• Wolfenstein 2: The New Colossus - veränderte Story und Symbolik soll laut BIU-Chef gegen das Grundrecht der Kunstfreiheit verstoßen

    Wie schon beim ersten Ableger des Wolfenstein-Reboots haben die Macher von Bethesda such des neue "Wolfenstein 2: The New Colossus" für den deutschen und österreichischen Markt entsprechend angepasst, dass nicht nur sämtliche Abbildungen von verfassungsfeindlichen Symbolen entfernt worden sind, sondern auch die gesamte Story soweit umgeschrieben worden ist, dass diese nicht mehr viel mit dem Original zu tun hat. Jetzt hat sich Felix Falk als Geschäftsführer des Bundesverbands Interaktive Unterhaltungssoftware zu Wort gemeldet, welcher in solche Verboten einen Verstoß gegen das Grundrecht der Kunstfreiheit sieht. Doch auch wenn man sich für eine Änderung oder zumindest eine Anpassung dieses Gesetzes einsetzen würde, sieht er wenig Chancen auf Erfolg





    Nachdem Bethesda schon den ersten Ableger des Wolfenstein-Reboots in zwei verschiedenen Versionen auf den Markt gebracht hat - eine Uncut-Version für die ganze Welt und eine zensierte Version für Deutschland und Österreich, wobei die Österreicher später ebenfalls Zugriff auf die Uncut-Version erhielten, hat Bethesda bereits im Juni diesen Jahres angekündigt, dass beim zweiten Teil in Form von "Wolfenstein 2: The New Colossus" nicht nur Deutschland, sondern auch Österreich definitiv eine zensierte Version erhalten werden, in welcher nicht nur die verfassungsfeindlichen Symbole entfernt worden sind, sondern auch die Story insofern abgeändert wurde, dass der Spieler nicht mehr gegen das Dritte Reich, sondern ein Regime kämpft, dass im Zusammenhang mit dem Holocaust die Juden nicht als Juden, sondern als Verräter bezeichnet werden und aus Vernichtungslagern einfache Gefangenenlager gemacht werden.


    Aufgrund dieser Änderungen ist in den letzten Wochen wieder eine Diskussion entflammt, in welcher über die Sinnhaftigkeit des Verbotes verfassungsfeindlicher Symbolik nach §86 StGB in Videospielen diskutiert wird. Als Geschäftsführer des Bundesverbands Interaktiver Unterhaltungs-Software e.V. (BIU) hat sich Felix Falk in einem Interview (via gameswirtschaft.de) zu Wort gemeldet:


    "Computer- und Videospiele haben sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem wertvollen Kulturgut entwickelt [...] Dennoch gibt es einen wesentlichen Unterschied zu anderen Medien: Während beispielsweise im Film verfassungsfeindliche Symbole wie das Hakenkreuz bei entsprechendem Kontext verwendet werden können, wird dieses Recht Games bisher nicht eingeräumt. Nicht zuletzt mit Blick auf die Entwicklung von Computer- und Videospielen ist das grundsätzliche Verbot, verfassungsfeindliche Symbole zu verwenden, willkürlich und verstößt unter anderem gegen die Grundrechte der Kunst- und Meinungsfreiheit."

    Als Ursache sieht Falk ein Gerichtsurteil aus den frühen Jahren des Mediums. Die BIU sieht nun Handlungsbedarf seitens der dafür zuständigen Behörden, deren Aufgabe darin bestehen sollte, "zeitnah die veraltete Rechtsposition anzupassen und die aktuelle Ungleichbehandlung (zwischen Videospiel und Film) zu beenden. Es ist nämlich verständlich, dass sich die Publisher wie zum Beispiel Bethesda (Wolfenstein 2: The New Colossus) oder auch Activision Blizzard (Call of Duty WWII) - welche übrigens beide Mitglieder des BIU sind - angesichts der drohenden strafrechtlichen Konsequenzen in Zurückhaltung üben und notfalls mit einer gesonderten Version für den deutschen und österreichischen Markt auf Nummer Sicher gehen.


    Zusätzlich kommt noch dazu, dass die USK Spiele, welche verbotene Symbol nach §86 StGB enthalten, von vornherein nicht überprüft, womit es der BIU auch als einer der Träger der USK aktuell nicht möglich ist, eine unmittelbare Änderung zu bewirken. Laut Aussage von Felix Falk wird sich die BUI weiterhin für eine Änderung der Gesamtsituation einsetzen, ob diese irgendwann eintritt, bleibt bislang allerdings völlig unklar.

