• Windows 10: so lässt sich die maximal erlaubte Pfadlänge von Win32-Anwendungen aushebeln

    Nicht wenige Windows-Nutzer werden sicherlich schon einmal mit dem Problem konfrontiert gewesen sein, dass das Kopieren, Verschieben oder auch Löschen von Dateien und Ordnern zu einem Problem werden kann, speziell wenn sich diese auf einem Netzlaufwerk wie einem NAS oder auch in der Cloud befinden. Hierfür verantwortlich ist die sogenannte maximale Zeichenlänge "MAX_PATH", welche unter Windows 10 nicht mehr als 260 Zeichen betragen darf. Unter den Windows-Editionen "Professional", "Enterprise" und auch Windows Server 2016 lässt sich das Problem mit den maximal erlaubten Pfadlängen über den Gruppenrichtlinien-Editor beheben. Wie das funktioniert, soll euch der nachfolgende Praxis-Tipp zeigen



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    Wie schon seine Vorgänger-Betriebssysteme ist auch Windows 10 so programmiert, dass es bei zu langen Pfad- oder auch Dateinamen zu Problemen beim Kopieren, Verschieben oder auch Löschen kommen kann. Selbst wenn der Dateiname vielleicht gar nicht so lang ausfällt, setzt sich der von Microsoft bezeichnete "fully qualified file name" aus dem eigentlichen Dateinamen sowie auch dem Pfad der Verzeichnisse zusammen, dessen Wert als "MAX_PATH" bezeichnet wird und nicht mehr als 260 Zeichen betragen darf. Liegt jetzt die entsprechende Datei allerdings mit vielen Unterverzeichnissen auf einem Netzlaufwerk oder in einem Cloud-Speicher, kann dieser Wert von 260 Zeichen ganz schnell überschritten werden.


    Für Nutzer, die Probleme mit den vorgegebenen Pfadlängen haben, hat Microsoft die Möglichkeit eingeräumt, diese Sperre zu umgehen. Da die nachfolgende Vorgehensweise allerdings den Gruppenrichtlinieneditor benötigt, können Nutzer eines Windows 10 Home hier aufhören zu lesen, da er Gruppenrichtlinien-Editor ausschließlich Nutzern von Windows 10 Professional, Windows 10 Enterprise sowie Windows Server 2016 zur Verfügung steht.



    • öffnet als erstes den Gruppenrichtlinieneditor, indem ihr die Windows-Taste betätigt und gpedit eingebt
    • im Editor für lokale Gruppenrichtlinien angelangt, navigiert ihr zu "Computerkonfiguration -> Administrative Vorlagen -> System -> Dateisystem"
    • führt nun im rechten Fenster einen Doppelklick auf "Lange Win32-Pfade aktivieren" aus
    • im sich neu öffnenden Fenster könnt ihr nun zwischen "Nicht konfiguriert" (Standard-Einstellung), "Aktiviert" und "Deaktiviert" wählen
    • wählt nun "Aktiviert" aus und übernehmt die Einstellungen
    • im Anschluss kann es notwendig sein, einen Systemneustart durchzuführen



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    Nun sollten die aus zu langen Dateinamen resultierenden Probleme behoben sein.

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    Windows 10: so lässt sich die maximal erlaubte Pfadlänge von Win32-Anwendungen aushebeln

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    Meinung des Autors
    Hat man viel mit Dateitransfer zwischen dem PC und einem Netzwerkspeicher wie zum Beispiel einem NAS oder einem Cloud-System zu tun, kann es durchaus hilfreich sein, den MAX_PATH-Wert von 260 Zeichen auszuhebeln. Persönlich bin ich allerdings überfragt, aus welchen Gründen Microsoft diesen in der heutigen Zeit überhaupt noch anwendet.Jetzt kommentieren!
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    Kommentare
    1. Avatar von Alfiator
      Alfiator -
      Ist dann die Pfadlänge unbegrenzt oder wie?
    1. Avatar von areiland
      areiland -
      @Alfiator
      Nein, die Grenze verschiebt sich dadurch auf die maximal 32,767 Zeichen, die ein Pfad einschliesslich des Dateinamens haben kann. Das ist hier: https://docs.microsoft.com/de-de/win...gth-limitation beschrieben. Das eigentliche Problem dabei ist auch weniger Windows selbst - sondern die Anwendungsprogramme müssen mit dieser maximalen Pfadlänge auch klar kommen. Speichern die Programme den Pfad in einer zu klein bemessenen, weil an der 260 Zeichen Grenze orientierten, Variable zwischen - dann nutzt die Freigabe der Grenze auch nichts, die Variable wird trotzdem nur die maximalen 260 Zeichen aufnehmen können. Hier liegt also das eigentliche Problem.

      Nutzer von Windows 10 Home können den durch die Grupenrichtlinie zu setzenden Wert entweder selbst in der Registry eintragen, hier ist in: HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Contro l\FileSystem der DWord (32 Bit) Wert "LongPathsEnabled" mit der Wertigkeit "1" zu setzen, "0" oder das entfernen des Eintrages ziehen diese Grenze wieder ein. Alternativ kann man das Tool aus meiner Signatur nutzen, dort findet sich die Einstellungsmöglichkeit auf dem Tab "System" als die Einstellungsmöglichkeit "Im Dateisystem lange Dateinamen erlauben".
    1. Avatar von Alfiator
      Alfiator -
      Gut,32.767 gilt als unbegrenzt.....
    1. Avatar von G-SezZ
      G-SezZ -
      Das hebelt aber nur die Beschränkung von Windows aus, nicht die des Dateisystems.
      Hat man viel mit Dateitransfer zwischen dem PC und einem Netzwerkspeicher wie zum Beispiel einem NAS oder einem Cloud-System zu tun, kann es durchaus hilfreich sein, den MAX_PATH-Wert von 260 Zeichen auszuhebeln.
      Die meisten Netzwerkspeicher werden ihrerseits Pfadlängen begrenzen, um Inkompatibilitäten zu vermeiden. Ansonsten gelten natürlich auch die Beschränkungen des Host Systems des NAS. Linux und BSD sind bspw Kernelseitig auf 4096Bytes Pfadlänge inkl 255 Bytes Dateinnamen begrenzt. Manche Dateisysteme noch enger. Ich bin mir jetzt nicht 100% sicher, aber es kann sein dass bei ZFS sogar noch Pool- und Snapshotname davon abgehen.
      Aber eigentlich kann man das Problem doch gerade bei Netzwerkspeichern ganz einfach umgehen, indem man die Freigabe auf einen Ordner tiefer im Verzeichnisbaum legt, dann hat es das Gast-Windows gar nicht mit so einem langen Pfad zu tun.