• Bildbearbeitung: Die wichtigsten Basics um typische Fehler zu vermeiden

    Spätestens seit der Verbreitung von spezieller Bildbearbeitungssoftware wie Photoshop ist es auch für den engagierten Laien möglich geworden, aus den eigenen Schnappschüssen das Beste herauszuholen und sie in kleine Kunstwerke zu verwandeln. Doch die bloße Installation eines solchen Programms macht den Nutzer noch nicht zum Fotodesigner. Einsteiger sind selbst bei Freeware oft mit der riesigen Fülle an Möglichkeiten überfordert. Wer jedoch ein paar Grundlagen kennt, findet schnell die passenden Funktionen um ein Bild wie gewünscht anzupassen.


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    Um aus Fotoaufnahmen das Beste herauszuholen kann Bildbearbeitungssoftware eingesetzt werden. Allerdings gibt es ein paar Grundlagen zu beachten.


    Die wichtigsten Basics zur Bildbearbeitung


    Inzwischen ist es fast unumgänglich geworden, sich mit den Möglichkeiten der Bildbearbeitung auseinanderzusetzen, wenn man im Internet unterwegs ist. Vom einfachen Foto das auf dem Profil eines sozialen Netzwerks gepostet werden soll, bis hin zu Bildern für die eigene kleine Homepage – mit ein paar Tricks lassen sich kleine Fehler beheben und das ganze Aussehen etwas verbessern. Dabei sind es nicht nur technische Details zu den einzelnen Programmen und Tools, die wichtig sind, sondern etwa auch ein wenig Know how zu gestalterischen Grundlagen. Denn allzu oft begegnen uns heute Bilder, denen schon von Weitem anzusehen ist, dass daran gedreht wurde. Die Kunst besteht darin, ein Foto so zu bearbeiten, dass verschiedene Details zwar verbessert werden, es jedoch immer noch natürlich aussieht.


    Umgang mit Dateigrößen


    Als Erstes geht es jedoch darum, die passende Dateigröße für das individuelle Vorhaben auszuwählen. Zunächst ist diese beim Foto durch die entsprechenden Voreinstellungen beim Knipsen festgelegt worden. Damit muss schließlich gearbeitet werden. Doch welche Dateigröße ist für welchen Einsatzzweck genau richtig? Zwei typische Fehler gilt es dabei zu vermeiden:


    • ZU GROSS: Durch eine kompakte Dateigröße kann wertvoller Speicherplatz gespart werden. Dies ist vor allem bei Bildern für das Internet wichtig, um die Ladezeiten gering zu halten.


    • ZU PIXELIG: In einer größeren Datei kann mehr Bildinformation gespeichert werden – für das Ausdrucken sollte deshalb eine ausreichende Größe gewählt werden, ansonsten wird der Druck verpixelt.


    Was passiert beim Ändern der Dateigrößen?


    Wenn die Dateigröße nach oben oder unten angepasst wird, hat dies Auswirkungen auf die Pixelmaße und/oder die Bildauflösung. Es gibt verschiedene Möglichkeiten die Größe zu ändern:


    • Skalieren: Bereits einfache Programme wie Paint bieten diese Funktion. Um die Proportionen zu erhalten ist es wichtig, das Häkchen beim Punkt „Seitenverhältnis beibehalten“ zu setzen. Es kann entweder ein neuer Prozentsatz oder eine genaue Pixelgröße angegeben werden.


    • Zuschneiden: Hier kann das Bild auf den Bereich einer frei ziehbaren Maske zugeschnitten werden. So wird auch die Dateigröße kleiner. In manchen Programmen heißt diese Funktion „Freistellen“.


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    Die Funktion ,,Skalieren" und ,,Zuschneiden'' bieten auch einfache Programme wie Paint.


