• Sky+ Pro Receiver mit Ultra HD im Test und Vergleich mit dem Vorgänger

    Seit einiger Zeit bietet Sky seinen Kunden einen neuen Festplattenreceiver an, der auch Ultra HD unterstützt. Wir haben das Empfangsgerät jetzt einem Test unterzogen und im wahrsten Sinne des Wortes viel Licht entdeckt. Und natürlich auch einige Schattenseiten



    Der neue Receiver hat gegenüber den bisherigen Modellen in vielen Punkten (deutliche) Fortschritte gemacht. Leider ist die Umsetzung nicht in allen Punkten geglückt, denn es gibt auch einige störende Punkte. Hier unsere ersten Erfahrungen mit dem Gerät.


    Design und Fernbedienung:


    Die bisherigen Sky+ Receiver waren schon bei ihrer Einführung kein Augenfutter, sondern wirkten eher plump. Beim neuen Sky+ Pro sieht das ganz anders aus. Das Gehäuse ist trotz eingebauter Festplatte deutlich flacher als bisher. Es ist allerdings auch deutlich schmaler, weswegen es nicht zu den üblichen Abmessungen von externen Geräten wie Blu Ray Player oder AV-Receiver passt. Bei der Gestaltung fallen zwei Dinge direkt auf. Zum einen die geschlossene Oberseite, die mit einem eingeprägten Sky-Schriftzug versehen ist. Zum anderen die umlaufende Frontblende, die ohne Bedienelemente und auf den ersten Blick auch ohne optische Informationen auskommen muss.


    Letzteres trügt allerdings, denn nach dem Einschalten zeigt sich ein dezenter blauer Ring in der Gerätemitte. Dieser ist beispielsweise dann aktiv, wenn die verzögerte Wiedergabe Time Shift genutzt wird, oder wenn aufgezeichnete Sendungen abgespielt werden. Innerhalb des Rings zeigt eine rote LED laufende Aufnahmen an. Das ist elegant gelöst und hat Sky auch den begehrten Red Dot Design-Award eingebracht. Auffällig ist zudem das rechts platzierte Sky-Logo. Dieses ist beleuchtet, strahlt allerdings so viel Licht aus, dass es in einem (leicht) abgedunkelten Raum schnell nervig werden kann. Leider findet sich in den Einstellungen keine Möglichkeit, diese Licht zu dimmen oder gar ganz abzuschalten. In der Folge wurde das ganz unelegant Logo mit schwarzem Klebeband abgeklebt, was laut diversen Foreneinträgen auch etliche andere Nutzer gemacht haben.


    https://www.winboard.org/artikel-attachments/91547-sky-fernbedienungen.jpg
    (Fernbedienungen: oben altes Modell, unten neues Modell)

    Überarbeitet wurde auch die Fernbedienung. Dank glänzender und matter Bereiche wirkt diese etwas edler als das bisherige Steuerung. Doch auch hier gibt es einige Kritikpunkte. Allen voran die Ergonomie, denn sowohl das Steuerkreuz, als auch die Tasten für die Wiedergabe-Steuerung sind ziemlich weit oben angeordnet, was nicht bei jeder Handhaltung ideal ist. Das Steuerkreuz mit der OK-Taste ist zudem leicht versenkt, was das ertasten erschwert. Darüber hinaus wurden einige Tasten eingespart, nämlich "Archiv" zum schnellen Aufruf der Aufnahme-Liste (geht jetzt über den Umweg zwei mal gelb drücken), sowie die Direktwahl des klassischen Videotext (nur noch umständlich über das Menü möglich). Auf den ersten Blick entfallen ist auch die Stopp-Taste, um zum Live-Bild zurückzukehren oder eine Wiedergabe zu beenden. Diese Funktion ist jetzt in der großen Sky-Taste versteckt, die gleichzeitig der Notausgang ist und aus allen Untermenüs direkt zum Fernsehbild führt. Hätte man sicher besser lösen können.


    Bedienung:


    Wer bereits Sky-Kunde ist und vom älteren auf den neuen Receiver umsteigt, wird sich direkt heimisch fühlen. Und auch Neueinsteiger dürften nach einer kurzen Eingewöhnungszeit ohne Probleme zurechtkommen. An den bisherigen Menüs wurde nämlich so gut wie nichts geändert. Neu sind im Prinzip nur einige Punkte im Bereich Bildschirm, denn dort kann je nach angeschlossenem Fernseher die HDMI-Auflösung 2160p voreingestellt werden. Geändert werden kann auch die Farbtiefe, wobei neben 8 bit für ältere Fernseher auch diverse 10 bit Möglichkeiten inklusive dem recht neuen Hybrid Log Gamma (HLG) für erweiterten Kontrastumfang ausgewählt werden können.


