Antivirus-Software für Windows 10 im Test: Microsoft sehr gut und trotzdem nicht ganz vorne dabei - UPDATE

05.02.2018 16:04 Uhr | Geronimo

30.01.2018, 16:22 Uhr:
Beim Schutz vor Viren und Trojaner vertrauen viele Nutzer auf die Bordmittel von Windows 10. Das integrierte Virenschutz-Programm namens Defender konnte das ihn gesetzte Vertrauen bei der Schutzwirkung in diversen Tests bislang aber zumeist nicht bestätigen. Das hat sich jetzt geändert, wobei Microsoft eine Spitzenplatzierung nur wegen einer fragwürdigen Bewertung in einer anderen Kategorie verfehlt hat

Kaum eine Diskussion wird unter PC-Nutzern so heftig geführt, wie die über Sinn und Unsinn einer Antiviren-Lösung. Die Gegner führen dabei zumeist an, dass Windows dafür ab Werk Schutzmaßnahmen bereitstellt. Die Befürworter kontern, dass diese Maßnahmen nicht mit der Sicherheit externer Programme mithalten können. Die regelmäßigen Untersuchungen von AV-Test haben das bestätigt, wie etwa Mitte 2016, und auch die Stiftung Warentest kam zu einem solchen Ergebnis. Zuletzt zeichnete sich beim Windows Defender aber ein Trend nach oben ab, denn bei der Schutzwirkung kletterte die Punktezahl stetig an.

Und jetzt hat es der Windows Defender tatsächlich geschafft, im wichtigsten Prüfpunkt die vollen 6 von 6 möglichen Punkten einzufahren. Das ist ihm zum ersten Mal gelungen und darf bei Microsoft durchaus als großer Erfolg gewertet werden. Vor allem auch deshalb, weil der Fortschritt beim Schutz nicht mit Einbußen bei der Performance erkauft wurden. Mit 5,5 Punkten bei der Systembelastung hat man mit die Bestnote nur knapp verfehlt. Anders sieht es bei der Benutzbarkeit aus, denn dort liegt man mit 4,0 Punkten auf dem (geteilten) letzten Platz. Das ist insofern verwunderlich, weil der Defender normalerweise ganz ohne Zutun und Eingriff des Nutzers arbeitet und sich sogar seine Updates selber besorgt. Aber auch deshalb, weil der Defender bis zur Verbesserung beim Schutz bei AV-Test immer mit 5,5 bis 6 Punkten bei der Benutzbarkeit abgeschnitten hat. Man könnte fast von einer Verschwörung sprechen.
[slider]

[/slider]

Am Ende haben den Test wieder einmal einige der üblichen Verdächtigen unter sich ausgemacht. Die optimalen 18 Punkte haben mit Kaspersky, McAfee und Vipre Security nur 3 der 20 Kandidaten erreicht. AhnLab, Avira, Bitdefender und Trend Micro landen mit 17,5 Punkten knapp dahinter, gefolgt von Avast und AVG mit jeweils 17 Punkten. Wegen der angesprochenen Abwertung landet der Windows Defender mit 15,5 Punkten nur auf dem geteilten vorletzten Platz, während Eset mit 15 Punkten das Schlusslicht bildet. Als Ausreißer bei der Schutzwirkung muss Microworld mit 4,5 Punkten angesehen werden, wobei G Data und K7 Computing mit jeweils 5,0 Punkten kaum besser abschneiden.

Update, 05.01.2018, 17:04 Uhr: Seitens AV-Test wurde uns eine Stellungnahme zur schlechten Bewertung des Windows Defender bei der Benutzbarkeit übermittelt. Begründet wird diese mit einer hohen Zahl an Fehlalarmen, also dem fälschlichen Erkennungen von normaler Software als Malware während eines Systemscans. Während diese im Industriedurchschnitt bei 4 Falschmeldungen liegt (wobei es die Spitzenreiter auf 0 Falschmeldungen bringen), wurden bei Microsoft im November 11 und im Dezember sogar 16 Fehler gemeldet, die keine waren. Insofern scheint es aktuell so zu sein, dass Microsoft seine gesteigerte Schutzwirkung mit gewissen Nebenwirkungen erkauft – woran aktuell sicher gearbeitet wird, um auch dieses Problem in den Griff zu bekommen. Die einzelnen Bewertungen zur jeweiligen Sicherheitssoftware lassen sich hier nachlesen.

Meinung des Autors

Bislang hatten sowohl Befürworter, als auch Gegner gute Argumente bei der Diskussion um den Virenschutz, was den Windows Defender für Windows 10 angeht. Doch einer Seite gehen diese jetzt langsam aus, wie ein aktueller Test zeigt. Dass Microsoft am Ende dabei nicht ganz vorne landet, bietet Raum für wilde Spekulationen.

Ähnliche Artikel

Oben