    In etwas komplexeren Programmen lässt sich die Dateigröße zudem komprimieren. Es ist hilfreich, hier die Zusammenhänge zwischen Pixelmaßen, der Auflösung und der sogenannten physischen Größe zu kennen:


    • Durch das Verändern der Pixelmaße kann die physische Größe verändert werden – die Auflösung bleibt davon unberührt.
    • Umgekehrt gilt dies beim Ändern der physischen Größe: Die Pixelmaße ändern sich mit, nicht aber die Auflösung.
    • Wird die Auflösung verändert, bleibt die physische Größe unverändert, es wirkt sich jedoch auf die Pixelmaße aus.


    Ein nachträgliches Erhöhen der Bildgröße ist meist problematisch, denn aufgrund der fehlenden Bildinformationen wird es meist unscharf oder verpixelt.


    Wann ist welches Bildformat sinnvoll?


    Beim Fotografieren, egal ob mit einer hochwertigen Spiegelreflex- oder einer einfachen Kompaktkamera lassen sich die Bilder in verschiedenen Dateiformaten speichern. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wie viele Bildinformationen jeweils mit einbezogen werden, was sich auf die Qualität und Dateigröße auswirkt. Darüber hinaus gibt es verschiedene Formate, in denen sich ein Bild später aus einem der Bearbeitungsprogramme speichern lässt. Auch hier sind verschiedene Punkte zu beachten:


    • JPG oder JPEG: Dieses Format ist eines der Gängigsten und Kompatibelsten mit den verschiedensten Geräten und Programmen. Es zählt zum allgemeinen Standard und bietet ein sehr gutes Verhältnis zwischen Bildqualität und Dateigröße. Das Foto kann in unterschiedlichen Qualitätsstufen gespeichert werden. Durch mehr oder weniger starke Komprimierung gehen dann jedoch Bildinformationen vor allem im Bereich der Farbtiefe verloren. Es ist maximal eine 8-Bit-Auflösung möglich (256 Farben pro Farbkanal). Das Format wird mit seiner kompakten Größe sowohl im Web- als auch im Printbereich verwendet.


    • RAW: Fotos im RAW-Format sind wie digitale Negative, hier werden die Rohdaten der Kamera aufgezeichnet – also das, was an Bildinformation auf den Sensor trifft. Dies ermöglicht später umfangreichere Möglichkeiten der Nachbearbeitung, weil mehr Informationen gespeichert werden und es dabei nicht zu einem Qualitätsverlust kommt. Entsprechend ist die Datei auch größer. Unter Umständen können beim Auslesen der Speicherkarte Probleme auftauchen. Mit ein paar Tricks lassen sich die Bilder dennoch auf den Rechner übertragen. Viele Kamerahersteller verwenden eigene Rohdatenformate, was eine Kompatibilität schwieriger macht (Canon: CRW, CR2; Nikon: NEF; Sony: ARW, SRF, SR2; Pentax: DNG, PEF; Fuji: RAF; Sigma: X3F). Auch vom RAW-Format existieren verschiedene Versionen. Komplexere Bearbeitungssoftware sind jedoch in der Lage die unterschiedlichen Formate zu erkennen und einzulesen. Vor dem Einsatz im Web oder für Drucke muss die Aufnahme in ein anderes Format überführt werden.


    • TIF oder TIFF: In diesem etwas älteren Format lassen sich Fotos komprimiert oder unkomprimiert speichern. Bei ersterem gehen keine Bildinformationen verloren. Die maximale Farbtiefe richtet sich nach der Ausrüstung der Kamera. Hier ist maximal eine 16-Bit-Auflösung möglich, viele Programme können jedoch nur mit TIFF-Dateien in 8-Bit-Auflösung umgehen. Die Dateigröße ist bei diesem Format relativ groß und wird deshalb nur bei hochauflösenden Scans oder Drucken in sehr guter Qualität eingesetzt.