    Trotzdem gibt es bei der Bedienung gewaltige Fortschritte, nämlich bei der Geschwindigkeit. Der Sky+ Pro Receiver ist wesentlich schneller als die bisherigen Full-HD-Receiver, was man allen Ecken und Enden merkt. Der Kanalwechsel benötigt zwar immer noch rund 3 Sekunden, doch jetzt spielt es keine Rolle mehr, ob man von 1080i zu 720p oder gar zu SD-Auflösung wechselt - es dauert immer gleich lang, was vorher nicht der Fall gewesen ist. Auch der Aufruf von Diensten wie Sky On Demand geht jetzt fast ohne Verzögerung. Dieser Geschwindigkeitszuwachs ist im Alltagsbetrieb sicher der größte Vorteil des neuen Receivers. Zudem kann dieser Dienst, sowie das Streaming über den Sky Store, jetzt mit dem eingebauten WLAN-Modul genutzt werden. Eine LAN-Verbindung oder alternativ ein WLAN-Zusatzgerät sind nicht mehr erforderlich.


    Auch an anderer Stelle ist ein Fortschritt zu verzeichnen. Zumindest in unserem Fall, denn der bisherige Receiver ließ sich nicht dazu überreden, auf die Signale der vorhandenen lernfähigen Universal-Fernbedienung zu reagieren. Beim neuen Modell ist das endlich anders, auch wenn jede einzelne Funktion erst angelernt werden musste. In diesem Punkt muss sich Sky aber dennoch Kritik gefallen lassen, denn eine Steuerung per Smartphone oder Tablet - wie sie auf anderen Geräten bereits seit Jahren Standard ist - wird nicht angeboten. Wie uns die Technik-Abteilung von Sky auf Anfrage verraten hat, ist eine solche App aber in Arbeit und soll "in Kürze" veröffentlicht werden. Wer allerdings bereits Erfahrungen damit gesammelt hat, was der Pay-TV-Sender unter "in Kürze" versteht, befürchtet eine gefühlte Ewigkeit bis zur Freigabe.


    Sonstiges:


    Der bisherige Receiver hat sich den Ruf des Stromfressers erarbeitet. Und zwar unabhängig davon, ob er gerade genutzt wurde oder sich im Stand-by-Modus befindet. Beim Nachfolger scheint das deutlich anders zu sein. Bereits im Betrieb fällt eine deutlich niedrigere Temperatur auf der Gehäuseoberseite auf. Und sobald man den Empfänger "schlafen" schickt, kühlt die Oberfläche auf Raumtemperatur ab, was bisher nicht der Fall gewesen ist. Vor allem im Stand-by scheint also deutlich weniger Energie benötigt zu werden. Dennoch ist es sinnvoll, sich unsere Stromspartipps für Sky Receiver einmal näher anzusehen - sie können auch beim neuen Modell über das Jahr gesehen einige Euro weniger Stromkosten bringen.


    Fazit:


    Im Vergleich zum bisherigen Modell hat der neue Sky+ Pro Festplattenreceiver deutlich zugelegt. Und zwar einerseits optisch, wobei das grell leuchtende Logo leider sehr störend auffällt. Andererseits, und das ist der größte Fortschritt, ist die Geschwindigkeit deutlich verbessert worden. Dass das Ganze offenbar mit einem niedrigeren Energieverbrauch einhergeht, rundet das größtenteils positive Ergebnis ab. Und wer viel aufnimmt, der wird sich auch noch über die größere Festplatte freuen, die 1 TB Fassungsvermögen hat, die jeweils zur Hälfte für eigene Aufnahmen sowie für aufgespielte Inhalte von Sky On Demand genutzt werden.

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    Meinung des Autors
    Bisher war der Sky+ Festplattenreceiver eher Mittel zum Zweck, da er weder bei der Technik, noch beim Design auf der Höhe der Zeit gewesen ist. Der neue Sky+ Pro hat demgegenüber deutlich zugelegt, was die Nutzung wesentlich angenehmer macht. Am Ende gibt es eigentlich nur einen Störfaktor, doch der hat es in sich. Die fällige Gegenmaßnahme ist ein Schlag ins Gesicht der Designer.Jetzt kommentieren!
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