Die besten Prozessoren in den Preisklassen bis 100, 200, 300 und 400 Euro

17.05.2018 14:03 Uhr | maniacu22

Wer auf der Suche nach einem neuen Computer ist und diesen sogar selbst zusammen bauen möchte, wird sich vernünftiger Weise ein maximales Budget gesetzt haben, welches es nach Möglichkeit nicht zu überschreiten gilt. Da der Prozessor neben der Grafikkarte sowie auch mittlerweile dem Arbeitsspeicher immer noch zu den teuersten Komponenten gehört, kann man bei einem Neukauf der CPU durchaus viele Fehler machen. In diesem Praxis-Tipp möchte ich euch aufzeigen, welche Prozessoren in den Preisklassen bis 100, 200, 300 und 400 Euro zu den Besten ihrer Zunft gehören, für welche Anwendungen diese eingesetzt werden können und ob es auch Alternativen gibt

Der aktuelle Computer ist mittlerweile mehrere Jahre alt, braucht für die alltäglichen Dinge wie Anwendungsprogramme, Spiele und Multimedia gefühlt viel mehr Zeit als früher – dann ist es an der Zeit, den Computer aufzurüsten oder gleich einen neuen zu kaufen beziehungsweise sich zusammen zu stellen und selbst zu bauen. Da der Prozessor – auch als CPU (Central Processing Unit) bezeichnet – als einer der wichtigsten Komponenten im Computer zählt, sollen euch auf den folgenden Zeilen die besten CPUs in den Preisklassen bis 100, 200, 300 und 400 Euro vorgestellt werden. Je nach Geldbeutel beziehungsweise auch im Vorfeld gesetzten Budget oder auch Einsatzzweck muss es nicht immer der teuerste Prozessor mit den meisten Kernen sein, wenn man den PC zum Beispiel hauptsächlich zum Spielen oder Multimedia-Anwendungen benötigt. Andererseits sind für die Video- oder auch Bild-Bearbeitung mehr Rechenkerne zur Verteilung der Aufgaben sinnvoller als der maximale Takt.

Beste CPU bis 100 Euro:

Wer für ein Upgrade oder auch Neukauf eines PCs nicht gleich ein Vermögen ausgeben möchte, kann in der Preisklasse bis 100 Euro durchaus günstige Prozessoren finden, die dennoch, je nach Einsatzzweck eine solide Leistung abgeben.
Für Gamer eignet sich zum Beispiel auf Intels neuer Coffee Lake Architektur basierende Core i3-8100, welcher mit vier vollwertigen Rechenkernen und einem Basis-Takt von 3,6 Gigahertz aufwarten kann. Einen Turbo-Modus oder mehr simulierte Rechenkerne mittels Intels Hyperthreading-Technologie wird man zwar vergeblich suchen, doch sollte man das bei einem Preis von knapp unter 100 Euro nicht erwarten.

Als Alternative gesellt sich hier der Ryzen 3 2200G aus dem Hause AMD dazu, der nochmals 10 Euro günstiger ist. Dieser ist zwar dem oben genannten Core i3-8100 hinsichtlich der reinen CPU-Leistung leicht unterlegen, jedoch können die ebenfalls verfügbaren vier Rechenkerne mit Hilfe des richtigen Mainboards (X470-Chipsatz) auf eine ganz ähnliche Rechenleistung übertaktet werden. Größter Vorteil dieser CPU, bei welcher es sich eigentlich um eine APU (Accelerated Processing Unit) handelt, ist die integrierte Grafikeinheit, die für die meisten Multimedia-Anwendungen und selbst Spiele mit mittleren Details vollkommen ausreicht und den Kauf einer dedizierten Grafikkarte unnötig macht.

Empfehlung: Wer nicht auf das letzte Quäntchen Megahertz-Leistung scharf ist, für den ist der Ryzen 3 2200G der sinnvollere und letztendlich vernünftigere Prozessor, da die Vorteile der relativ starken, integrierten Grafikeinheit nicht wegzudiskutieren sind.

Beste CPU bis 200 Euro:

In der Preisklasse bis 200 Euro findet man schon Prozessoren, die nicht nur hohe Megahertz-Zahlen, sondern aufgrund von mehr als vier Rechenkernen auch entsprechende Leistungswerte bringen, die für nahezu alle Anwendungsbereiche für den Heim-Computer vollkommen ausreichend sind.

Wieder auf Intels neuer Coffee Lake Architektur basierend ist hier der Core i5-8500 zu empfehlen, der im Grundtakt mit 3,00 Gigahertz arbeitet und dank Turbo-Modus bei Bedarf auf bis zu 4,1 Gigahertz hochtakten kann. Erwähnenswert sind seine vollwertigen sechs Rechenkerne, die bei Intel eine lange Zeit nur dem deutlich teurerem Enthusiasten-Bereich vorbehalten gewesen ist. Mit dieser CPU sollte es bei jeglicher Multimedia-Anwendung aber auch bei aktuellen Games keinerlei Probleme geben, insofern eine entsprechende Grafikkarte zur Seite gestellt wird.

Alternativ können wir wieder einen Blick auf das Lager von AMD werfen, welches aktuell hervorragende Prozessoren in dieser Preisklasse zu bieten hat. Wer noch einen der aus dem letzten Jahr vorgestellten Ryzen 5 1600 oder Ryzen 5 1600X CPUs günstig im Abverkauf findet, kann zwar bedenkenlos zuschlagen, doch empfiehlt sich für den Neukauf der neue Ryzen 5 2600, welcher im Basis-Takt mit 3,4 Gigahertz ausgestattet ist und diese im Turbo-Modus auf bis zu 3,9 Gigahertz beschleunigen kann. Einer der größten Vorteile gegenüber dem Core i5-8500 aus dem Hause Intel sind seine Übertaktungsmöglichkeiten durch den freien Multiplikator sowie die neben den sechs Rechenkernen verfügbaren 12 Threads.

Empfehlung: In der Preisklasse bis 200 Euro kann ich keine Empfehlung aussprechen, da beide hier vorgestellten Prozessoren jeweils ihre Vor- als auch Nachteile mit sich bringen. Die Intel-CPU dominiert pro Kern mit einer besseren Rechenleistung, während die AMD-CPU mit SMT und somit mit 12 Threads sowie einem leichten Übertaktungspotential aufwarten kann. Beide Prozessoren liegen auch hinsichtlich der Preisgestaltung gleichauf, so dass sich hier kein klarer Sieger herauskristallisieren kann.

Beste CPU bis 300 Euro:

Im Preisbereich bis 300 Euro kommen wir schon langsam in den Bereich der Enthusiasten beziehungsweise Nutzer, die schon gerne mit 8 Rechenkernen arbeiten möchten oder müssen.

Aus dem Intel-Lager erhält der Käufer wieder klar die bessere CPU, wenn es um reine Megahertz-Zahlen und somit Maximal-Leistung pro Kern geht. Der hier zu empfehlende Core i7-8700 kann mit sechs nativen Rechenkernen auftrumpfen, die dank Intels HT-Technologie 12 Threads gleichzeitig abarbeiten können. Der Basis-Takt liegt hier bei 3,2 Gigahertz, doch entfaltet die CPU über den Turbo, welcher bis zu 4,6 Gigahertz taktet, ihre ganze Leistung. Mit einer TDP von 65 Watt gibt sich diese CPU zudem recht sparsam.

AMDs Alternativen können hier die Ryzen 7 1000er-Serie im Abverkauf sein, bei welcher sich aktuell das ehemalige Top-Modell in Form des Ryzen 7 1800X zu einem Preis ab 278 Euro anbietet, oder aber der neue Ryzen 7 2700, welcher ab 289 Euro zu haben ist. Auch hier können die AMD-Prozessoren hinsichtlich ihrer Megahertz-Leistung im Vergleich zum Intel-Modell mithalten, doch fallen die Unterschiede nur noch marginal aus. Größter Vorteil der AMD-Prozessoren sind zwei weitere Kerne, womit sowohl der Ryzen 7 1800X als auch der neuen Ryzen 7 2700 mit jeweils 8 Rechenkernen und 16 Threads aufwarten können – genau das Richtige für Power-User, die oft und so schnell wie möglich Videos oder Bilder bearbeiten und nebenher noch viele weitere Dinge tun.

