• Mass Effect Andromeda: erste Eindrücke der 10-stündigen Trial-Version - UPDATE

    Nach einem Test der 10-Stündigen Trial-Version von Mass Effekt Andromeda möchte ich euch an meinen ersten Eindrücken teilhaben lassen, ohne allzu viel über die Story zu spoilern. Nach der wahrlich grandiosen Mass Effect Trilogie rund um Commander Shepard steht Mass Effect natürlich unter einem relativ großen Druck, gegen eine der wohl besten Spiel-Trilogien bestehen zu können, was Grafik, Gameplay und Storytelling anbelangt. Wie mir die ersten 10 Stunden der Trial-Version gefallen haben, was gut umgesetzt ist und was weniger gut gelungen ist, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen





    UPDATEE vom 20.03.2017 - 10:42 Uhr


    Da meine Kritiken zu den Gesichtsanimationen sowie dem Charakter-Editor wohl auch anderweitig so gesehen werden, hat sich der Produzent von Mass Effect Andromeda - Michael Gamble via Twitter zu Wort gemeldet und schreibt, dass man sich beider Kritiken sehr wohl annimmt und diese im gesamten Team genauer untersuchen werde. Spieler sollten allerdings nicht davon ausgehen, dass bis zum offiziellen Release des Spiels in drei Tagen ein entsprechender Patch bereitstehen wird. Laut Twitter-Aussage des Lead-Designers Ian Frazier hätte selbst die Test-Version den Day One-Patch schon inkludiert gehabt, weshalb man zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht sagen kann, wann und ob überhaupt eine Änderung bezüglich der Gesichtsanimationen und dem Charakter-Editor möglich sein wird.


    Ich persönlich gehe nicht davon aus, dass die Gesichtsanimationen noch groß abänderbar sind, da dazu mit hoher Wahrscheinlichkeit etliche Umschreibungen im Code nötig wären, die in dieser Form zu umfangreich ausfallen dürften. Das Anpassen des Charaktereditors, womit dann Augenform und anderweitige Änderungsmöglichkeiten wieder so implementiert werden, wie wir sie aus der Trilogie kennen, halte ich dagegen für sehr bald möglich, wenn Bioware das denn auch möchte.



    Original-Artikel vom 17.03.2017 - 15:23 Uhr


    Wie vielleicht einige der Leser mitbekommen haben, habe ich mich gestern schon gegen 16:30 Uhr in den Feierabend geschlichen, um die auf 10 Stunden begrenzte Trial-Version von Mass Effect Anfromeda ausgiebig anzutesten, und wirklich die ganzen 10 Stunden auskosten zu können.



    Vorbereitungen


    Die Installation der für die Trial-Version angesetzten 45 Gigabyte hat mit meiner 32k-Leitung gute 3 Stunden gedauert, was für diese Größe als vollkommen okay angesehen werden kann. Nach dem Start des Spiels habe ich zuerst die Einstellungen entsprechend angepasst, wozu nicht nur die Grafik, sondern auch die Tastenbelegung sowie das allgemein bei Mass Effect bekannte Gameplay gehört. Bezüglich der Grafik habe ich alles auf den vorgeschlagenen Einstellungen gelassen, welche für meine 2.560 x 1.440 große WQHD-Auflösung alle Einstellungen auf Ultra gesetzt hat. Hinsichtlich des Gameplays habe ich den Schwierigkeitsgrad "Standard" gelassen, da ich zwar ein Erfahrener Mass Effect Player bin, aber durch das "Ungewisse" dann lieber doch auf Nummer Sicher gehe, was sich später auch als gute Entscheidung herausgestellt hat.


    Dazu habe ich meinen Charakter individuell angepasst, wobei ich wusste, dass man dann von den Team-Mitgliedern und anderen NPCs nicht mehr mit dem Namen Sarah oder Scott angesprochen wird, sondern nur noch mit dem Nachnamen "Ryder". Warum man eine Sprachausgabe eines frei gewählten Vornamens im Jahr 2017 zumindest nicht optional implementieren konnte, ist mir ein Rätsel. Selbst bei Teamspeak ist es möglich und sehr gut umgesetzt, dass ein Computer den Nick-Namen weitestgehend korrekt ausspricht, aber gut. Ich wusste es und werde damit leben können. Bei der Anpassung ist mir aufgefallen, dass Augenform, Mundform etc. nicht mehr wie in den Vorgängern angepasst werden können und man somit nur einen von 7 vorgefertigten Charakteren nehmen, und diesen entsprechend der Kopfform, Frisur, Narbengewebe, Bartwuchs oder Makeup individuell gestalten kann. Da man als einer der Ryder-Zwillinge spielt (männlich oder weiblich), kann man bei Bedarf auch noch das Aussehen des Zwilling ändern. Hier ist mir ein nettes Gimmik aufgefallen. Da ich einen weiblichen Charakter spielen werde (Shepard war bei mir auch weiblich), hätte ich bei "meinem" Bruder Scott in der individuellen Anpassung neben der Bartform auch Makeup wie Lidschatten, Rouge, Lippenstift etc. verpassen können, was ich natürlich nicht habe.



