Angesichts des massiven Preisverfalls bei Speicherchips sieht sich der südkoreanische Halbleiterhersteller Hynix gezwungen, seine Produktionsanlage in den USA zu schließen.
Die Produktion in der 8-Zoll-Wafer-Fabrik in Eugene im US-Bundesstaat Oregon werde bis Ende September eingestellt, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Seoul mit. Wafer sind Halbleiterscheiben und das Ausgangsmaterial für Speicherchips. Hynix gehört neben Marktführer Samsung Electronics aus Südkorea und der Infineon-Tochter Qimonda zu den weltweit größten Chipproduzenten.
Zu den Gründen für die Entscheidung gehören laut Hynix ein "weltweit steiler Rückgang der Preise für Speicherchips" und die "beschleunigte technologische Umstellung auf neue Produktionsstandards der nächsten Generation". Die Stilllegung der US-Anlage ist Teil der Bemühungen der Firma, auf eine modernere Wafer-Produktion umzusteigen. Im August 2007 hatte Hynix angekündigt, seine 12-Zoll-Wafer-Produktion in China zu modernisieren und die Ausrüstung seiner 8-Zoll-Wafer-Fabrik im ostchinesischen Wuxi zu verkaufen.
Betroffen von der Schließung der vor zehn Jahren in Betrieb genommenen Fabrik in den USA seien 1200 Arbeitsplätze, sagte eine Firmensprecherin in Seoul. Rund 150 koreanische Beschäftigte in Eugene würden von Hynix in Südkorea übernommen. Was mit der US-Fabrik geschieht, ist noch nicht entschieden: Nach Angaben von Hynix wird unter anderem erwogen, das Fabrikgebäude, Ausrüstung und das Grundstück an einen anderen Chiphersteller zu verkaufen. Auch könnte die Ausrüstung separat verkauft werden.
Hynix meldete im April einen Nettoverlust in Höhe von 676 Milliarden Won (etwa 423 Millionen Euro) für das erste Quartal 2008, nachdem die Firma in der Vorjahresperiode einen Überschuss von 431 Milliarden Won erzielt hatte.
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