der Erhöhung der Produktionskapazitäten, durch Unternehmen wie Nanya & Co, wobei sich diese frühestens 2019 bemerkbar machen werden. Zudem gehe ich nicht davon aus, dass wir jemals wieder Preis-Zustände wie im Sommer 2016 erhalten, wo dem Kunden Arbeitsspeicher regelrecht hinterher geworfen worden ist.

UPDATE vom 17.01.2018 – 21:06 Uhr

Im Rahmen einer Investorenkonferenz des Speicherherstellers Nanya hat Präsident Lee Pei-ing (Via digitimes) verkündet, dass sich trotz Samsungs Ankündigung zu einer Erweiterung der Produktionskapazitäten im November vergangenen Jahres, die Speicherpreise im laufenden Jahr weiter steigen, bestenfalls aber auf dem aktuellen Preisniveau verharren werden. Als Begründung für den konstant wachsenden Bedarf gibt Lee den eine ebenfalls wachsende Nachfrage nach Servern, welche für Rechenzentren von 5G sowie auch AI (Künstliche Intelligenz) eingesetzt werden. Aber auch auf kommenden High-End-Smartphones wird die AI-Fähigkeit zunehmen, wodurch dernen DRAM-Kapazitäten möglicherweise auf 4 bis 6 GB ansteigen werden. Vergessen sollte man auch nicht die anderen Verbrauchssegmente wie Fernseher, Set-Top-Boxen, Spielekonsolen, sowie auch intelligente Sprachassistenten, welche im Jahr 2018 einen großen Zulauf erhalten dürften.

Alleine Nanya konnte seinen Jahresumsatz im vergangenen Jahr auf 54,933 Milliarden US-Dollar steigern, was einem Anstieg in Höhe von 31,9 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum darstellt. Bezugnehmend auf die eigenen Umsatzsteigerungen geht man also davon aus, dass die DRAM-Preise im Jahresdurchschnitt 2017 um 35 Prozent gestiegen sind. Wie sich die Preise also in diesem Jahr entwickeln werden, bleibt vorerst noch unklar, doch kann man davon ausgehen, dass diese in den seltensten Fällen nach unten angepasst werden.

Um die Update-Historie komplett zu halten, darf natürlich auch eine aktuelle Preisentwicklung des zu Beginn unserer Aufzeichnung erwählten Crucial Ballistix Sport LT rot 8GB-Kit nicht fehlen, welcher sich mittlerweile auf einem Preisniveau befindet, welches mehr als drei Mal so hoch ist, wie noch im Sommer vor nunmehr zwei Jahren. Damit gehört der Arbeitsspeicher neben den ebenfalls immer teurer werdenden Grafikkarten zu den kostenintensivsten Komponenten in einem modernen PC.

UPDATE vom 14.11.2017 – 15:51 Uhr

Wie zu erwarten gewesen ist, haben sich die Arbeitsspeicher-Preise bislang noch nicht stabilisieren können. Mit einem weiteren Preisanstieg sind die aktuellen Preise so hoch wie noch nie, wobei eine Verbesserung für alle Aufrüstwilligen noch lange nicht in Sicht ist. Experten gehen sogar davon aus, dass noch vor Weihnachten nochmals mit einem Preisanstieg in Höhe von rund 10 Prozent gerechnet werden darf. Ob Samsungs angekündigte Produktionserweiterung schon im kommenden Jahr eine Preissenkung oder zumindest eine Stabilisierung des Marktes erwarten lässt, wäre zwar wünschenswert, bleibt aber reine Spekulation.

Mit einem Blick in den Preisvergleich bei geizhals.de hat unser RAM-Beispiel in Form des 8 Gigabyte großen G-Skill RipJaws 4 DDR4-3200 zu einem derzeit günstigsten Preis von 107,33 Euro bereits die 100 Euro-Marke überschritten. Wenn man bedenkt, dass genau dieses Modell am im Juni vergangenen Jahres bei 42,70 Euro gelegen hat, zeigt das in besonderem Maße wie die Preise explodiert sind.