Empfehlung: Ähnlich wie in der vorherigen Preisklasse kann man auch hier keine klare Empfehlung aussprechen, da die Anwendungsgebiete beider Prozessoren doch stark unterschiedlich sind. Wer die maximale Leistung fürs Gaming benötigt, sollte hier klar zu Intel greifen. Kann man allerdings auf den einen oder anderen Frame zugunsten der deutlich besseren Leistung in Anwendungen verzichten, sollte hier eindeutig zu AMD und hier insbesondere zum neuen Ryzen 7 2700 gegriffen werden.

Beste CPU bis 400 Euro:

Im Preisbereich von bis zu 400 Euro kaufen gewöhnlich Entusiasten ein, die das Besondere von einer CPU wünschen. Mehr als acht native Rechenkerne lassen sich hier zwar noch nicht finden, dafür aber die Top-Modelle der jeweiligen Hersteller und auch schon der eine oder andere Griff zu den jeweiligen Enthusiasten-Plattformen mit dem Sockel 2066 respektive Sockel TR4.

Möchte man eine starke CPU aus dem Hause Intel, so steht einem entweder der Weg zum Intel Core i7-8700K für den Sockel 1151 oder auch der Intel Core i7-7800X zur Verfügung, welcher für den Sockel 2066 angeboten wird.
Beide Prozessoren bieten sechs native Rechenkerne mit 12 Threads, wobei der neuere, auf der Coffee Lake Architektur basierende Core i7-8700K mit einem Grundtakt von 3,7 GHz sowie einem Turbo von 4,7 GHz die deutlich höheren Megahertz-Leistungen bietet. Wer allerdings auf die Vorteile wie Quad-Channel-RAM, mehr PCIe-Lanes usw. der deutlich teureren Enthusiasten-Plattform mit dem Sockel 2066 benötigt, bekommt auch mit dem Core i7-7800X eine sehr gute und leistungsfähige CPU, die ihre Stärken in Anwendungsbereichen, aber weniger in Spielen zum Tragen bringt.

Alternativ hierzu lassen sich auch im Hause AMD zwei Prozessoren finden, von denen einer für den Heim-Bereich, der andere für den Enthusiasten-Bereich vorgesehen ist und deren Unterschiede ähnlich wie im Lager von Intel ausfallen. So lässt sich hier einerseits der brandneue Ryzen 7 2700X anbringen, welcher in diversen Tests dank seiner acht nativen Kerne mit 16 Threads sowie einem Grundtakt von 3,7 GHz und einem Turbo-Takt von 4,3 GHz hervorragende Ergebnisse abliefern konnte. Etwas älter, aber ebenfalls mit 8 Kernen, 16 Threads, Unterstützung von Quad-Channel sowie bis zu 64 PCIe-Lanes erhält man zu einem Preis ab 329 Euro bereits den Ryzen Threadripper 1900X, welcher aber nicht auf der herkömmlichen AM4-Plattform, sondern auf der deutlich teureren TR4-Plattform beheimatet ist.

Empfehlung: Je nach Anwendungsgebiet, persönlichem Geschmack und auch Geldbeutel gibt es auch hier keinen klaren Sieger. Die Intel-CPUs bieten in der Regel die höhere IPC-Leistung und im Enthusiasten-Bereich die günstigeren Mainboards. Mit den AMD-CPUs bekommt man aktuell für einen überschaubaren Preis die beste Multi-Thread-Leistung, welche sich im Workstation-Bereich, der Gestaltung von VMs sowie auch hinsichtlich Anwendungsprogrammen realisieren lässt.

Meinung des Autors

Ist man auf der Suche nach einem neuen Computer oder auch nur nach einer neuen CPU, kann man sich in dem Hardware-Dschungel da draußen schnell verlieren. Kein Wunder, bei diesen Massen an CPUs, RAM, Grafikkarten, Netzteilen, Mainboards und was auch sonst noch dazu gehört. Klar werden die Prozessoren von ihren Herstellern nach ihrer maximalen Leistungsfähigkeit kategorisiert, wodurch logisch ist, dass es so viele unterschiedliche Modelle gibt. Dennoch finde ich es langsam echt zu viel, da irgendwann kaum noch einer durchblickt.

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