    Spielbeginn


    Das Spiel beginnt mit einem Intro, welches die Andromeda Initiative etwas näher beschreibt, bis man schließlich aus einem über 600 Jahre langen Kälteschlaf erwacht. Im Vergleich zu den Vorgängern von Mass Effekt fällt auf, dass die Umgebung dank der Frostbite 3 Engine so viel realer aussieht, was einen großen Pluspunkt gegeben hätte, wenn die Gesichtsanimation von meinem weiblichen Hauptcharakter nicht so "steif" gewesen wäre. Es gibt viele Kritiken zu den Gesichtsanimationen bei der Mass Effekt Trilogie, aber im direkten Vergleich wirken die Gesichter, und damit meine die von allen mir bisher begegnenden Personen, sehr leblos und in Gesprächen immer nur starr nach vorn blickend. Bevor ihr jetzt aber weiter lesen möchtet, keine Angst - das ist der größte Kritikpunkt, welchen ich bei Mass Effekt Andromeda zu verteilen habe.


    Selbst als ich später die quirlige Asari Peebee kennenlernen durfte, war das geskriptete Gesicht vielleicht noch ganz niedlich und lebensecht, aber sobald man sich später "normal" mit ihr unterhält, wird man auch von ihr "enttäuscht". Diesen Fehler finde ich gerade in Mass Effect fatal, da auch schon die vorherige Trilogie von den vermittelten Emotionen gelebt hat, welche durch die Story und in erster Linie durch Charaktere wie Liara T´Soni, Jack oder Shepard selbst geprägt worden ist.



    Coole Sprüche


    Viele die von Mass Effect 3 den Citadel-DLC gespielt haben, werden mir bestimmt zustimmen können, dass dieser wohl einer der erfolgreichsten und phantastischsten DLCs der Spielgeschichte ist. Speziell auf der Party in Andersons Appartment gab es witzige und zugleich emotionale Situationen en masse, die ihresgleichen suchen.


    Diesbezüglich hat Bioware auch bei Mass Effect Andromeda nichts verlernt. Trotz neuer Charaktere und komplett anderer Story wurden hier Sprüche eingefügt, die mich schon zum Schmunzeln und manchmal auch lauten Lachen verleitet haben. Hier muss definititv ein Pluspunkt vergeben werden, der den Kauf des Spiels trotz seiner Fehler wieder rechtfertigt.



    Ausbildung und Kampfsystem:


    Was wäre ein Mass Effect Teil ohne biotische, technische oder anderweitige Ausrichtung des Charakters, welche mit steigender Erfahrung immer effektiver wird? Auch in Mass Effect Andromeda wird der Fokus ganz stark auf spezielle Kampfstile gelegt. Allerdings finde ich persönlich das, ich nenne es mal "Charaktermenü" etwas stark überladen und daher unübersichtlich. Bioware wollte dem Spieler hier sichtlich umfangreichere Auswahlmöglichkeiten zur Seite stellen, welche aber so unübersichtlich gestaltet ist, dass selbst ein "Mass Effect-Veteran" wie ich seine Probleme hat, hier die richtigen Einstellungen oder auch Ausbildungswege zu finden. Ähnlich verhält es sich mit dem Forschungsbaum für neue Ausrüstungen, der für meinen Geschmack etwas zu ausführlich geraten ist. Man möchte schließlich ein Rollenspiel spielen und kein Strategiespiel ala Hearts of Iron.