UPDATE vom 18.09.2017 – 12:09 Uhr

Nach Aussage des Marktforschungsunternehmens IC Insights via tomshardware.com dürfte sich die Preislage für DRAM so schnell nicht entspannen sondern sich weiter zuspitzen. Während sich die DRAM-Preise in den vergangenen zwölf Monaten mit 111 Prozentpunkten mehr als verdoppelt haben, geht man davon aus, dass diese bis Jahresende nochmals um 40 Prozent steigen werden.

Mit verantwortlich für die höheren Preise soll ironischer-weise das letztjährige Überangebot gewesen sein, welches dazumal zu den extrem niedrigen Preisen geführt hat. Viele Großhändler haben in dieser Zeit ihre Lager entsprechend günstig füllen können, nur um die RAM-Module jetzt zu überhöhten Preisen wieder zu verkaufen.

Zusätzlich soll der Preisanstieg auch zulasten der Mobilgeräteindustrie gehen, welche für neue Smartphones, Tablets & Co. ebenfalls auf große Mengen DRAM angewiesen sind. Zuletzt sorgen noch die großen DRAM-Hersteller wie Samsung, Micron oder SK Hynix für entsprechend Preisanstiege, da diese laut IC Insights-Bericht ihre Produktionskapazitäten nicht weiter erhöhen. Der Hersteller Micron soll zum Beispiel seine Prioritäten auf eine weitere Miniaturisierung setzen, womit letztendlich der DRAM-Ausstoß verbessert werden kann.

UPDATE vom 06.09.2017 – 10:57 Uhr

Nachdem nun gute fünf Monate seit dem letzten Update verstrichen sind, werfen wir mal wieder einen Blick auf die aktuelle DRAM-Marktsituation, die sich im Vergleich zu den Preisen im April -bis auf wenige, gelegentliche Ausreißer – nicht geändert hat. So liegen die Preise in unserem seit Januar diesen Jahres beobachteten Beispiel, dem Crucial Ballistix Sport 8GB-Kit aktuell bei 74,91 Euro, womit dieser noch teurer als im April diesen Jahres ausfällt.

Wer mit dem Gedanken spielt, sich ein neues Ryzen-System von AMD zusammenstellen zu wollen, kann und sollte beim Speicher dann gleich auf Module zurückgreifen, die mit 3.200 MHz angesteuert werden und mit Preisen ab 82,51 Euro auch nicht sonderlich viel teurer al die kleineren 2.400 MHz-Module ausfallen.

Da sich allerdings nicht abzeichnet, wann oder ob überhaupt wieder mit einer Entspannung der RAM-Preise zu rechnen ist, muss ich von dem Ratschlag abkehren, abzuwarten bis die Preise wieder fallen. Wer jetzt RAM benötigt, sollte also in den sauren Apfel beißen und diesen kaufen. So billig wie im Sommer vergangenen Jahres werden die Preise wohl nie wieder werden.

UPDATE vom 19.04.2017 – 11:19 Uhr

Auch wenn eine weitere Steigerung der DRAM-Preise prognostiziert wird, verhalten sich die Preise derzeit wie die Ruhe vor dem Sturm – aktuell konstant aber anlaufnehmend zum Sprung in höhere Preisregionen.
Die Marktbeobachter von DRAMeXchange gehen davon aus, dass sich der durchschnittliche Lieferpreis für ein 4 GB-Modul DDR4-Speicher im Vergleich zum vergangenen ersten Quartal 2017 nochmals um rund 12,5 Prozentpunkte ansteigen könnte. Das würde bedeuten, dass der aktuell durchschnittliche Preis für dieses Modul von 24 US-Dollar auf 27 US-Dollar steigen könnte.

nach nunmehr zwei Monaten haben sich die Preise auf einem recht hohen Niveau eingependelt. Ob hier in den kommenden Wochen/Monaten mit einem weiteren Preisschub gerechnet werden darf, bleibt indes abzuwarten

Ein Blick in die hiesigen Preissuchmaschinen zeigt momentan hohe, aber im Vergleich zum Februar konstante Preise, welche für das von uns beobachtete 8-GB DDR4-Kit immer noch einen unveränderten Preis in Höhe von 68,11 Euro nachsagen. Ob dieses Preisgefüge in den kommenden Wochen wie vorhergesagt, nochmals steigen wird, bleibt abzuwarten. Fakt ist, dass mit einer Entspannung nicht vor Ende diesen Jahres gerechnet werden darf.

UPDATE vom 13.02.2017 – 18:23 Uhr

Wie angedeutet, sind die Preise des DRAM in den vergangenen zwei Wochen von knappen 50 Euro für ein 8-GB großes DDR4-Kit auf nunmehr 68 Euro gestiegen, was einer Steigerung von rund 35 Prozent entspricht. Man bedenke, dass dieser Anstieg innerhalb von zwei Wochen stattgefunden hat. Bis zum dritten Quartal, in welchem sich die Preise wieder „stabilisieren“ sollen, ist allerdings auch noch eine ganze Weile hin, weshalb man davon ausgehen kann, dass die Preise weiterhin schön fleißig steigen werden. Vielleicht nicht in dem Tempo wie in den letzten beiden Wochen, aber sie werden weiterhin steigen.

das gleiche Produkt zeigt schon zwei Wochen nach Erstellung des originalen Artikels
eine Preissteigerung in Höhe von 35 Prozent

Original-Artikel vom 26.01.2017 – 18:11 Uhr

Obwohl oder gerade weil die nächsten CPU-Generationen bei Intel mit Kaby Lake und AMD mit Ryzen vor der Tür stehen, werden viele aufrüstwillige Nutzer auch den RAM-Speicher neu kaufen müssen. Allerdings sollte man den Kauf nicht allzu lange hinauszögern. Es wird sogar empfohlen, jetzt schon den Speicher für zukünftige Intel- oder AMD-Systeme zu kaufen, da deren Preise in einigen Wochen noch deutlich höher ausfallen könnten.

Wie die chinesischen Kollegen von digitimes.com den Präsident des dort beheimateten Herstellers Nanya Technologies, Pei-Ing Lee zitieren, sollen die DRAM-Preise im ersten Halbjahr 2017 weiter ansteigen. Als Gründe werden Fertigungsengpässe und ein damit verknapptes Angebot, ein erhöhter Bedarf im Server- sowie auch im Smartphone-Bereich genannt, welche das aktuelle Nachfrage-Angebot-Verhältnis stören.

bei der Preissuchmaschine Geizhals lässt sich in der Rubrik Preisentwicklung sehr schön erkennen, wie stark die Preise verschiedener RAM-Module in den letzten Monaten angestiegen sind

Ebenfalls konnte man in Erfahrung bringen, dass Nanya Technologies bereits im März diesen Jahres mit der Risikoproduktion in 20 nm beginnen und spätestens zur Jahresmitte bei der Serienfertigung angelangt sein möchte. Nanyas Plan ist, ab Anfang 2018 eine monatliche Stückzahl von 30.000300-mm-Wafern im 20-nm-Fertigungsverfahren herstellen zu können. Pei-Ing Lee geht aber davon aus, dass schon im zweiten Halbjahr 2017 zumindest eine Stabilisierung der DRAM-Preise eintreten wird, was allerdings nicht heißt, dass die Preise schon wieder fallen werden.

Zum aktuellen Zeitpunkt kann zwar noch keiner voraussagen, in welche Preisregionen sich die DRAM-Module bis zum dritten Quartal entwickeln werden, doch ist es für alle fest geplanten Aufrüstungen bis dahin, jetzt schon nach RAM-Modulen Ausschau zu halten.

via pcghw

Meinung des Autors

Diese News fand ich ganz interessant, da es die üblichen Zyklen widerspiegelt. Ich kenne solche extremen Preisschwankungen aus Zeiten des SD-Rams beziehungsweise DDR1-Rams, in denen es sich gelohnt hat, schlauerweise einen Vorrat anzulegen, mit welchem man in den "schlimmen Zeiten" jedem Käufer einen Gefallen getan hat, da man den RAM günstiger als im regulären Handel anbieten konnte, und trotzdem Gewinnspannen zwischen 50 und 200 Prozent erzielen konnte. Auch zum aktuellen Zeitpunkt gehe ich davon aus, dass sich die RAM-Preise spätestens bis zum Release von Ryzen nochmals deutlich erhöht haben werden.
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