• Aldi life eBooks: Medion E-Tab vs. 'echter' eBook-Reader - Kurztest und Vergleich - UPDATE

    10.10.2016, 16:43 Uh:

    Ab dem 20. Oktober wird der Discounter Aldi in das Geschäft mit elektronischen Büchern einsteigen. Passend dazu wird auch ein Lesegerät des Hauslieferanten Medion angeboten, das für 129 Euro angeboten wird. Dabei handelt es sich jedoch um keinen klassischen E-Book-Reader, was natürlich die Frage aufwirft, wie geeignet das Gerät zum längeren Lesen ist



    Aldi ist inzwischen mehr als nur ein Einzelhändler. Das aus Mülheim/Ruhr stammende Unternehmen tritt nämlich schon länger als Mobilfunkprovider (Aldi Talk) auf, und seit rund einem Jahr gibt es dem Streaming-Dienst Aldi Life Musik in Kooperation mit Napster, der im Test durchaus gut abgeschnitten hat. Neuestes Betätigungsfeld ist ein elektronischer Buchmarkt, wo unter dem Namen Aldi life eBooks "über 1 Mio. eBooks" heruntergeladen werden können. Dabei gibt es allerdings keine Flatrate, sondern es werden nur Einzeltitel zum Kauf angeboten. Wer dabei der Vertriebspartner ist, bleibt bislang im Dunkeln.


    Parallel zum Marktstart wird auch das Medion E6912 E-Tab zum Preis von 129 Euro angeboten. Dieses ist allerdings "nur" ein Tablet, das über ein 6,95 Zoll großes Display mit 1.280 x 720 Pixel verfügt. Angetrieben wird es von einem namenlosen Quad-Core-Prozessor mit 1,3 GHz Taktfrequenz, dem bescheidene 1 GB RAM sowie ebenso bescheidene 8 GB freier Speicher zur Seite stehen. Mit an Bord ist ein Mobilfunkmodem, das jedoch nur den langsameren Standard 3G unterstützt, nicht jedoch den schnellen Datenfunk LTE. Für das auch sonst nicht gerade berauschende Gerät werden 129 Euro verlangt.


    Dabei macht die verwendete Technik klar, dass das Gerät nur bedingt zum Lesen von eBooks geeignet ist. Das hängt hauptsächlich mit dem Display zusammen, das nach IPS-Technologie arbeitet. Die verbauten LED sondern dabei relativ viel Licht nach außen ab, was die Produktion des Hormons Seratonin begünstigt. Dadurch können Schlafstörungen verursacht werden, wenn das Gerät beispielsweise länger vor dem Einschlafen genutzt wird. Doch auch das eigentliche Lesen ist nicht optimal, denn aufgrund der Hintergrundbeleuchtung, der Bildrate und der Auflösung ist es auf Dauer relativ anstrengend. Ein weiterer Negativpunkt ist der hohe Stromverbrauch des Bildschirms, der ein häufiges Nachladen erforderlich macht.


    Wesentlich besser geeignet sind spezielle eBook Reader, etwa Amazon Kindle oder die Tolino-Geräte des deutschen Buchhandels (hier der Vergleich der aktuellen Geräte mit Beleuchtung). Diese verfügen über sogenannte e-Ink-Displays, die mit elektronischer Tinte arbeiten. Die Darstellung erfolgt flimmerfrei, zudem wird weit weniger Licht emittiert. Ein weiterer Vorteil ist der Stromverbrauch, denn die echten Lesegeräte benötigen nur dann Energie, wenn eine Seite umgeblättert wird und/oder die interne Beleuchtung genutzt wird. Aus diesem Grund halten die Akkus des eBook-Reader in der Regel mehrere Wochen ohne Nachladen durch, was sie beispielsweise auf langen Reisen zu den praktischeren Begleitern macht. Und es gibt noch einen weiteren Vorteil, der keinesfalls unterschätzt werden sollte: die reinen eBook-Reader wiegen deutlich unter 200 g, während das Medion E-Tab mit seinen 275 g auf Dauer ziemlich schwer in der Hand liegen wird.


    Empfehlung: Wer das Medion E-Tab tatsächlich als reines Lesegerät nutzen will, sollte sich dies sehr gründlich überlegen. Und dann eigentlich Abstand vom Kauf nehmen und stattdessen auf einen reinen eBook-Reader setzen. Dabei muss allerdings auf diverse Zusatzfunktionen des Aldi-Gerätes verzichtet werden, zu denen hauptsächlich Surfen im Internet mit halbwegs ansprechender Grafik, sowie die Möglichkeit von Schnappschüssen mit der 2-Megapixel-Kamera zählen. Dabei kann man sogar Geld sparen, denn beleuchtete Reader gibt es teilweise für weniger Geld als das Tablet vom Discounter.


    Update, 19.10.2016, 10:21 Uhr: Kurz vor dem Marktstart von Aldi Life eBooks weisen wir noch auf einmal auf unsere Kaufberatung zum Medion E-Tab hin. Das Tablet wird übrigens gleichermaßen bei Aldi Nord und Aldi Süd verkauft werden. Eine Online-Bestellung, etwa über die Homepage von Medion, ist bislang nicht möglich.

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    Meinung des Autors
    Elektronische Bücher werden immer beliebter. Jetzt will Aldi ein Stück vom Kuchen abhaben, und bietet neben einem eigenen Shop auch ein Lesegerät an. Doch das Medion E-Tab unterscheidet sich in wichtigen Punkten von einem echten eBook-Reader, weswegen man gut über die Nutzung nachdenken sollte. Unser Vergleich liefert Details.Jetzt kommentieren!
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