Bluetooth-Kopfhörer mit Geräuschreduzierung im Test: meistens gut, oft sehr teuer

25.04.2018 14:49 Uhr | Geronimo

Wer viel unterwegs ist, wird trotz Musik auf den Ohren oftmals von der Geräuschkulisse im Zug oder Flugzeug genervt. Abhilfe versprechen Kopfhörer mit Active Noise Cancelling (ANC), also einer elektronischen Schaltung, die Umgebungsgeräusche unterdrückt. In einem aktuellen Test zeigt sich, dass dafür zumeist ziemlich viel Geld bezahlt werden muss. Es gibt aber auch preiswerte Ausnahmen

Damit die Geräuschreduzierung optimal arbeiten kann und gleichzeitig der beste Tragekomfort gewährleistet ist, werden ohrumschließende Kopfhörer empfohlen. Diese sind zwar etwas größer und schwerer als aufliegende Hörer, filtern aber bereits durch ihre Bauart vor. Nur diese Kopfhörer werden im nachfolgenden Bericht berücksichtigt. Der Test wurde von der Stiftung Warentest durchgeführt, wobei in folgenden Kategorien und Gewichtungen bewertet wurde: Ton (25 Prozent), Unterdrückung von Umgebungsgeräuschen (25 Prozent), Handhabung (25 Prozent), Tragekomfort (15 Prozent), Akku und Umwelt (10 Prozent) sowie Schadstoffe (0 Prozent, kann aber zur Abwertung führen).

Als Testsieger darf sich der Sony WH-1000 XM2 fühlen. Dieser bietet eine sehr gute Geräuschunterdrückung (Note 1,5), ist ebenfalls sehr gut bei den Schadstoffen und schneidet in allen anderen Disziplinen mit gut ab. Mit einem Durchschnittspreis von 310 Euro zählt er allerdings zu den teuersten Kandidaten im Testfeld. Noch einmal 25 Euro mehr werden für den neu aufgelegten Bose Quietcomfort 35 II fällig, der ebenfalls Geräusche sehr gut (1,4) unterdrückt. Ton und Tragekomfort werden mit gut bewertet, bei den restlichen Prüfpunkten reicht es jedoch nur zu einem befriedigend. Als Preis-/Leistungssieger geht der Sennheiser HD 4.50 BTNC aus dem Test hervor. Bei ihm ist die Geräuschunterdrückung mit gut (1,7) kaum schlechter als bei den zuvor aufgeführten Modellen. Echte Mängel scheint es nur bei der beiliegenden Bedienungsanleitung zu geben, weshalb die Handhabung auf befriedigend abgewertet wird. Die übrigen Punkte sind gut, bei den Schadstoffen sieht es sogar sehr gut aus. Das alles gibt es für durchschnittlich 160 Euro, also quasi zum halben Preis der beiden besten Modelle.

Nachfolgend die Wertung nach der Gesamtnote, wobei auch der durchschnittliche Preis und das Ergebnis der Hauptdisziplin Geräuschunterdrückung angegeben werden:

  • Bose Quietcomfort 35 II: gut (2,0) – 335 Euro – sehr gut (1,4)
  • Sony WH-1000 XM2: gut (2,0) – 310 Euro – sehr gut (1,5)
  • Beats Studio 3 Wireless: gut (2,2) – 296 Euro – gut (2,3)
  • JBL E65BTNC: gut (2,3) – 172 Euro – gut (2,0)
  • B&O Play Beoplay H9: gut (2,4) – 455 Euro – gut (2,4)
  • Plantronics Backbeat Pro 2: gut (2,4) – 205 Euro – gut (2,3)
  • Sennheiser HD 4.50 BTNC: gut (2,4) – 160 Euro – gut (1,7)
  • Sennheiser PXC 550 Wireless: gut (2,4) – 284 Euro – gut (1,9)
  • Bowers & Wilkins PX: gut (2,5) – 385 Euro – gut (2,5)
  • JBL Everest Elite 750NC: gut (2,5) – 237 Euro – befriedigend (2,8)
  • Philips SHB9850NC: gut (2,5) – 129 Euro – befriedigend (2,6)
  • Sony MDR-XB950N1: gut (2,5) – 165 Euro – gut (2,5)
  • Teufel Real Blue NC: gut (2,5) – 200 Euro – gut (2,3)

Alle Kopfhörer wurden beim Klang gut gut bewertet, mit Ausnahme des Philips und des preiswerteren Sony, die nur befriedigend klingen.

Wichtiger Hinweis: Im Straßenverkehr – egal ob zu Fuß, auf dem Fahrrad oder im Auto – sollten keinesfalls Kopfhörer mit Geräuschunterdrückung getragen werden. Diese erhöhen das Unfallrisiko erheblich, da auch viele Warnsignale wie sich nähernde Fahrzeuge ausgeblendet werden!

Der vollständige Testbericht kann im aktuellen Heft der Stiftung Warentest oder gegen Bezahlung über die Homepage nachgelesen werden.

(Bildquelle: Sennheiser)

Meinung des Autors

Wer einen Kopfhörer mit Geräuschunterdrückung benutzt, wird sich anfangs über die ungewohnte "Stille" wundern. Zumindest was die Umgebungsgeräusche angeht, die gefiltert werden. Dabei gibt es aber ziemliche Unterschiede, und wirklich empfehlenswert sind am Ende nur wenige Modelle. Für Sparfüchse gibt es einen ganz klaren Sieger.

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