AMD Raven Ridge: Werkseinstellungen sollen Arbeitsspeicher in Form von DDR4-2933 MHz unterstützen

22.01.2018 10:31 Uhr | maniacu22

Nachdem AMD zur Veröffentlichung seiner ersten Ryzen-CPUs im Frühjahr vergangenen Jahres erhebliche Probleme mit der Speicherkompatibilität zu lösen hatte, welche zu Beginn und je nach Ausbau nur zwischen DDR4-1866 und DDR4-2666 MHz unterstützt hat, soll mit den in den kommenden Tagen zu erwartenden Raven Ridge APUs ein solches Desaster von vornherein vermieden werden. Die neuen APUs, welche einer Kombination aus Zen-CPU und im Chip integrierten Ryzen-GPU entsprechen, sollen bereits ab Werk einen Speichertakt von DDR4-2933 MHz unterstützen, was wiederum der Grafik-Performance positiv in die Hände spielen sollte

Schon seit längerem weisen AMD-Prozessoren eine stärkere Abhängigkeit von schnellerem Arbeitsspeicher auf, als dies zum Beispiel beim Konkurrenten Intel der Fall ist. Zuletzt hat man dies bei verschiedenen Benchmark-Tests im Zusammenhang mit AMDs mittlerweile ein Jahr alten Ryzen-Generation nachweisen können. Letztere hatte diesbezüglich aber auch einen schwierigen Start, da der zur Einführung der CPUs im vergangenen Jahr offiziell schnellste unterstützte Speicher mit DDR4-2666 MHz angegeben wurde. Je nachdem, ob es sich bei dem verwendeten RAM um Single-Rank- oder Dual-Rank-Module gehandelt hat, lagen die unterstützten Taktraten oftmals sogar nur zwischen DDR4-2400- respektive DDR4-1866 MHz. Nach nunmehr fast einem Jahr auf dem Markt und etlichen BIOS-Updates später konnte man diese Probleme weitestgehend in den Griff bekommen, so dass je nach Boardpartner nun auch schnellere Speicherriegel unterstützt werden, welche die Gesamtperformance positiv beeinflussen können.

Um einen solche Fauxpas nicht zu wiederholen, hat AMD an den Speicherspezifikationen gefeilt, welche mittlerweile auch auf der Webseite offiziell freigegeben worden sind. So sollen die ersten beiden Raven Ridge APUs in Form des Ryzen 3 2200G sowie auch der Ryzen 5 2400G laut offiziellen Angaben einen Arbeitsspeicher mit den Spezifikationen DDR4-2933 MHz unterstützen, welcher dann im Dual-Channel-Modus seinen Dienst verrichtet. Zudem geht man davon aus, dass es nicht bei dieser Grenze bleiben wird und die Boardpartner ihre AM4-Mainboards durch entsprechende BIOS-Updates auf die bereits verfügbaren DDR4-4000-MHz-Speicher und höher vorbereiten werden.

Anders als bei Intels neuen Multi-Chip-Prozessoren der 8000-er-Reihe, bei welchen dank Multi-Chip-Design noch ein Vega-Chip „nebenan“ platziert wurde, welcher über eine schnellere HBM2-Speicheranbindung verfügt, ist AMDs Raven-Ridge so konstruiert, dass die Vega-GPU im gleichen Chip untergebracht ist und somit kein Platz für HBM2-Speicher zur Verfügung steht. Auch wenn AMDs Lösung Raven Ridge somit auch Nachteile mit sich bringt, liegen die Vorteile klar auf der Hand. AMD kann bei Raven Ridge nicht nur eine breite Verfügbarkeit garantieren, sondern zudem auch deutlich niedrigere Preise. Als Nachteil muss allerdings angegeben werden, dass speicherlastigen Operationen ausschließlich der vergleichsweise langsame DDR4-Speicher zur Verfügung steht, welcher den sogenannten Flaschenhals darstellen wird. Je schneller allerdings dieser RAM taktet, desto besser wird sich dies auf die Performance des Gesamtsystems auswirken.

Quelle: amd.com via computerbase

Meinung des Autors

Seit etlichen Monaten befinden sich die Speicherpreise auf einen Höhenflug, so dass die Preisunterschiede zwischen den unterschiedlichen Taktraten kaum noch ins Gewicht fallen. Sollte sich also jemand für ein Raven-Ridge-Paket interessieren, ist es wichtig auf entsprechend schnellen Arbeitsspeicher zu achten, da sich dieser spürbar auf die Performance auswirken dürfte. Ich bin gespannt, wie gut Raven Ridge bei den Nutzern ankommen wird, da es sich hierbei in meinen Augen um die perfekte CPU für Office-, Multimedia- sowie auch HTPCs handeln dürfte, welche allesamt auf kleinsten Raum untergebracht werden könnten.

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