AMD-Prozessoren im Consumer-Bereich werden ab 2019 nach berühmten Malern wie Matisse, Vermeer, Picasso und Renoir benannt -UPDATE

09.03.2018 15:05 Uhr | maniacu22

Der Chiphersteller AMD hat über mehrere, offenbar für Handelspartner gedachte Präsentationsfolien, seine CPU-Pläne für die kommenden Jahre veröffentlicht, wobei in der dortigen enthaltenen Roadmap die bereits im Vorfeld vermuteten Namen der kommenden Generationen bestätigt worden sind. Letztere werden ab dem kommenden Jahr nach Künstlern benannt, genauer gesagt nach Malern wie Matisse, Vermeer, Picasso oder auch Renoir. Eine weitere Präsentationsfolie kann zudem die in den letzten Tagen aufgekommenen Gerüchte bekräftigen, dass der kommende Ryzen-Nachfolger der 2000er-Serie alias „Pinnacle Ridge“ vorerst nur aus vier, statt den bisherigen neun Modellen der ersten Summit Ridge Generation bestehen wird

UPDATE vom 09.03.2018 – 16:05 Uhr

In einer weiteren, von Informatico Cero gefundenen Präsentationsfolie ist noch eine zusätzliche CPU-Klasse namens „Dali“ aufgetaucht, bei welcher es sich um eine APU der Einstiegsklasse handeln wird, die im Jahr 2020 unterhalb der Renoir-CPU einzuordnen sein wird. Unter der Bezeichnung „Value Mobile APU“ kann man mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass es diese APU ausschließlich für den Notebook- und möglicherweise auch Tablet-Markt geben wird. Die Integration in einen NUC ist allerdings ebenfalls denkbar.

Original-Artikel vom 08.03.2018 – 17:06 Uhr

Nachdem der Chiphersteller AMD mit der Veröffentlichung seiner Ryzen-CPUs im vergangenen Jahr für viel positives Feedback einfahren konnte, möchte man natürlich auch wissen, wie es hinsichtlich der CPU-Pläne weiter gehen wird. Kurz vor dem Marktstart des Ryzen Refreshs alias Ryzen 2000 alias „Pinnacle Ridge“, welcher im April erwartet wird, kommt es zu einer regelrechten Flut an Informationen, von denen einige in die Gerüchteküche gehören, andere wiederum nicht.

Über die Webseite Informatica Cero sind jetzt Präsentationsfolien veröffentlicht worden, die angeblich von einer Veranstaltung AMDs gegenüber verschiedener Handelspartner abgehalten worden ist und nicht nur bisherige Informationen zur kommenden Pinnacle Ridge Generation bestätigt, die im April unter der Ryzen 2000er-Serie als Ryzen Refresh erwartet wird, sondern auch die Roadmap zu den künftigen CPU-Serien zeigt, die erst 2019 oder auch 2020 vorgestellt und auf den Markt gebracht werden sollen. Auf der ersten Folie (oben) lässt sich gut erkennen, dass neben den noch im April zu erwartenden Pinnacle Ridge CPUs und den bereits verfügbaren Raven Ridge-APUs (Ryzen 3 2200G und Ryzen 5 2400G) auch die HEDT-Plattform (High End Desktop) „Threadripper“ einen Refresh erhalten wird. Wie unschwer zu erkennen ist, werden alle in diesem Jahr neu vorgestellten und in den Handel gebrachten Prozessoren lediglich Optimierungen bezüglich der Herstellungsverfahren, der Ram-Kompatibilität oder auch ihrer Effizienz erhalten.