    • PNG: Dieses Format steht als Speichermöglichkeit in den meisten Bildbearbeitungsprogrammen zur Verfügung. Es bietet eine umfangreiche Farbtiefe (bis 16 Bit pro Pixel). Durch einen Alphakanal kann zudem Transparenz angezeigt werden. Das Format eignet sich deshalb besonders gut für transparente Webgrafiken mit überschaubarem Farbumfang, da hier die Dateigröße sehr klein gehalten werden kann. Bei Fotos oder Illustrationen mit großem Farbumfang wird die Datei jedoch (verlustfrei!) ziemlich groß. Auch für Drucke sind andere Formate sinnvoller.


    • GIF: Dieses Format speichert Bilddaten ebenfalls verlustfrei, allerdings lässt sich der Umfang der Informationen reduzieren um eine kleinere Dateigröße (z.B. für Webanwendungen) zu erhalten. Hier ist es vor allem für kompakte Bannerwerbung, kleine Icons oder kurze animierte Bilder verbreitet. Zudem lassen sich transparente Bereiche über einen Alphakanal speichern. Für Bilder mit großem Farbumfang ist das Format nicht gut geeignet.


    • BMP: Eine Bitmap-Datei lässt sich schnell bearbeiten, lässt sich jedoch nicht sehr umfangreich komprimieren. Entsprechend groß können die Daten werden. Zudem muss man beim Skalieren mit Qualitätsverlusten rechnen. Das Windows-Format lässt sich nicht über eine macOS-Oberfläche öffnen. Es eignet sich jedoch gut für qualitativ hochwertige Drucke und ist sehr gut kompatibel.



    Die Bildbearbeitungsprogramme bieten unterschiedliche Dateiformate zum Speichern eines Bildes.


    Bei der langfristigen Speicherung und Archivierung von Bildern spielen nochmals weitere Kriterien eine Rolle. Hier sind die Formate TIFF, JPEG und GIF verbreitet.


    Natürliche Fotos vs. künstlerische Fotos


    Die Motivation, ein Foto nachträglich zu bearbeiten kann zwei ganz unterschiedlichen Ansätzen folgen: Zumeist sollen dabei individuelle „Mängel“ behoben werden – dazu zählen etwa Farbabweichungen, eine gewisse Über- oder Unterbelichtung oder störende Bildelemente, die durch Beschneiden entfernt werden können. Ein anderer Grund ist der Wunsch nach einer kreativen Bildbearbeitung, bei der das Foto gezielt künstlerisch verfremdet wird. Dabei geht der natürliche Charakter bewusst verloren. Da dieses Thema jedoch ebenfalls sehr komplex ist, konzentriert sich dieser Ratgeber auf eine zurückhaltende Bildkorrektur, die zum Ziel hat, eine authentische Anmutung des Fotos zu erhalten. Hier gilt es, die Gratwanderung zwischen zu viel und zu wenig zu bestehen:


    • ZU LANGWEILIG: Wer Fotografie als Hobby betreibt, dem gelingen meist gute Schnappschüsse. Oft fehlt der Aufnahme jedoch das gewisse Etwas. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, hier für mehr Pepp zu sorgen, beispielsweise indem das Motiv durch richtiges Zuschneiden besser in den Fokus gerückt wird oder das Foto durch Erhöhen des Kontrastes an Brillanz gewinnt. Wer nicht einschätzen kann, welche Maßnahme am geeignetsten ist, muss mit möglicherweise langweiligen Bildern leben.


    • ZU KÜNSTLICH: Wird jedoch zu viel an den Reglern gedreht, oder zu viele Funktionen und Filter miteinander kombiniert, kann dies dem Bild auch schnell ein unnatürliches Aussehen verleihen. Die Grenze ist dabei fließend – manchmal haben wir auch einfach den Eindruck, das bei einem Foto irgendetwas nicht stimmt


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    Eine Bearbeitungssoftware ermöglicht es, fade Bilder spannender zu gestalten, bis hin zur völligen Verfremdung.


    Welche Software zur Bildbearbeitung gibt es?


