• VoIP bei der Telekom: Vorteile und Nachteile im Vergleich - UPDATE

    20.01.2015, 17:21 Uhr:

    Die Deutsche Telekom stellt nach und nach das gesamte Telefonnetz auf IP-basierte Anschlüsse um, oftmals auch gegen den ausdrücklichen Willen der Kunden. Nachfolgend liefern wir eine Übersicht, welche Vorteile, aber auch welche Nachteile sich durch die neue Voice over IP (VoIP) Technologie ergeben


    https://www.winboard.org/artikel-attachments/75160-telekom-voip-grafik.jpg

    Aus unternehmerischer Sicht hat die Umstellung auf VoIP diverse Vorteile, weswegen die Telekom - je nach Quelle - bis Ende 2016 oder 2018 nach Möglichkeit alle Festnetzanschlüsse auf die neue Technik umrüsten will. Doch nicht nur das Unternehmen selber profitiert von der Umstellung, sondern auch die Nutzer. Oftmals werden die Anschlüsse günstiger, was einerseits mit der preiswerteren Technik zusammenhängt. Andererseits erfolgt grundsätzlich ein Tarifwechsel, weswegen oftmals überteuerte Altverträge in günstigere Neuverträge umgewandelt werden können. Zudem sind diverse Leistungsmerkmale, die bislang nur gegen Aufpreis oder aber gar nicht erhältlich waren, bereits im jeweiligen Tarif enthalten. Nachfolgend eine Übersicht der Vorteile:


    • Niedrigere Kosten durch neue Verträge
    • 2 Leitungen, 3 bis 10 Rufnummern im Vertrag enthalten. Ein ISDN-Anschluss ist damit nicht mehr notwendig.
    • Höhere Geschwindigkeiten beim Surfen, denn durch VoIP wird die bisher für das Festnetz reservierte Bandbreite freigegeben. Zudem können mehr Kunden schnelles DSL nutzen, denn die Entfernung von der jeweiligen Vermittlungsstelle darf durch die höhere Signalstärke anwachsen.
    • Bessere Sprachqualität durch HD-Voice auf Basis des Codecs G.722, wenn alle Endgeräte der beteiligten Gesprächspartner (Telefone und Router) diese Technik unterstützen
    • Weniger Geräte durch Wegfall der bisher benötigten Hardware wie Splitter und/oder ISDN-NTBA.
    • Fernkonfiguration des Telefonanschlusses über das Kundencenter (via PC und Browser) oder eine App auf dem Smartphone. Rufumleitungen lassen sich so komfortabel aus der Ferne ein- und ausschalten.
    • Höherer Bedienkomfort des Anrufbeantworters (AB) im Netz (SprachBox Pro, bisher T-Net-Box genannt). Über die App können Nachrichten direkt abgehört werden, ohne dass erst der AB angerufen und eine PIN eingegeben werden muss. Zudem lässt sich jetzt direkt erkennen, wer eine Nachricht hinterlassen hat.
    • Per entsprechender App (HomeTalk) lassen sich Festnetz-Gespräche im heimischen WLAN auch per Smartphone führen.
    • Über SmartHome lässt sich eine Haussteuerung diverser Geräte wie Beleuchtung, Entertainment, Klimaanlage oder Rauchmeldern einrichten, steuern und kontrollieren


    Die Liste der Vorteile ist also durchaus lang. Allerdings ist längst nicht alles Gold was glänzt, weswegen natürlich auch die Nachteile in jedem Fall nicht unerwähnt bleiben dürfen:


    • Oftmals ist neue und teure Hardware fällig, denn viele ältere Router unterstützen VoIP nicht. Um die Komfortmerkmale, wie die verbesserte Sprachqualität, nutzen zu können, müssen auch neue Telefone angeschafft werden.
    • Ohne Verwendung der passenden Endgeräte kann die Sprachqualität unter Umständen schlechter sein als bisher. Vor allem dann, wenn parallel mit extrem hoher Geschwindigkeit Daten heruntergeladen werden und der verwendete Router intern nicht einen Teil der Bandbreite für die Telefonie blockt.
    • Die bisherige T-Net-Box wird abgeschaltet und durch die SprachBox ersetzt. Sämtliche Einstellungen, darunter der aufgesprochene Text oder die Benachrichtigungsfunktion, müssen komplett neu eingerichtet werden.
    • Schnurgebundene Telefone ohne eigene Stromversorgung konnten am bisherigen Festnetzanschluss auch bei Stromausfall betrieben werden. Diese Möglichkeit entfällt bei VoIP völlig.
    • Längere Zeitspanne bis zum Rufaufbau, da nach jeder Eingabe einer Ziffer abgewartet wird, ob noch eine weitere Ziffer eingegeben wird. Dies kann durch die Eingabe von # am Ende der Rufnummer aber umgangen werden.
    • Die beliebte Komfortfunktion "Rückruf bei Besetzt" wird bei VoIP nicht mehr unterstützt und angeboten.
    • Die Ortsvorwahl wird bei VoIP nur noch "virtuell" zugewiesen. Bei Notrufen bei Polizei (110) und Feuerwehr (112) muss daher unbedingt der genaue Standort angegeben werden, denn möglicherweise wird nicht mit der nächstgelegenen Zentrale verbunden.
    • Um telefonisch erreichbar zu sein, muss der Router angeschaltet sein. Wer bisher den Router zu bestimmten Zeiten ausgeschaltet hat, um beispielsweise Strom zu sparen oder die Strahlung innerhalb von Wohnung/Haus/Geschäft zu reduzieren, muss künftig darauf verzichten.
    • Die Verwendung bestimmter Hardware klappt unter Umständen nicht mehr so problemlos wie bisher. Betroffen sein können Faxgeräte (vor allem mit dem Standard G4), EC-Cash-Terminals, Notrufgeräte und andere. Auch hier ist teilweise neue Hardware notwendig.
    • Die oben erwähnten Apps der Telekom gibt es ausschließlich für Android sowie iOS von Apple. Nutzer von Windows Phone, BlackBerry und anderen mobilen Betriebssystemen müssen auf den Komfort verzichten.


    Beide Listen, also sowohl die Vorteile als auch die Nachteile, sind möglicherweise nicht vollständig, geben aber einen guten Überblick. Insgesamt betrachtet überwiegen die Vorteile, doch die Kostenseite dürfte den ein oder anderen Nutzer abschrecken. Auf lange Sicht werden sich die Kunden aber nicht gegen die Umstellung wehren können, denn die Telekom - und auch andere Anbieter - kündigen einfach die Altverträge fristgerecht und erzwingen somit die Umstellung.


    Update, 14.02.2017, 13:16 Uhr: Seit kurzem ist einer der Nachteile des VoIP-Anschlusses der Telekom entfallen. Gemeint ist die Komfortfunktion "Rückruf bei Besetzt", die jetzt zumindest teilweise genutzt werden kann. Sollte am angerufenen Anschluss gerade gesprochen werden, wird eine Ansage mit der Frage abgespielt, ob die Verbindung nach Beendigung des Gespräches am angerufenen Anschluss hergestellt werden soll. Die Antwort "Ja" startet die Funktion und der Rückruf erfolgt wie vom alten Anschluss her bekannt.

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    Kommentare
    1. Avatar von Eric-Cartman
      Eric-Cartman -
      Ich bin ja o2 Kunde da habe ich einen Voip/NGN Anschluss die schalten ja nur noch diese Anschlüsse.

      Das langw wählen das ist schon ein wenig nervig!

      Mein Router ist eine Fritzbox 7270. wenn ich am downloaden bin und die ganz geschw. beanspruche dann stört das bei telefonieren voll. Die FB 7270 Blockt intern kein Teil der Bandbreite!

      Kann mir das Jemand ein Rat geben welche FB ich dafür verwenden kann z.b. die FB 7272?
    1. Avatar von maikrosoft
      maikrosoft -
      Eig. liefert O2 die 7490 bei VOIP Anschlüssen aus. Mich hat O2 ja auch angeschissen. Meinen Alice-Vertrag einfach in einem O2 Vertrag mit Drosselungsklausel umgewandelt.

