• Windows 10 Event: zähe Präsentation von abgehobenen Neuheiten - Kommentar

    Zwei Stunden und zehn Minuten - so lange hat es gedauert, dass Microsoft heute seine neue Soft- und Hardware rund um Windows 10 vorgestellt hat. Doch nicht nur die Dauer der Veranstaltung sorgte bei vielen für Verdruss, sondern auch das was, gezeigt wurde. Es drängt sich nämlich durchaus der Eindruck auf, dass sich der Konzern immer weiter von seinen Kunden wegbewegt


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    Der erste große Block der langwierigen Veranstaltung behandelt das demnächst verfügbare "Creators Update" für Windows 10, dessen Motto lautet 3D for Everyone. Echt jetzt? 3D? Also die Technologie, die die Unterhaltungsindustrie vor ein paar Jahren für das große Ding der Zukunft gehalten, mittlerweile aber weitgehend beerdigt hat. Selbst Samsung als Nummer 1 unter den TV-Herstellern baut keine entsprechenden Fernseher mehr, doch jetzt sollen die Windows-Nutzer genau das brauchen. Um was zu tun? Das, was auf der Bühne stattgefunden hat, also beispielsweise das Foto der eigenen Tochter in eine virtuelle Sandburg einzubauen. Oder mit demnächst nicht mehr erhältlichen Microsoft-Smartphones Dinge in 3D zu scannen (Bild unten), die man dann am Monitor in 2D drehen und wenden kann . Wow, ein echtes Killer-Feature! Als Programm dazu dient das ebenfalls neue Paint 3D, dessen bisherige Version angeblich 100 Millionen monatliche Nutzer hat. Die aber selten mehr machen, als mit der Anwendung ihre Fotos zu verkleinern oder ein paar Kritzeleien anzufertigen.


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    Dass es für das Creators Update aber tatsächlich etwas wirklich spannendes geben wird, wurde in ein paar dürren Sätzen am Ende dieses Parts abgehandelt. HP, Dell, Lenovo, Asus und Acer werden VR-Brillen auf Basis von HoloLens auf den Markt bringen, die ab 299 US-Dollar erhältlich sein werden und "mit bezahlbaren Laptops und PCs" zusammenarbeiten. Da hätte man mehr draus machen können. Etwas aussagekräftiger war die Erklärung, welchen Nutzen das Creators Update für die Xbox-Gemeinde haben wird. Verstärkte Interaktion mit anderen Spielern, Übertragungen via Arena bei Xbox Live und 4K-Spiele wie "Forza Horizon 3", "Gears of War 4" und anderen auf speziellen Gaming-PCs mit Windows 10. Und eine lang erwartete Verbesserung bei der Tonausgabe konnte man auch noch vermelden. Doch letzteres ging dann leider wieder nach hinten los, denn profitieren kann nur die seit 3 Jahren erhältliche Xbox One, während die erst kürzlich vorgestellte Xbox One S unverständlicherweise leer ausgeht.


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    Dann kam endlich das, worauf viele gewartet hatten: die Vorstellung neuer Hardware. Doch auch hier folgte schnell Ernüchterung. Das vorgestellte Surface Book i7 ist technisch sicherlich über jeden Zweifel erhaben, doch mit einem Preis von 2.400 Dollar zuzüglich Steuern für das Basismodell dürfte die Zielgruppe arg eingeschränkt sein. Das gilt sicher noch mehr für den danach vorgestellten Profi-PC Surface Studio, der sich an Grafikdesigner und andere krative Köpfe wendet. Auch hier dürfte der Kundenkreis eher homöopathisch groß sein, doch die Vorstellung des Gerätes zog sich endlose 40 Minuten hin. Hätte man auch in 10 -15 Minuten schaffen können, ohne weniger Informationen zu liefern. Und je länger es dauerte, um so mehr musste man als Zuschauer den Kopf schütteln, über das was Microsoft da so stolz präsentierte. Einen PC, der über einen ausgeklügelten Klappmechanismus verfügt, so dass man sein nur 12,3 mm dickes Display wie ein Bügelbrett zusammenlegen kann. Bei dem man aber zum Schwenken des Display das ganze Gerät drehen muss. Und dessen Bildschirm im ungewöhnlichen 3:2-Format nicht einmal hochkant gedreht werden kann. Erinnert irgendwie an Apple, wo auch das Design vor dem Nutzen kommt.