    Ohne zu viel zu spoilern, möchte ich noch etwas zum Kampfsystem loswerden, bei welchem ich Vor- aber auch Nachteile im Vergleich zu den Vorgängern festgestellt habe. Das System der Deckungssuche läuft jetzt automatisch ab und man benötigt keinen zusätzlichen Befehl mehr dafür. Das bringt den Nachteil mit sich, dass man nicht mehr wie bisher in Deckung sprinten kann, sondern erst an eine Deckung heranlaufen (oder rennen) muss und sich der Charakter erst in Deckung begibt, wenn er nah genug an dieser steht. Somit fällt auch das Rollen von Deckung zu Deckung weg, was mir selbst in der Schwierigkeitsstufe Standard schon mehr als einmal den Kopf gekostet hat. Zudem ist über das Zirkumflex-Zeichen "^" wie in so einigen Ego-Shootern eine Konsole aufrufbar, die sich in der Tastaturbelegung nirgends finden und deaktivieren lässt. Somit ist es mir nicht nur einmal zum Verhängnis geworden, dass ich im Eifer des Gefechts anstelle der 1 mit der Zirkumflex-Taste die Konsole aufgerufen habe und ich aufgrund mangelnder (keiner) Bewegung, Kräfte oder anderweitiger Aktionen sehr rasch das Zeitliche gesegnet habe. Sowas finde ich ärgerlich, da gerade bei Mass Effect die Tasten 1,2 und 3 die Bindings für die Kraftauswahl darstellen.



    Verhalten der Gegner:


    Wenn es denn mal zum Kampf kommt, was in den 10 Stunden der Testphsae sehr häufig der Fall gewesen ist, dann muss man schon sagen, dass sich die Gegner sehr clever bewegen, um nicht schon zu sagen unfair. Hier werden Side-Strafes eingesetzt, die es schon im Schwierigkeitsgrad "Standard" sehr schwierig machen, die Gegner zügig zu "entfernen". Da ich Mass Effect 3 schon mehrmals im Schwierigkeitsgrad "Wahnsinn" abgeschlossen habe, sehe ich hier eine definitive Steigerung des Schwierigkeitsgrades. Auch das Locken der Gegner in einen Hinterhalt erweist sich in Andromeda eher als schwierig. Während es in den Vorgänger-Teilen immer noch möglich gewesen ist, den Gegner bei eigener eindeutiger Unterzahl in einen "Trichter" zu locken, scheinen die "neuen" Gegner diese Vorgehensweise zu kennen und gar nicht erst darauf eingehen zu wollen. Das bedeutet, dass man die eigene Deckung verlassen muss, um den Gegner zu jagen, was wiederum im worst Case mit dem eigenen Spielertod bestraft wird.



    Hinweis: Ich habe hier bewusst auf Screenshots verzichtet, da diese einerseits zu viel über die Story spoilern würden, andererseits diese mittlerweile zu Hauf im Netz zu finden sind. Dieser Beitrag spiegelt auch nur meine eigene Erfahrung der Trial-Version wieder, welche gerade mal 10 Stunden aktiv gewesen ist.

    Fazit: Die 10 stündige der Trial-Version verging doch trotz der offensichtlichen mangelnden Gesichtsanimationen wie im Flug. Ein gutes Spiel sollte in der Lage sein, den Spieler zu fesseln und nicht zu langweilen. Bioware hat es mit Mass Effect Andromeda durchaus verstanden, ein sehr gutes, wenn auch nicht fehlerfreies Spiel abzuliefern, welches noch Potential nach oben hat. Dieses Potential kann vielleicht noch durch nachträgliche Patches deutlich gesteigert werden, auch wenn die unzureichenden Gesichtsanimationen vorerst nicht beseitigt werden, auch nicht durch einen Day-One-Patch, welcher laut Twitter-Mitteilung von Ian Soon Frazier in der Trial-Version schon inkludiert gewesen ist.


    Ich persönlich kann nicht sagen, dass ich den Kauf von Mass Effect Andromeda bereue, da ich damit ein Spiel erhalten habe, welches mich viele viele Wochenenden zu beschäftigen weiß. Vielen Mass Effect Fans wird dies sicherlich ähnlich gehen. Wer allerdings Mass Effect noch gar nicht kennt, dem empfehle ich, sich im Vorfeld die "alte" Trilogie zu kaufen, da man damit für das Geld eine umfangreichere Story geboten bekommt.

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    Meinung des Autors
    Mass Effect Andromeda hat sicherlich seine Fehler, was es aber unterm Strich noch lange nicht zu einem schlechten Spiel macht. Das Spiel bietet eine komplett neue Galaxie, eine neue Story, neue Begleiter, neue Beziehungen und eine deutlich längere Spielzeit als jeder einzelne der vorherigen Trilogie-Titel. Mass Effect Fans werden das Spiel sicherlich in ihr Herz schließen können.Jetzt kommentieren!
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