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    Wolfenstein 2: The New Colossus - veränderte Story und Symbolik soll laut BIU-Chef gegen das Grundrecht der Kunstfreiheit verstoßen

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    Meinung des Autors
    Wenn man es aus dieser Sicht betrachtet, muss ich Felix Falk Recht geben. In Filmen wie zum Beispiel "Operation Walküre" ist es vollkommen legitim, diesen auch hier in Deutschland oder Österreich mit verfassungsfeindlicher Symbolik auszustrahlen, aber in einem Spiel wie "Wolfenstein 2" - welches ebenfalls in irgendeiner Weise als "Kunstform" angesehen werden kann, ist das nicht zulässig? Ja, man könnte jetzt auch sagen, dass zukünftig auch Filme mit solcher Symbolik in Deutschland verboten werden, aber seien wir doch mal ehrlich, wer an die Uncut-Versionen von Film und Spiel heran möchte, wird dies auch entgegen der Gesetzeslage machen. Hier sollte wirklich mal eine Überarbeitung her, oder was meint ihr?Jetzt kommentieren!
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    Kommentare
    1. Avatar von JollyRoger2408
      JollyRoger2408 -
      Hier sollte wirklich mal eine Überarbeitung her, oder was meint ihr?
      Da bin ich ganz deiner Meinung!!
    1. Avatar von G-SezZ
      G-SezZ -
      Ich bin was die Symbolik betrifft ziemlich unentschieden. Was ist Kunst und was nicht? Wem erlaubt man die Verwendung und wem nicht? Im Zweifel schadet es wohl weniger sie Allen zu verbieten, als sie Allen zu erlauben. Schön wäre wenn man sie nicht verbieten müsste, und alle verantwortungsvoll damit umgehen würden. Aber in dieser Idealen Welt leben wir leider nicht.

      Ich finde die Symbolik sollte nicht verwendet werden um etwas zu definieren. Und keinesfalls um etwas zu vermarkten. Wenn ein Gemälde, Film, Graffiti oder sonstwas eine Bücherverbrennung zeigt, dann sollte aus dem Kontext klar werden dass es um ****s geht, und wenn das sowieso klar ist dann können auch Symbole als Teil der Szene auftauchen. Wenn der Kontext aber so unklar, fiktiv oder schlecht dargestellt ist, dass er ohne die Symbole austauschbar wird, dann sind auch die Symbole austauschbar und sollten dann auch nicht verwendet werden.
      Call of Duty ist für mich ein klares Beispiel für letzteres. Die Bösewichte sind vollkommen austauschbar, es könnte genau so gut im Jugoslawienkrieg, oder jedem anderen spielen, ohne dass es einen wesentlichen Einfluss auf den Spielverlauf hätte. Es gibt keinen Grund in diesem Spiel Hakenkreuze zu zeigen, außer dass sich das Spiel vielleicht besser verkauft wenn man auf ****s schießen kann. - Bessere Verkaufszahlen rechtfertigen nicht den Gebrauch dieser Symbole.
      Ein anderes Beispiel ist das alte Point & Click Adventure Indiana Jones the last crusade. Es ist zu jedem zeitpunkt völlig klar dass es um ****s geht, ob mit Symbolen oder ohne. Da fände ich es in Ordnung wenn Symbole auftauchen.
      Wolfenstein steht irgendwo dazwischen. - Wie klar ist es ohne die Symbole dass es um ****s geht? Könnten das nicht genau so gut Russen im Stalinismus sein? Würde das einen wesentlichen Unterschied auf den Spielverlauf machen? - Meiner Meinung nach nicht, die Storry ist bei dem Spiel ziemlich zweitrangig. Wenn es sowieso zweitrangig ist wer die Bösen Buben sind auf die man schießt, wieso müssen sie dann die Symbole tragen? Ich denke auch hier spielen die Verkaufszahlen die größte Rolle.

      Dass es unrealistisch und unsinnig ist das den Spieleschmieden auf der ganzen Welt zu diktieren ist eine andere Sache. IMO ist das auch der Hauptgrund weshalb man es anderem "Kulturgut" erlaubt, denn welcher Hollywood Film würde denn nur für Deutschland auf die Symbole verzichten? Vor 50 Jahren hätte uns das vielleicht postprocessing Lösungen wie schwarze BAlken über Armbinden beschert. Vielleicht sollte man das Verbot bei Videospielen auch einfach sein lassen. Aber hat dann im nächsten GTA die Spielfigur vielleicht ein Hakenkreuz auf den Oberarm tätowiert? - Wäre das in Ordnung? Schließlich spielt man einen kriminellen, bei dem so ein Knasttattoo von einer Rassistengang doch durchaus zur Hintergrundstorry passen könnte. - Man kann nicht jedem Spiel alles erlauben. Aber wer soll das im Einzelfall prüfen und entschieden? Würde es für die Entwickler dadurch wirklich einfacher? Oder ist es nicht leichter und finanziell sicherer ein paar Texturen auszutauschen?

