• Amazon Fire TV Stick: neue Firmware Fire OS 5 im Test

    Amazon hat es endlich geschafft, seinen Streaming-Boxen Fire TV der 1. Generation sowie dem Fire TV Stick ohne Sprachfernbedienung das Update auf Fire OS 5 auf Basis von Android 5 Lollipop zu spendieren. Nachfolgend erklären wir, welche Vor- und Nachteile die neue Software auf dem kleineren der beiden Geräte hat



    Die neue Firmware ist bereits seit der Veröffentlichung des Fire TV mit Ultra HD im Herbst vergangenen Jahres verfügbar, doch erst jetzt können auch die Nutzer der in der Einleitung erwähnten Geräte darauf zugreifen. Auf einem Fire TV Stick haben wir uns angesehen, wie die Installation funktioniert, was sich ändert, und welche positiven und auch negativen Auswirkungen das Update hat.


    Installation:


    Diese ist schnell erledigt. Im Prinzip wird die Software automatisch installiert, dies kann aber durch eine manuelle Suche nach dem Update beschleunigt werden. Sofern letzterer Weg gewählt wird, sind rund 10 bis 15 Minuten einzuplanen, bis die Installation inklusive benötigtem Neustart durchgeführt ist. Erfreulich: alle vorher gemachten Einstellungen sowie die Logins bei diversen Apps bleiben vollständig erhalten, eine erneute Einrichtung ist nicht notwendig.


    Bedienung:


    An der Nutzung hat sich im Prinzip nichts geändert, nach wie vor gibt es die bekannte Aufteilung. Auf der linken Seite gibt es eine Liste verschiedener Rubriken wie "Suche", "Startseite" und ähnliches, während die rechte Seite grafische Informationen zu den jeweiligen Kategorien liefert. Neu ist aber die Rubrik "Meine Videos" in der jetzt die persönliche "Watchlist" sowie die Vorschläge von Amazon zusammen gefasst sind. Dies steigert die Übersichtlichkeit, wobei es aber wünschenswert wäre, wenn die "Watchlist" an erster Stelle dieses Menüs zu finden wäre. Dabei zeigt sich direkt ein erster Nachteil, denn nach wie vor muss man mit den Vorgaben von Amazon legen, denn eine Sortierung der Haupt- und Unterkategorien nach eigenen Wünschen ist weiterhin nicht möglich. Hier könnte Amazon den Nutzern durchaus mehr Freiheiten einräumen, damit diese ihre persönlichen Vorlieben besser berücksichtigen können.


    Nach der Installation fällt auf, dass sich das Update nachhaltig auf die Geschwindigkeit auswirkt. Sämtliche Bedienbefehle über die Fernbedienung werden deutlich schneller umgesetzt, insgesamt ist die Steuerung viel flüssiger geworden. Wesentlich erstaunlicher ist aber, dass sich diese Fortschritt auch bei den einzelnen Apps auswirkt, die jetzt allesamt deutlich schneller öffnen. Das lässt sich beispielsweise bei Netflix erkennen, denn diese App benötigt nun keine gefühlte Ewigkeit mehr, bis sie genutzt werden kann. Positiv ist auch, dass jetzt auch Zusatzgeräte mit Bluetooth unterstützt werden. So ist es jetzt möglich, die neueste Fernbedienung oder spezielle Game Controller mit dem Fire TV und dem Fire TV Stick zu koppeln. Dadurch erhöht sich die Anzahl nutzbarer Hardware eklatant.


    Bildqualität:


    Hier hat sich nichts geändert. Das ist erst einmal eine gute Nachricht, denn vereinzelt haben Nutzer darüber geklagt, dass sie nach dem Update Probleme mit der Bildstabilität haben. Bei unserem Testgerät ist eher das Gegenteil der Fall, denn auch hier wirkt sich sich höhere Geschwindigkeit positiv aus, da die HD-Qualität schneller erreicht ist und auch eine zuverlässigere Wiedergabe ermöglicht wird. Dennoch sind die genannten Probleme mancher Anwender nachvollziehbar, doch dazu später mehr. Erst einmal muss auf die negativen Punkte eingegangen werden, und dazu zählt ganz eindeutig, dass es Amazon immer noch nicht geschafft hat, die Wiedergabe von Filmen mit 24 Hz in den Bildeinstellungen einzubauen. Nach wie vor werden nur 50 und 60 Hz unterstützt, was bei manchen Spielfilmen ein leichtes Bildruckeln (besonders bei langsamen Kameraschwenks) zur Folge hat. Verschärft wird die Situation noch dadurch, dass die automatische Wahl der Bildfrequenz weiterhin nicht einwandfrei funktioniert. Diese richtet sich auch nach dem Update danach, was der angeschlossene Fernseher unterstützt und nicht danach, wie das aktuell betrachtete Bildmaterial vorliegt. Hier sollte endlich gehandelt werden, denn so wird das Sehvergnügen oftmals unnötig getrübt.


    Verbindung mit WLAN:


    Ein ganz gewaltiges Problem der aktuellen Firmware-Version 5.0.5 (537174420) scheint die Verbindung zum WLAN zu sein. Unser Testgerät steht im selben Raum wie der Router und ist nur wenige Meter von diesem entfernt. Nach dem Update ist die Verbindungsqualität von "sehr gut" beziehungsweise "ausgezeichnet" auf "gut" gesunken. Das lässt sich an weiteren Routern im gleichen Haus nachvollziehen, die allesamt mit niedrigerer Qualität angezeigt werden. Zudem werden am PC/Laptop mehr verfügbare Netzwerke erkannt als am Fire TV Stick, was vorher nicht der Fall gewesen ist. Diese gesunkene WLAN-Qualität könnte eine Erklärung für die oben beschriebenen Wiedergabeprobleme sein. Hier muss Amazon ebenfalls dringend nachbessern, was nach eigenen Angaben aber wohl auch bald geschehen soll.


    Fazit:


    Das Update auf Fire OS 5 ist vom Ansatz her überaus positiv. Die etwas veränderte Sortierung des Menüs und vor allem die deutlich gesteigerte Geschwindigkeit bei der Bedienung verbessern die Nutzung durchaus. Ärgerlich ist allerdings, dass Amazon in einigen Punkten seine Hausaufgaben nicht gemacht hat. Filmfreunde vermissen da vor allem an die Unterstützung von 24 Bildern pro Sekunde und einen echten Automatikmodus, was bei der ersten Präsentation des Betriebssystems eigentlich in Aussicht gestellt wurde, jedoch leider immer noch nicht umgesetzt wurde. Noch ärgerlicher sind aber die Verbindungsprobleme im WLAN-Netz, denn diese können für etliche Nutzer deutliche Auswirkungen haben. Die überaus positiven Aspekte des Updates werden durch solche "Kleinigkeiten" nachhaltig getrübt, hier sollte dringend und vor allem zeitnah gehandelt werden.

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    Meinung des Autors
    Lange hat es gedauert, doch endlich können auch Nutzer von Fire TV 1 und Fire TV Stick das neue Betriebssystem Fire OS 5 nutzen. Dieses kann vor allem dadurch überzeugen, dass es die Hardware nachhaltig beschleunigt. Doch leider hat Amazon ein paar vorhandene Nachteile der alten Software übernommen und auch noch neue Probleme hinzugefügt. Es gibt noch reichlich Luft nach oben!Jetzt kommentieren!
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