      LG
    1. Avatar von WalterB
      WalterB -
      Wird auch bei Swisscom in der Schweiz installiert, aber für zusätzliche Nummern muss man mehr zahlen.
      Ein Nachteil gegenüber dem alten analog Anschluss ist wenn es einen Stromausfall gibt, dann funktioniert das Telefon nicht mehr. Ansonsten ist die Sprachqualität und Kontakt Verwaltung eine gute Sache.
    1. Avatar von JumpingJohn
      JumpingJohn -
      Ich habe Viop von einem regionalen Kabelanbieter. Bei einer 26.000 down und 1.000 upstream haben wir das Problem das wir unser gegenüber einwandfrei verstehen können, aber auf der anderen Seite kommt es wohl immer wieder zu kurzen unterbrechungen und knackgeräuschen, ein tausch des Telefons hat im ersten behebungsversuch noch keine behebung gebracht. Die beiden getesteten Dect-Telefone sind allerdings auch schon ein paar jährchen alt. Werden es demnächst mal mit einem Fritz!Fon versuchen.

      Ins netz geht eine Fritz!Box6260Cabel und die Dect Basis Station ist eine Fritz!Box 7240. Wenn es nicht am Telefon liegen sollte, woran kann es ansonsten noch liegen? Jemand eine Idee?

      @Eric-Cartman: Leider habe ich bei meinen Fritzis auch noch keine Option für den Bandbreiten Block oder eine Priorisierung gefunden.
    1. Avatar von Eric-Cartman
      Eric-Cartman -
      Zitat Zitat von maikrosoft Beitrag anzeigen
      Eig. liefert O2 die 7490 bei VOIP Anschlüssen aus. Mich hat O2 ja auch angeschissen. Meinen Alice-Vertrag einfach in einem O2 Vertrag mit Drosselungsklausel umgewandelt.

      LG
      Ne als ich von der Telekom nach O2 hin gewechselt habe gabs nur diese 0815 Router von O2 dabei (O2 Homebox)!

      Da gab es die 7490 noch net dabei.

      Also ich habe einen ungedrosselten o2 Vertrag ohne Vertragslaufzeit und Drosslung.

      Wann haben den dein Vertrag geändert?

      Wenn du keine Drosslung haben willst must du bei o2 14,99€ mehr zahlen.

      Die Volumen Tarife sin ganz schön teuer da!
      Lass die Telekom mal billgere Volumen Tarife einführen das setzt O2 dann unter druck.
    1. Avatar von Geronimo
      Geronimo -
      @Eric-Cartman
      Vielleicht hilft diese Anleitung weiter: http://avm.de/nc/service/fritzbox/fr...-priorisieren/
      Ist zwar nicht für deine Box, aber einen Versuch ist es wert. Ansonsten könnte ein Anruf bei der AVM-Hotline weiterhelfen: 030-390 04 390
    1. Avatar von DerZong
      DerZong -
      Eigentlich sollte bei der FritzBox von Hause aus eingestellt sein, dass IP-Telefonie priorisiert wird. Das sollte man aber auch nachkontrollieren können:
      Internet -> Filter -> Priorisierung.
      Dort sollte es für Echtzeitanwendungen einen Eintrag für die Internetanwendung Internettelefonie​ geben.

      /Edit: wohl zu langsam
    1. Avatar von Eric-Cartman
      Eric-Cartman -
      Zitat Zitat von Geronimo Beitrag anzeigen
      @Eric-Cartman
      Vielleicht hilft diese Anleitung weiter: http://avm.de/nc/service/fritzbox/fr...-priorisieren/
      Ist zwar nicht für deine Box, aber einen Versuch ist es wert. Ansonsten könnte ein Anruf bei der AVM-Hotline weiterhelfen: 030-390 04 390
      Danke die Anleitung passt auch für meine Box!