Wirklich interessant wird es dann erst ab dem kommenden Jahr 2019, wenn die AMD-Prozessoren auf den Zen2-Kern umgestellt werden. Ab diesem Zeitpunkt verabschiedet man sich bei AMD von den alten Artikel-Codenamen und wechselt zumindest bei den Consumer-CPUs für den Sockel AM4 zu berühmten Künstlern respektive Malern. So wird der Nachfolger von „Pinnacle Ridge“, der dann erstmals im 7 nm-Verfahren gefertigt wird, ab dem kommenden Jahr als „Matisse“ bezeichnet werden. Dessen Refresh, welcher im darauffolgenden Jahr 2020 erwartet werden kann, soll dann als „Vermeer“ in die Annalen der CPU-Geschichte eingehen. Bezüglich der APUs, also der Prozessoren mit integrierter Vega-Grafikeinheit, die aktuell als Raven Ridge in Form des Ryzen 3 2200G sowie Ryzen 5 2400G viele positive Kritiken erhalten, sollen im kommenden Jahr 2019 durch „Picasso“ abgelöst werden, dem sich dann 2020 der SPU-Refresh „Renoir“ anschließt. Für sämtliche CPUs und APUs auf der Roadmap soll der aktuelle Sockel AM4 erhalten bleiben, der durch neuere Chipsätze maximal weitere und neuere Funktionen erhält.

Für die HEDT-Plattform Threadripper für den Sockel TR4, soll im zweiten Halbjahr 2018 ebenfalls ein Refresh erscheinen, welcher seitens AMD als „Threadripper 2nd Gen“ bezeichnet wird. Dessen Nachfolger wird dann als „Castle Peak“ im Jahr 2019 erwartet, der wie „Matisse“ und „Picasso“ ebenfalls auf Zen 2 basieren wird. Im darauf folgenden Jahr 2020 wird dann schon dessen Nachfolger in optimierter Form erwartet, zu welchem aber aktuell noch kein passender Name gefunden scheint. Aus diesem Grund spricht die Roadmap noch von „NG HEDT“ (Next Generation High End Desktop). Auch hier ist geplant, mindestens bis 2020 den aktuell eingesetzten TR4-Sockel zu unterstützen.

In einer weitere Präsentationsfolie wird das im April zu erwartende Angebot der Ryzen 2000er Serie aufgeführt, wobei hier auffällt, dass dieses vorerst „nur“ aus vier Modellen besteht, die als Ryzen 5 2600, Ryzen 5 2600X, Ryzen 7 2700 und Ryzen 7 2700X erwartet werden. Ryzen 1, wenn man denn die erste Generation so bezeichnen möchte, konnte dagegen mit insgesamt neun Modellen aufwarten, was aber angesichts der teils marginalen Unterschiede kaum sinnvoll gewesen ist. Ersatz für die kleineren Ryzen 3-Modelle liefern die beiden neuen APUs auf Raven Ridge Basis, welche bereits als Ryzen 3 2200G sowie Ryzen 5 2400G im Handel erhältlich sind.

Interessant und zugleich verwirrend ist hier allerdings der Veröffentlichungszeitraum, der auf der Präsentationsfolie vom zweiten Halbjahr 2018 spricht, obwohl der Marktstart schon im April erfolgen soll. Obwohl man davon ausgehen kann, dass gleich zu Beginn alle vier Modelle verfügbar sein werden, kann es natürlich auch sein, dass sowohl der Ryzen 5 2600 als auch der Ryzen 5 2600X doch erst im zweiten Halbjahr den Handel erreichen. Schließlich hat es zur Markteinführung der Ryzen 1000er-Serie im vergangenen Jahr auch etwas länger gedauert, bis die kleineren Serien Ryzen 5 und Ryzen 3 im Handel aufgeschlagen sind.

Meinung des Autors

Prozessoren, die nach berühmten Künstlern benannt werden, hat es in dieser Form noch nicht gegeben. Vielleicht verbauen dann auch mehr OEM-Hersteller (unter anderem auch Apple), vermehrt AMDs neue CPU-Generationen, da dies zugleich einen guten Werbegag für heutige Künstler darstellt, die dann sagen können "Ich arbeite mit Picasso oder Renoir zusammen". Aber auch Windows-PCs wie die Surface-Geräte von Microsoft können damit natürlich kreativen Köpfen neue Möglichkeiten eröffnen. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass die Ryzen-CPUs verdammt gut sind, auch wenn in Spiele-Benchmarks immer leicht hinter ihren Intel-Pendants. Allerdings sind PCs ja nicht "nur" zum Spielen gedacht, meint ihr nicht auch?

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