• Amazon Video, Netflix, Sky Go und Co.: Streaming im Ausland bald möglich

    Wer sich dienstlich oder privat im EU-Ausland aufhält, wird sich vielleicht schon darüber geärgert haben, dass er seine Streaming-Dienste für Filme, Serien und/oder Musik nicht nutzen kann - dank sogenanntem Geoblocking wird der Zugriff verweigert. Das wird sich laut einem Beschluss des Europäischen Parlaments schon bald ändern, doch eine völlige Freigabe ist das nicht



    Die Liste von Streaming-Portalen ist lang. Neben den bereits in der Überschrift genannten Angeboten gehören auch Apple Music, DAZN, Deezer, Google Play Music, Maxdome, Spotify und diverse andere Anbieter dazu. So unterschiedlich die Angebote sind, haben sie zumeist doch eines gemeinsam: sobald man sein Heimatland, in dem man auch sein Abonnement bezahlt, ist die Nutzung nicht mehr möglich. Anhand der dann verwendeten IP-Adresse wird festgestellt, dass sich der Nutzer im Ausland befindet, und die Dienste werden gesperrt.


    Diese Blockade wird bald der Vergangenheit angehören. Am heutigen Donnerstag hat das EU-Parlament eine bereits im Februar 2017 informell mit den Verhandlungsführern des Rates vereinbarte Regelung verabschiedet, die den Zugriff auf abonnierte Online-Inhalte bei Aufenthalten in anderen EU-Ländern gewährleistet. Die neuen Richtlinien müssen jetzt noch formell vom EU-Ministerrat gebilligt werden, danach sind die Mitgliedsstaaten verpflichtet, die Regeln innerhalb von 9 Monaten umzusetzen. Spätestens in der ersten Jahreshälfte 2018 wird also der Zugriff auf einheimische Dienste im Ausland möglich sein.


    Doch wie bei der EU oftmals üblich, gibt es auch Einschränkungen, und die sind durchaus umstritten. Die harmloseste ist, dass die Lockerung nur für kostenpflichtige Angebote vorgeschrieben wird. Nicht ganz so harmlos klingt der zweite Teil der Restriktionen. Die Nutzung im Ausland ist nämlich nur dann möglich, solange der Erstwohnsitz des Kunden nicht verlegt wurde. Und den Anbietern der Dienste sollen weitgehende Rechte eingeräumt werden, dies auch zu überprüfen. Laut einer Mitteilung des Europäischen Parlaments dürfen dazu "Überprüfungen von Personalausweisen, Zahlungsdetails, öffentlich verfügbaren Steuerinformationen, Postanschriften oder IP-Adressen" durchgeführt werden, was nach einem Albtraum für Datenschützer klingt. Vor allem deshalb, weil der Zusatz "Die Dienstleister müssen sicherstellen, dass die Verarbeitung personenbezogener Daten verhältnismäßig ist und Schutzvorkehrungen einrichten, insbesondere für Überprüfungen von IP-Adressen." äußerst schwammig formuliert ist und sicher zahlreiche Hintertürchen offenlässt.

    (Quelle und Bildquelle: Europäisches Parlament)
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    Meinung des Autors
    Das digitale Europa wächst wieder ein Stückchen weiter zusammen, denn demnächst kann man seine Lieblingsmusik, Serien oder Filme auch im Ausland über das Internet empfangen. Um Missbrauch vorzubeugen, werden den Anbieter aber Rechte eingeräumt, die durchaus einige Fragen aufwerfen. Am Ende ist es aber trotzdem eine gute Sache.Jetzt kommentieren!
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    1. Avatar von G-SezZ
      G-SezZ -
      EU-Ausland
      Notiz an Vergangenheits-Ich: "Such dir nicht die Schweiz als Geschäftspartner aus!"
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