Wie so viele Millionen Anwender/Poweruser/... habe auch ich mir die Windows Se7en Demo gestern herunterladen müssen. Natürlich landet die Installation nicht auf meinem Produktivsystem, sondern auf einem Dell Laptop, der mir als Multimediastation dient (Inspiron 1525). Der erste Tag ist vorbei und ich möchte meine Eindrücke mal der Öffentlichkeit aussetzen.

Die Beta ist laut MS "feature complete", es sollte also alles vorhanden sein, was das fertige Se7en auch enthält.
Installation:
Die Installation führe ich als Upgrade auf Windows Vista aus. Dazu fordert der Installer mich auf, die Avira Premium Suit vorher zu entfernen. Kein Problem! Die Installation bietet im Vergleich zu der von Vista eigentlich nichts Neues. Die Installtion scheint träge, da man im gegensatz zu Win 95-XP nicht mehr mit Produktwerbung unterhalten wird, aber egal.
Alles läuft prima und nach einer kleinen Weile ist 7 installiert. Das bekomme ich aber nicht mit. Ich bin erstmal ins Bett.
Ersteindruck
Kaum mache ich morgens den Läppi wieder an, ist 7 in kürzester bereit. Das freut schonmal. Der erste Eindruck lässt ein "wie, keine Veränderung???" durch das Hirn rasen. Das ist aber absolut falsch. Auch wenn 7 auf den ersten Blick wie Vista aussieht, hat sich einiges getan. Unter Vista hatte ich häufig das Gefühl, dass im entscheidenden Moment eine wichtige Funktion fehlt oder nicht zu Ende gedacht wurde. Hier macht 7 weiter und bietet, was gefehlt hat
Details
1. Die Taskleiste
Die Leiste hat sich grundsätzlich verändert. Schnellstartleiste und Taskbar sind zu einer Einheit verschmolzen. Die Taskbar zeigt standardmäßig nur noch Icons, statt Feldern mit Beschreibungen. Das lässt sich aber beliebig einstellen. Auch der System-Tray hat sich verändert. Er teilt sich in Symbol und Benachrichtigungsbereich, was im Prinzip dem Ein- und Ausblenden unter Vista und XP entspricht. Einen Unterschied stelle ich hier nicht fest.
Dazu zeigt 7 zu jeder lafenden Anwendung einen kleinen Thumbnail an. Schick, aber unnötig (schalte ich erstmal ab). Alles in allem gewöhnungsbedürftig, aber durchdacht und clever gelöst.
2. Action-Center
Aber es fällt trotzdem etwas auf. Ein kleines weißes Fähnchen, dass man vorher noch nicht kannte. Klickt man drauf, startet das Vista-Action-Center, dass Wartungs und Sicherheitsoptionen bietet und damit das "alte" Sicherheitscenter ersetzt. Der auffälligste Unterschied ist, dass Bereiche ohne Warnungen gar nicht erst auftauchen und das Center dadurch übersichtlicher ist, zumal es eine Reihe Optionen mehr zur Überwachung bietet, als das Sicherheitscenter Vistas. Die größte Neuerung ist, dass sich jeder Überwachungspunkt aktivieren und deaktivieren lässt.
3. UAC
Auch hier etwas Positives: Die UAC lässt sich nun ohne MSConfig in 4 Stufen einstellen. Die Stufen kommen mir weniger sinnvoll gewählt vor, aber das ist geschmackssache. Hier fände ich Optionsfelder, wie im Action-Center besser.
4. Startmenu
Hier hat sich nicht viel verändert. Das einzige, was mir auffällt, ist, dass sich das Startmenu wieder in der Größe anpasst, wenn es weniger Inhalt zeigt. Unter Vista sah das bei mir immer halb leer aus, das ist vorbei.
5. Aero
Auch hier gibt es optisch wenig Neues, aber unter der Haube hat sich laut MS vieles getan, sodass Aero weniger Speicher braucht und tatsächlich wirkt alles ein wenig flüssiger und zusammengehöriger als unter Vista.
Die Einstellungsmöglichkeiten wurden hier ein wenig angepasst.
6. Media Player 12
Natürlich habe ich den MP3-patch direkt eingespielt. Der Media Player 12 bietet im Gegensatz zum kaum nutzbaren 11er wieder eine sehr gute und EXTREM umfangreich konfigurierbare Bibliothek. Ich habe das erste mal richtig Spass mit einem WMP. Sehr gelungen. iele Änderungen von 10 auf 11 wurden hier bei den Ansichten glücklicherweise wieder rückgängg gemacht.
Der Scan meines Musik-Ordners läuft zwar etwas sehr träge (foobar 2000 ist hier um mehrere Faktoren schneller), aber danach präsentiert sich meine Sammlung sehr übersichtlich, wie ich sie mag. Standardansichten bieten Gruppierungen nach Genre, Interpret und Album. Standard eben. Hier wurden mehr Rückstände aufgeholt, als Neues geschaffen.
7. Anwendungen
Alle Anwendungen aus Vista wurden problemlos übernommen. Nur ProgDVB will unter 7 nicht vernünftig laufen. Nahezu alle Steuerelemente sind verschwundenund durch weiße Kästen ersetzt und funktionslos. Egal, das kommt noch, also steige ich zum Fernsehen erstmal auf das Media Center zurück. Ob sich hier was geändert hat, kann ich nicht sagen, denn das Vista-MC habe ich mir nicht lange angetan.
8. Treiber
Alle Geräte meines Notebooks laufen auch unter Vista wieder (vor allem TV-Karte und meine wunderschöne neue MS ARCmouse). Das das alles noch nicht optimiert ist, zeigt sich bei der Leistungsmessung, wo meine Festplatte nur eine 2.0 erreicht. EGAL! Alles läuft flüssig und der Rest ist mir egal.
[Update1]
9. Libraries:
MS bietet im Explorer nun Libraries an. