• Antivirus-Software für Windows 10 im Test: Microsoft sehr gut und trotzdem nicht ganz vorne dabei - UPDATE

    30.01.2018, 16:22 Uhr:

    Beim Schutz vor Viren und Trojaner vertrauen viele Nutzer auf die Bordmittel von Windows 10. Das integrierte Virenschutz-Programm namens Defender konnte das ihn gesetzte Vertrauen bei der Schutzwirkung in diversen Tests bislang aber zumeist nicht bestätigen. Das hat sich jetzt geändert, wobei Microsoft eine Spitzenplatzierung nur wegen einer fragwürdigen Bewertung in einer anderen Kategorie verfehlt hat



    Kaum eine Diskussion wird unter PC-Nutzern so heftig geführt, wie die über Sinn und Unsinn einer Antiviren-Lösung. Die Gegner führen dabei zumeist an, dass Windows dafür ab Werk Schutzmaßnahmen bereitstellt. Die Befürworter kontern, dass diese Maßnahmen nicht mit der Sicherheit externer Programme mithalten können. Die regelmäßigen Untersuchungen von AV-Test haben das bestätigt, wie etwa Mitte 2016, und auch die Stiftung Warentest kam zu einem solchen Ergebnis. Zuletzt zeichnete sich beim Windows Defender aber ein Trend nach oben ab, denn bei der Schutzwirkung kletterte die Punktezahl stetig an.


    Und jetzt hat es der Windows Defender tatsächlich geschafft, im wichtigsten Prüfpunkt die vollen 6 von 6 möglichen Punkten einzufahren. Das ist ihm zum ersten Mal gelungen und darf bei Microsoft durchaus als großer Erfolg gewertet werden. Vor allem auch deshalb, weil der Fortschritt beim Schutz nicht mit Einbußen bei der Performance erkauft wurden. Mit 5,5 Punkten bei der Systembelastung hat man mit die Bestnote nur knapp verfehlt. Anders sieht es bei der Benutzbarkeit aus, denn dort liegt man mit 4,0 Punkten auf dem (geteilten) letzten Platz. Das ist insofern verwunderlich, weil der Defender normalerweise ganz ohne Zutun und Eingriff des Nutzers arbeitet und sich sogar seine Updates selber besorgt. Aber auch deshalb, weil der Defender bis zur Verbesserung beim Schutz bei AV-Test immer mit 5,5 bis 6 Punkten bei der Benutzbarkeit abgeschnitten hat. Man könnte fast von einer Verschwörung sprechen.

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    Am Ende haben den Test wieder einmal einige der üblichen Verdächtigen unter sich ausgemacht. Die optimalen 18 Punkte haben mit Kaspersky, McAfee und Vipre Security nur 3 der 20 Kandidaten erreicht. AhnLab, Avira, Bitdefender und Trend Micro landen mit 17,5 Punkten knapp dahinter, gefolgt von Avast und AVG mit jeweils 17 Punkten. Wegen der angesprochenen Abwertung landet der Windows Defender mit 15,5 Punkten nur auf dem geteilten vorletzten Platz, während Eset mit 15 Punkten das Schlusslicht bildet. Als Ausreißer bei der Schutzwirkung muss Microworld mit 4,5 Punkten angesehen werden, wobei G Data und K7 Computing mit jeweils 5,0 Punkten kaum besser abschneiden.


    Update, 05.01.2018, 17:04 Uhr: Seitens AV-Test wurde uns eine Stellungnahme zur schlechten Bewertung des Windows Defender bei der Benutzbarkeit übermittelt. Begründet wird diese mit einer hohen Zahl an Fehlalarmen, also dem fälschlichen Erkennungen von normaler Software als Malware während eines Systemscans. Während diese im Industriedurchschnitt bei 4 Falschmeldungen liegt (wobei es die Spitzenreiter auf 0 Falschmeldungen bringen), wurden bei Microsoft im November 11 und im Dezember sogar 16 Fehler gemeldet, die keine waren. Insofern scheint es aktuell so zu sein, dass Microsoft seine gesteigerte Schutzwirkung mit gewissen Nebenwirkungen erkauft - woran aktuell sicher gearbeitet wird, um auch dieses Problem in den Griff zu bekommen. Die einzelnen Bewertungen zur jeweiligen Sicherheitssoftware lassen sich hier nachlesen.

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    Antivirus-Software für Windows 10 im Test: Microsoft sehr gut und trotzdem nicht ganz vorne dabei - UPDATE

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    Meinung des Autors
    Bislang hatten sowohl Befürworter, als auch Gegner gute Argumente bei der Diskussion um den Virenschutz, was den Windows Defender für Windows 10 angeht. Doch einer Seite gehen diese jetzt langsam aus, wie ein aktueller Test zeigt. Dass Microsoft am Ende dabei nicht ganz vorne landet, bietet Raum für wilde Spekulationen.Jetzt kommentieren!
    « Mechdome will Android Apps in UWP Apps für alle Windows Plattformen konvertierenWindows 10 wird ab dem kommenden Redstone-Update neue Consumer-Varianten für OEM-Hersteller erhalten - so werden diese unterteilt »
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    1. Avatar von eskonaut
      eskonaut -
      Also das ist schon irgendwie sehr mysteriös.

