• Electronic Arts: Spielestreaming in Form von Abo-Modellen stellen die Zukunft dar

    Obwohl sich der klassische Vertrieb von Videospielen mit der Einführung von Steam & Co. schon drastisch zum digitalen Medium verändert hat, stellt das laut Electronic Arts nur eine Zwischenstation zu dem dar, wie die Nutzer zukünftig an neue Games gelangen werden. Wie schon für Serien und Musik zum Beispiel die Streaming-Portale Netflix und Spotify zuständig sind, sollen Games in unmittelbarer Zukunft ebenfalls streambares Abo-Paket zur Verfügung stehen. Electronic Arts hat bereits mit EA Access respektive Origin Access den Grundstein gelegt



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    PC- und Konsolen-Spiele werden schon seit längerer Zeit kaum noch in physischer Gestalt, sondern digital über Spieleportale wie Steam oder auch Origin erworben. Allerdings soll dieser Vertriebsweg nur einen Zwischenschritt zu dem darstellen, was die Gamer längerfristig erwarten können. Geht es nach Chris Evenden, welcher als Vizepräsident der Investor-Abteilung von Electronic Arts im Rahmen der Deutsche Bank Technology Conference 2017 in Las Vegas aufgetreten ist, würden die Vollpreisspiele bei Steam, Origin & Co. in absehbarer Zukunft ihren Einfluss auf dem Absatzmarkt verlieren und durch Abo-Modelle inklusive der jetzt schon stark kritisierten Microtransaktionen ersetzt werden.

    Das bedeutet, dass künftige Spiele in einem Abo-Modell gekauft werden, wie es derzeit schon bei EA Access für die Xbox oder Origin Access für den PC möglich ist.


    Evenden geht sogar noch einen Schritt weiter, indem die Spieler künftig vom direkten Besitz eines Spieles (auch in digitaler Form) abkehren und nur noch der Zugang zu diesem erwerben werden. Spiele sollen ähnlich wie bei Serien oder Musik als Stream zur Verfügung stehen, womit dann auch Downloadraten im zwei- und dreistelligen Gigabyte-Bereich der Vergangenheit angehören dürften.


    Um die Durchführbarkeit zu überprüfen, habe man das Spiel Battlefield 1 in einer auf einem Rechner installierten Version mit einer gestreamten Version gegenübergestellt und konnte keine visuellen Qualitätsunterschiede feststellen. Allerdings ist hierfür ein entsprechend schneller Internet-Anschluss nötig, welcher in vielen Regionen, nicht nur in Deutschland, noch nicht ausreichend vorliegt. Dennoch blickt Evenden entsprechend positiv in die Zukunft und rechnet damit, dass der Markt in den kommenden drei bis fünf Jahren durch genügend Innovationen für einen solchen Wechsel bereit sei.



    Win-Win-Situation?


    Ob man Spiele-Streaming als Win-Win-Situation für Gamer als auch für Entwickler und Publisher bezeichnen kann, lässt sich nicht so einfach beantworten. Einerseits würde es für Spiele-Streaming nur eine potente Internet-Leitung benötigen, welche entsprechend notwendige High-End-PCs obsolet machen würde. Das wiederum würde dem Kunden weitaus weniger kosten, da sich die Anschaffungskosten nur noch auf das Streaming-Abo, entsprechende Eingabegeräte und einen Bildschirm wie einen Smart-TV beschränken, welcher heutzutage in fast jedem Haushalt vorzufinden ist. Zudem erhalten die Spieler für ihre monatliche Abo-Gebühr eine Auswahl an Spielen, welche Käufe zum Vollpreis wegfallen lassen und demzufolge auch ein Ausprobieren neuer Games ermöglicht wird, die sich der Spieler so sonst nie gekauft hätte.


    Aber auch die Publisher und Entwickler würden von diesem neuen Modell profitieren, da nicht nur ein erheblich größerer Absatzmarkt erreicht werden kann, sondern die Spiele-Abos einen stetigen Geldeingang gewähren, welcher planbar ist beziehungsweise mit dem gerechnet werden kann. Dabei spielt es dann auch keine Rolle mehr, wie alt ein Produkt ist oder die Community an gewissen Games kein Interesse mehr hat.



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    Electronic Arts: Spielestreaming in Form von Abo-Modellen stellen die Zukunft dar

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    Meinung des Autors
    Meiner Meinung nach würde ein streaming-fähiges Abo-Modell in der Art von Origin Access für die meisten Nutzer schon interessant sein, da man stetigen Zugriff auf sämtliche Spiele hätte und nie wieder überlegen müsste, ob man jetzt für ein Spiel den Vollpreis bezahlt, auf ein Angebot wartet oder es ganz sein lässt. Allerdings bin ich dann doch Nerd genug, um mich gegen das Streamen und doch lieber für eine physikalische Kopie auf dem eigenen Rechner zu entscheiden, so wie es aktuell bei Origin Access schon der Fall ist. Würden EA, Uplay und wie sie alle heißen alle auf eine Plattform wie Steam ausweichen und dort ein Abo-Modell ankündigen, ich wäre sofort dabei. Wie seht ihr das?Jetzt kommentieren!
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    Kommentare
    1. Avatar von HKLE
      HKLE -
      sicherlich nicht - die Spieleindustrie hat uns schon viel zu weit weit in diese Richtung erzogen. Ich kann mich noch an die diversen DRM Spielereien der späten Neunziger bzw Einserjahre gut erinnern. Ich bin nach wie vor der Meinung, daß ich nach altem Muster auch etwas "besitzen" will und die Kontrolle darüber haben will, was ich damit tue. Offlinemodi sind zumindest ein halbwegs gangbarer Weg. Die Abhängigkeit von Onlineverbindungen bzw vom guten Willen der Publisher zB Server auch nach Jahren noch zu betreiben ist für mich schlicht ein No Go. Ich bekomme ja auch kein Geld mehr zurück, wenns auf einmal nicht mehr spielbar ist. Es gibt nach wie vor guten "alte"Spiele, die alleine von der Anlage her noch mächtig Spaß machen und ganz ohne diesen Firlefanz auskommen .... (und ich hatte damals auch offiziell nur eine "Lizenez" gekauft")

      Kurz: Ich bezahle für etwas und hab eigentlich keine Kontrolle mehr über den weiteren Verlauf ohne daß ich weitere Rechte habe. Und Abomodelle bedeuten, daß ich gutes Geld hineinwerfe und es solange nutzen darf, solange das anhält. Der einzige Nutznießer ist für mich die Industrie, nicht der Nutzer. In Bezug auf Spiele seh ich das nicht ein ...
    1. Avatar von Doenermann
      Doenermann -
      Zitat Zitat von HKLE Beitrag anzeigen
      Kurz: Ich bezahle für etwas und hab eigentlich keine Kontrolle mehr über den weiteren Verlauf ohne daß ich weitere Rechte habe.
      Du kaufst im Grunde nichts. du kaufst die Nutzungsrechte für die Kopie eines Spiels. Die Regeln nach dem das abläuft macht Hersteller. Das war schon immer so. früher war es nur leichter zu umgehen. Aber auch so was wie der erste teil von Quake hat dir z.B. nie gehört. Du hattest nur eine Nutzungslizenz.

      Du besitzt ja auch kein Windows. Die besitzt wenn schon einen Lizenzschlüssel der dich bemächtigt eine Kopie von Windows zu Nutzen. So läuft es auch bei den meisten Spielen.

      Die Lösung: Nur noch Spiele spielen dir der GPL unterliegen.
    1. Avatar von HKLE
      HKLE -
      Ist schon klar. Hab ich ja auch so argumentiert.

      Ich hab auch mit "alten" Spielen nichts "umgangen". Ich habs aber auch heute noch in der Hand, ob ichs spielen kann oder nicht, ohne daß irgendwelche Server laufen müssen. Weils am lokalen Rechner ohne weitere Einschränkungen vorhanden ist.

      Das ist heutzutage anders - zumindest bei den Zugriffsrechten. Jedes Steam update kann mir auch diese offline Rechte wegnehmen, ohne daß ich was dagegen in der Hand habe.

      Und die Nutzungslizenzen waren zeitlich nicht begrenzt.

      Von EA und UBI hab ich schon seit zehn Jahren nichts mehr gekauft ....
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