    Der Markt für Bildbearbeitungsprogramme ist unglaublich umfangreich. Im Zeitalter der Apps und Onlineanwendungen sind hier zahlreiche Anwendungen dazugekommen, die jedoch oft einen eingeschränkten Funktionsumfang haben oder nur für ganz bestimmte Aktionen eingesetzt werden können. Software mit breit aufgestellten Möglichkeiten zur Bearbeitung sind meist kostenpflichtig. Im Profibereich ist nach wie vor Photoshop sehr weit verbreitet. Darüber hinaus bieten auch einige Kamerahersteller eigene Bearbeitungs- und Bildverwaltungsprogramme an. Daneben gibt es durchaus umfangreiche und gute kostenlose Lösungen für den Privatgebrauch.


    Freeware oder Profiprogramm?


    Welche Software die richtige ist, hängt vor allem davon ab, wofür sie eingesetzt werden soll. Der größte Unterschied zwischen der kostenlosen Freeware und einem oft nicht günstigen Profiprogramm liegt beim jeweiligen Funktionsumfang. Jeder sollte sich selbst zunächst fragen, was wichtig ist:


    • ZU WENIG: Viele kostenlose Programme bieten nur einzelne Funktionen. Für Einsteiger kann dies durchaus genügen, wenn lediglich Größen angepasst oder Bildausschnitte korrigiert werden sollen. Einige Onlinetools bieten auch Filter zur Farbkorrektur oder Ähnlichem. Zwar können auch mehrere Programme genutzt werden, auf Dauer ist dies jedoch ein sehr umständlicher Arbeitsprozess.


    • ZU TEUER: Für viele Hobbyanwender lohnt sich die Investition in ein komplexes Bildbearbeitungsprogramm nicht, da zahlreiche Funktionen gar nicht genutzt werden. Zudem muss einiges an Zeit und Übung investiert werden bis man sich zurechtfindet und weiß, welches Tool wofür eingesetzt werden kann. Erst dann ist ein effizienter Workflow möglich.


    Verschiedene Software im Vergleich


    Der Funktionsumfang des beim Windows-Paket vorinstallierten Programms Paint beschränkt sich auf wenige Möglichkeiten wie Zuschneiden, Skalieren oder Drehen. Andere Software bietet weitere Funktionen:


    • Paint.NET: Das kostenlose Programm verfügt anders als der Namensvetter über zahlreiche Filter. Zudem sind weitere Funktionen über Plug-Ins verwendbar. Die Bearbeitung ist in mehreren Ebenen möglich.


    • Photoscape: Ebenfalls kostenlos und niederkomplex, aber gleichzeitig mit umfangreicheren Funktionen ist Photoscape ausgestattet. Grundlegende Farbeinstellungen, sowie das Hinzufügen von Textbausteinen erweitern die Möglichkeiten.


    • Lightbox Free: Unter den Freeware-Programmen kann dieses auch das RAW-Format einlesen und unterstützt Farbtiefen bis 16 Bit pro Kanal. Auch hier gibt es zusätzlich zu den Standardfunktionen die Möglichkeit, verschiedene Farbanpassungen oder eine Rote-Augen-Korrektur vorzunehmen.


    • Gimp: Dies ist die komplexeste Software unter den kostenlosen Programmen. Der Funktionsumfang ist mit dem der Profisoftware Photoshop vergleichbar. Allerdings ist zum Einlesen von RAW-Dateien ein Plug-In notwendig und mit großen Dateien tut sich die Software oft schwer und benötigt mehr Zeit. Wer sich intensiv mit den vielen Funktionen beschäftigt, hat mit dem Programm ein mächtiges Werkzeug an der Hand.


    • Photoshop: Das meist verwendete Profi-Programm besticht mit großem Funktionsumfang und einer übersichtlichen Bedienoberfläche für einen guten Workflow – wenn man sich darin zurechtfindet und die Möglichkeiten zu nutzen weiß. Der große Umfang benötigt ausreichend Arbeitsspeicher.