    Was das Fass dann aber endgültig zum überlaufen gebracht hat, war die fast schon unerträgliche Aneinanderreihung von Superlativen. Die neuen Microsoft-Produkte sind natürlich allesamt die besten, größten, leistungsfähigsten, innovativsten, dünnsten, leichtesten, elegantesten, spannendsten und was noch alles am Markt. Man fühlte sich angesichts dieser "Bestleistungen" fast schon an die Präsentationen von Steve Ballmer erinnert - nur dass dessen Geschrei und das verschwitzte Hemd fehlten. Das einzig Erfrischende war da (wieder einmal) der sachlich-ruhige und angenehm kurze Auftritt von Satya Nadella. Doch nach den zwei äußerst langwierigen Stunden davor wusste das am Ende kaum einer mehr zu würdigen.


    Wer sich die Veranstaltung noch einmal ansehen will, kann dies unter diesem Link tun.

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    Windows 10 Event: zähe Präsentation von abgehobenen Neuheiten - Kommentar

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    Meinung des Autors
    Das heutige Windows 10 Event wurde mit Spannung erwartet, immerhin hofften die Nutzer auf einen tollen All-in-One-PC oder das ersehnte Surface Phone. Doch das, was dann kam, war nicht nur zäh wie ein Kaugummi, sondern auch an der größten Zielgruppe vor den Monitoren vorbei präsentiert. Fazit: 130 Minuten verschwendete Lebenszeit.Jetzt kommentieren!
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    Kommentare
    1. Avatar von Bullayer
      Bullayer -
      Zitat Zitat von Geronimo Beitrag anzeigen
      [B]...Was das Fass dann aber endgültig zum überlaufen gebracht hat, war die fast schon unerträgliche Aneinanderreihung von Superlativen.....
      Also genau wie bei Apple.
    1. Avatar von Andy
      Andy -
      Also ich brauche das Ganze vorgestellte Zeug auch nicht....
      Trotzdem sollte sich der Autor dieses Artikels einmal die Quartalszahlen von Microsoft anschauen, speziell zum Thema Surface Sparte. Da gibt es sogar hier auf Winboard einen Artikel dazu.... http://www.winboard.org/artikel-news...ersenkung.html

      Ich dachte ja auch erst, dass die Surface Geräte eher so etwas wie Referenz Geräte für die anderen Hardwareanbieter sind, aber bei den Zuwachs Raten in dem Bereich scheint es so, als ob es dafür tatsächlich einen Markt gibt. von wegen "eingeschränkte zielgruppe" und so.
      Und Referenz Geräte sind sie ja zusätzlich auch noch, das Surface Tablet hat schließlich den Convertible Markt erst so richtig in Rollen gebracht.... also speziell für windows 10 schon ein Stück weit ein Zugpferd ist.

      3D.... brauche ich auch nicht.
      Aber auch hier denke ich schon dass es einen Markt gibt. Im SoHo Bereich wegen dem ganzen Virtual Reallity Zeug. Das wird schon ein Thema werden. Vielleicht auch im Zusammenhang mit dem Gaming Markt. Battlefield und Co. in 3D hat bestimmt was

      Aber Microsoft soll ja auch Firmenkunden haben. Und für die Entwickler dürfte es schon interessant sein, wenn das Betriebssystem nativ 3d Support hat. So ein Modell sieht in 3D einfach realistischer aus als in 2D. Klar, gibt es dafür speziell Anwendungen. Trotzdem dürfte es für diese Zielgruppe schon von Vorteil sein, wenn es einen nativen Support dafür im Betriebssystem gibt.
    1. Avatar von Knorkatorfan
      Knorkatorfan -
      Natürlich sind die Geräte nicht günstig, aber ich könnte mir als Entwickler das eine oder andere gut vorstellen. Ein Metzger kauft ja seine Messer auch nicht bei Ikea und ein Mechaniker greift im Baumarkt sicher auch nicht zur günstigsten Eigenmarke wenn er hochwertiges Werkzeug will. Beim Arbeitsgerät soll man nun einmal nicht sparen, und an normale Endkunden sind Geräte wie das Surface Studio sicher nicht gerichtet.

      Ich bin mir sicher der Verfasser greift hier auch lieber zu einer hochwertigen Audio-Anlage, und eben nicht zum Billig-System vom Discounter?

      Superlativen? Klar, macht jeder. Entweder man mag es oder man lässt sie reden. Selbst jede neue Zahnpasta wird doch heute so verkauft, dass man sich voller Panik fragt welche Sch***** man sich die letzten Jahre denn überhaupt in den Mund geschmiert hat.
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