      Zitat Zitat von DerZong Beitrag anzeigen
      Eigentlich sollte bei der FritzBox von Hause aus eingestellt sein, dass IP-Telefonie priorisiert wird. Das sollte man aber auch nachkontrollieren können:
      Internet -> Filter -> Priorisierung.
      Dort sollte es für Echtzeitanwendungen einen Eintrag für die Internetanwendung Internettelefonie​ geben.

      /Edit: wohl zu langsam
      Ja so ein eintrag gibt es steht auf automatisch und Internettelefonie.


      Das AvM fritzwideo streaming kann gelöscht werden oder?
    1. Avatar von maikrosoft
      maikrosoft -
      Die Geschichte fing eig. relativ harmlos an. Im November vergangenen Jahres beschloss ich von O2 zu einem anderen Anbieter zu wechseln, da es immer wieder Aussetzer in der Internetverbindung gab.
      Als der neue Anbieter dann meine Kündigung bei O2 einreichte bekam ich einen Anruf wieso, weshalb und warum.
      Ich schilderte dem Menschen am anderen Ende der Leitung die Probleme und er machte mir das Angebot mich auf VOIP umzustellen, meine Gebühr zu senken und mir eine Fritte 7490 kostenlos zur Verfügung zu stellen. Auch sollte es bei meinem alten vertag bleiben, max Flat Fun.

      Am Tage der Umschaltung auf VOIP bekam ich eine O2 Übergangsbox, da die Fritzboxen wohl zu der Zeit schwer lieferbar waren.
      Internet funktionierte nun endlich einwandfrei uns sogar mein Ping in Onlinegames und auf unseren TS hatte sich deutlich verbessert.
      Anfang Jänner bekam ich dann eine nette Mail von O2 wo man mir mitteilte das die FB nun lieferbar ist und ich am 26.01. erneut umgeschaltet werde?
      Ein Anruf in der Hotline brachte dann zu Tage das die Fritzbox an einem Alice Anschluss nicht funktioniert und ich deswegen einen O2 Vertag nehmen müsse mit Drosselklausel ab 300GB.
      Darauf hin frage ich ob ich nicht meinen Alice Vertrag behalten könne, auf die Fb verzichten könne und mir O2 einen vernünftigen Router stellen kann welcher Gigabit LAN Ports besitzt.
      Die Frage des Mitarbeiters, wozu man denn zu Hause Gigabit LAN Anschlüsse benötigt, ließ mir doch glatt das Gesicht entgleisen.
      Ich erklärte ihm das es um Datenübertragung im Heimnetz ginge bei der sich die normalen 100MBit Anschlüsse als echter Bremsklotz erwiesen. Ich fürchte er konnte mir nicht wirklich folgen denn solche Router gäbe es nicht laut seiner Aussage.

      Ich hatte also die Wahl zwischen dem alten Zustand samt Aussetzern, denn der Übergangszustand, mit VIOP auf meinem alten Vertrag wäre ja technisch gar nicht möglich
      und einem O2 Knebelvertrag.

      LG
    1. Avatar von Eric-Cartman
      Eric-Cartman -
      Das ist ja richtig beschiss. Die Mitarbeiter die wissen auch nix. Die wollten dich nur vom dem Alten Alice vertrag weg haben.

      Die hätten dich auf VOIP mit O2 Vertrag ohne drossel ausstatten können. Aber ich glaube da war der o2 MA zu blöd für!
    1. Avatar von annesuse
      annesuse -
      Ich habe eine 10 Jahre alte Siemens ISDN-Anlage, die nun über den Router W921V der Telekom läuft; es funktioniert alles bestens: alte Anlage, altes Fax, alle Mobilteile. Die Dienste der Anlage laufen auch nach wie vor und ich konnte alle alten Rufnummern behalten. Das Anschließen erfolgt einfach durch Umstöpseln, im Vorfeld wurde sich super gekümmert (zB Anfrage, ob der Router auch angekommen ist vor der Umschaltung, Umschaltungsankündigungen per SMS etc.). Ich bin jedenfalls sehr zufrieden!
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