    • PaintShop Pro: Für Einsteiger sind hier die Tutorial-Funktion, sowie Schnellkorrekturen besonders sinnvoll. Der Umfang des Programms liegt zwischen den üblichen Basismöglichkeiten und dem komplexen Photoshop. Das RAW-Format kann eingelesen werden.


    • Serif Affinity Photo: Im Gegensatz zu Photoshop verfügt die Software ebenfalls über einen etwas eingeschränkter Funktionsumfang, hat dafür aber eine intuitive Bedienoberfläche. Übersichtlich ist auch die Einteilung in einzelne Bearbeitungsschritte.


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    Neben den verschiedenen Programmen lassen sich Bilder zudem mit kostenlosen Online-Tools bearbeiten. Auch hier stehen einige grundlegende Funktionen und Filter zur Verfügung.


    Tipps und Tricks zur Bildbearbeitung


    Unter den unzähligen Möglichkeiten zur nachträglichen Bearbeitung sind hier die Grundlegendsten zusammengefasst.


    Bildzuschnitt und verschiedene Formate


    Bereits oben wurde erwähnt, dass sich durch den Bildzuschnitt der Charakter eines Bildes entscheidend beeinflusst lässt. Dabei sollte man sich die Aufnahme zunächst genau ansehen und überlegen, welches Motiv im Mittelpunkt stehen soll oder welche Aussage durch das Motiv ausgedrückt werden soll. Bei der Bildgestaltung wirken mehrere verschiedene Faktoren mit. Wer diese kennt, kann sie gezielter einsetzen. Oftmals platzieren wir beim Fotografieren das Hauptmotiv ganz automatisch in die Bildmitte oder halten uns möglicherweise unterbewusst an den goldenen Schnitt, der das Bild harmonisch und ausgeglichen wirken lässt. Auch ob ein Hoch- oder ein Querformat gewählt wurde, spielt eine Rolle. Neben ästhetischen Kriterien gibt es noch weitere Punkte, die bei der Wahl des passenden Formats berücksichtigt werden sollten. Ist geplant, das Bild fürs Internet zu bearbeiten, sollte klar sein, dass sich viele Webseiten am horizontalen Format des Computerbildschirmes orientieren. Sollen die Fotos großformatig angezeigt werden, ist hier das Querformat meist die bessere Wahl. Zwei Extreme können durch das Zuschneiden des Bildes abgemildert werden:


    • ZU BANAL: Vor allem wenn das Hauptmotiv genau in der Bildmitte liegt und drum herum nicht viel passiert, kann das Foto schnell langweilig wirken. Dann lässt sich Spannung erzeugen, wenn das Motiv durch passendes Zuschneiden etwas aus der Mitte gerückt oder gar angeschnitten wird.


    • ZU ÜBERLADEN: Manchmal wurde auch versucht, zu viel in einer Aufnahme unterzubringen. Dann fällt es schwer, ein Hauptmotiv auszumachen und dem Bild fehlt die zentrale Aussage – es wirkt überladen und unruhig. Durch einen geschickten Zuschnitt können dann etwa unwichtige Teile entfernt und ein neuer Fokus gesetzt werden.


    Grundlegendes Farbmanagement


    Umfangreiche Bearbeitungsmöglichkeiten bieten sich auch im Bereich der Farbanpassungen – vom einfachen Weißabgleich und Entfernen eines Farbstichs, der Korrektur von Über- oder Unterbelichtung bis hin zu gezielten Farbveränderungen und -verfälschungen.


    • ZU DUNKEL: Bei einer unterbelichteten Aufnahmen sind viele Details in den dunklen Bereichen nicht mehr erkennbar. Durch Anpassungen bei Helligkeit und Kontrast oder den sogenannten Gradationskurven lassen sie sich aus den versteckten Bildinformationen noch herauskitzeln.