      Gerade bei der Benutzbarkeit müsste der Defender sogar noch einen Extrapunkt erhalten. Es ist der einzige Virenscanner bei dem man wirklich gar nichts tun muß. Dafür einen Punktabzug ist schon kurios.

      Man kann wirklich den Eindruck bekommen das die Testergebnisse nicht unbedingt der Realität entsprechen sondern eher wirtschaftlichen Interessen. Ist wie bei der großen Computerzeitschrift in Deutschland, man muss halt auch ordentlich Werbeanzeigen schalten, dann wirds auch was mit dem Testsieg.
    1. Avatar von Alfiator
      Alfiator -
      Weil der Defender nicht ständig rummault habe dies und das gefunden gibts Punktabzug .Ohne Worte....
    1. Avatar von Nusshorn
      Nusshorn -
      Kaspersky bleibt die Nummer 1. Ich nutze aber Avira
    1. Avatar von Alfiator
      Alfiator -
      Wer allerdings ein leichter zu bedienendes Antivirus-Programm sucht, ist mit fast allen anderen Produkten besser beraten.
      Ich frage mich was da am Defender so kompliziert sein soll....
    1. Avatar von wingun
      wingun -
      Hatte seit Jahren GDATA Total Security installiert und war auch sehr zufrieden. Seit kurzem bin ich aber auf Windows Defender Security umgestiegen und kann keinen Unterschied bei der Bedienung,spreche hier nur vom Virenschutz, feststellen. Updates werden automatisch installiert, Schadsoftware wird ohne zutun gesperrt. Gilt für beide und wird so nehme ich mal an auch bei den anderen Anbietern nicht besser/schlechter sein.


      Bei der Firewall ist MS nicht ganz so komfortabel wie GDATA. Kommt aber auch nur bei sehr wenigen Nutzern zum tragen da die meisten mit den Voreinstellungen aller Securityprogramme ihr auskommen haben.
    1. Avatar von Bitte lesen
      Bitte lesen -
      Zitat von der Webseite https://www.av-test.org/de/testverfa...benutzbarkeit/

      "Einfluss auf die Benutzbarkeit"

      Neben den auf Bedrohungen fokussierten Tests der Schutzwirkung und Reparaturleistung wird auch die Usability (Benutzbarkeit) der Schutzprodukte untersucht. Da die Benutzbarkeit des Produktes an sich nur schwer objektiv zu quantifizieren ist, steht hier insbesondere der Einfluss auf die Benutzbarkeit des Systems im Vordergrund.

      Dieser wird mit 2 verschiedenen Faktoren gemessen:

      * Die Ablenkung des Nutzers durch Warnmeldungen bei unbekannten Programmen oder auf Grund von Fehlalarmen.
      * Die fälschliche Erkennung von gutartigen Programmen als schädliche Software.
    1. Avatar von Alfiator
      Alfiator -
      Okay,mit false positive hat der Defender so seine Probleme;das stimmt schon mal.....
    1. Avatar von maniacu22
      maniacu22 -
      aber sicherlich auch andere. Es ist ja nicht so, dass ich den Defender hier auf Biegen und Brechen verteidigen möchte, aber so manches Mal habe ich das Gefühl, dass die AV-Tests "getürkt" sind, da es sonst keinen Grund gäbe, kostenpflichtige AV-Lösungen von Drittanbietern zu nutzen. Wer weiß, worauf bei der Bewegung im Netz zu achten ist und was man dabei dann doch lieber lassen sollte, dürfte mit dem Defender bestens bedient sein. Ich persönlich habe solange ich den Defender nutze noch NIE eine Falschmeldung bei einem "gutartigen" Programm/Anwendung erhalten...das kam eher damals mit Avast vor. Aber jeder, wie er gerne möchte.
    1. Avatar von Alfiator
      Alfiator -
      Zitat Zitat von maniacu22 Beitrag anzeigen
      Ich persönlich habe solange ich den Defender nutze noch NIE eine Falschmeldung bei einem "gutartigen" Programm/Anwendung erhalten...
      Doch,eigentlich regelmäßig;ich nenne mal WSCC oder gerne auch die Nrsoft Utilities.Und ja,ich weiss das diese Tools Dinge tun die Malware auch gerne veranstalten....
    1. Avatar von wingun
      wingun -
      Zitat Zitat von Alfiator Beitrag anzeigen
      Doch,eigentlich regelmäßig;ich nenne mal WSCC oder gerne auch die Nrsoft Utilities.Und ja,ich weiss das diese Tools Dinge tun die Malware auch gerne veranstalten....
      GDATA hat bei Nrsoft Utilities bei mir auch immer angeschlagen. Denke das es bei gewissen Tools kein Virenscanner schafft fehlerfrei zu bleiben. Die Anzahl solcher Falschmeldungen ist sowieso vom Benutzer (welche Tools er benutzt bzw. auf welchen Seiten er sich bewegt) abhängig.