      Mir persönlich ist es völlig egal ob ich in einem Spiel wie Indiana Jones, wo es eventuell angebracht wäre, Hakenkreuze sehe oder nicht. Wenn ein "Künstler" seine Arbeit richtig macht dann ist er nicht auf das Symbol angewiesen. Siehe "Der große Diktator".
    1. Avatar von Daniel85
      Daniel85 -
      wenn sie nur die Symbole an sich ändern würden, würde es mich nicht unbedingt stören. Aber wenn sie auch noch die Story umschreiben, so wie hier, geht das überhaupt nicht mehr. Das zerstört den ganzen Inhalt der Story.

      Und geht meiner Ansicht nach auch über den Gehalt des § 86 StGB drüber hinaus. Denn Wörter (wie drittes Reich, Vernichtungslager, etc.) sind KEINE Symbole, sondern Wörter und damit nicht von § 86 StGB umfasst. Außerdem: Vernichtungslager als bloße Gefangenenlager zu verniedlichen ist auch mehr als unangebracht!

      Also ich bin dafür, diesen Unsinn zu beenden. Das würde nämlich die Mühe ersparen, eine UK Version zu holen, die ich dann noch mit VPN aktivieren muss...
    1. Avatar von G-SezZ
      G-SezZ -
      Aber wenn sie auch noch die Story umschreiben
      Das ist aber Sache des Publishers und hat nichts mit der gesetzlichen Regelung zu tun. Das ändert man durch Feedback ans Studio, nicht durch Zulassung verfassungsfeindlicher Symbole.

      Und ganz ehrlich, wen interessiert die Story bei Wolfenstein? Die könnten die gesamte Story einfach sein lassen, dich auf namenlose Bösewichte schießen lassen, und das Spiel wäre genau das gleiche. Das Prinzip *So schlecht dass es schon wieder gut ist* hat bei Command & Conquer funktioniert, aber hier definitiv nicht. Der Plot von New Order wäre doch selbst für einen Groschenroman am Bahnhofskiosk noch schwach. Also was solls?
    1. Avatar von Daniel85
      Daniel85 -
      das mag hier im Einzelfall wohl sein. Aber es geht grundlegend ums Prinzip. Ja, es stimmt, dass das Umschreiben Sache des Publishers ist. Aber das macht er ja nur, weil er den Inhalt und Umfang der Strafvorschrift nicht versteht. Ergo: Gäbe es die nicht, würde er nichts ändern.
      Mal ganz davon abgesehen, dass es einfach nicht mehr sachgerecht ist, zwischen Filmen und Computerspielen zu unterscheiden. Gleiches Recht für beide Arten wäre einzig logisch, egal wie das aussehen mag.
    1. Avatar von G-SezZ
      G-SezZ -
      Es würde gewiss nicht einfacher wenn die gleichen "Rechte" wie für Filme gelten. Was in Filmen und Kunst geht und was nicht ist sehr genau geregelt, wird überwacht, und unterliegt gerade mit der Entscheidung ob es sich um Kulturgut handelt oder nicht dem Ermessen der Prüfer. Du kannst z.b. nicht einfach in einer Folge Verbotene Liebe alle Darsteller mit SS Armbinden rumlaufen lassen. Spiele die die Symbole verwenden werden erst recht, und noch viel genauer unter die Lupe genommen. Deshalb nehme ich an dass es die meisten Studios nicht anders machen würden als bisher. Lieber auf Nummer Sicher, vorher eine zensierte Version zu machen ist günstiger als nachher nachbessern zu müssen oder gar nicht verkaufen zu können.

      Wenn man ein Gesetz nicht versteht muss man einen Anwalt einstellen.
      Ich glaube aber auch gar nicht dass die Story in der Form umgeschrieben wird um Gesetzen auszuweichen. Ich denke dass das Studio, bzw dessen Marketing Abteilung glaubt dass deutsche Kunden solchen brisanten Stoff nicht möchten, bzw dass es sich so besser verkauft. Dass das nicht der Fall ist sollte man mit viel Feedback deutlich machen.
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