    • ZU HELL: Dasselbe gilt für überbelichtete Aufnahmen. Hier verschwindet vieles in gleißend weißen Flächen. Korrekturen sind ebenfalls im Bereich Helligkeit/Kontrast oder durch Tonwertkorrekturen über die Gradationskurven möglich.


    • ZU BUNT: In manchen Fällen wirken zu bunte Fotos unruhig und das Hauptmotiv gerät aus dem Fokus. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten: Einerseits kann die Farbsättigung etwas reduziert, bestimmte Farben abgemildert oder ganz auf die Farbigkeit verzichtet werden. Bei Schwarz-Weiß-Aufnahmen kann sich der Betrachter viel besser auf andere Bilddetails konzentrieren. Beim Umwandeln gilt es jedoch bestimmte Punkte zu beachten. Auch durch den sogenannten Sepia-Effekt bekommen die Fotos einen ganz eigenen Charme und die Anmutung einer historischen Aufnahme. Der Effekt lässt sich schrittweise erzielen, jedoch sei zu erwähnen, dass sich der Sepia-Look nicht für alle Motive eignet. Am besten kommt der Retro-Look bei Stillleben und Portraits zur Geltung. Wer etwas mehr Übung im Umgang mit seiner Software hat, kann die Farbsättigung in bestimmten Bildbereichen reduzieren und in anderen verstärken, um so einen Schwerpunkt zu setzen.


    • ZU MONOCHROM: Fehlt dem Bild etwas Farbe, kann durch Regulierung der Sättigung oder Anpassungen bei den Einstellungen zum Farbkanal gegebenenfalls mehr Spannung erzeugt werden. Manche Programme bieten auch eine nachträgliche Einfärbung verschiedener Bereiche.



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    Bereits leichte Änderungen können für mehr Dynamik sorgen.


    Einfache Retuschierarbeiten


    Über das Zuschneiden und die grundlegenden Farbanpassungen hinaus gibt es weitere Basics, die in den Bereich der Bildretusche fallen. Einige Programme bieten auch hier Funktionen um etwa störende Flecken zu entfernen oder stürzende Linien zu korrigieren.


    • Rote Augen entfernen: Zu den einzelnen Softwares sind Tutorials im Internet zu finden. Die grundlegende Vorgehensweise lässt sich in der Regel auf alle Programme übertragen.


    • Stempel-Werkzeug: Dieses Tool ist in einigen Bearbeitungsprogrammen verfügbar und kann zum Entfernen von Flecken verwendet werden (z.B. Staub auf der Linse). Aus einem ähnlichen, nahegelegenen Bildbereich werden die Pixeldaten übernommen und einfach an die neue Stelle kopiert. Bei kleinen Flecken und relativ homogenen Flächen ist hinterher kein Unterschied zu bemerken.


    • Schiefen Hintergrund korrigieren: Hier hilft es, das ganze Bild auszuwählen, zu drehen und anschließend wieder rechteckig zu beschneiden.


    • Objektivkorrekturen: Manche Aufnahmen haben jedoch auch durch die Objektivverzerrung stürzende oder gekrümmte Linien. Bei einigen Programmen lässt sich dies mit Hilfe einer Objektivkorrektur beseitigen (Filter – Verzerren – Objektivfehler; Filter – Kameraverzerrung korrigieren; …). Im jeweiligen Dialogfenster können dann Anpassungen bei der horizontalen und vertikalen Perspektive getätigt werden.


    • Scharfzeichnen: Kleine unschärfen lassen sich ebenfalls mit den verschiedenen Scharfzeichnungsfiltern beseitigen. Unter Umständen kann es vorteilhaft sein, lediglich das Hauptmotiv scharf zu zeichnen. Somit tritt es mehr in den Vordergrund und das gesamte Bild wirkt plastischer. Unwichtiges bleibt dann etwas unscharf mehr im Hintergrund.



    Bildquellen: Foto 1: fotolia.com, © MStock

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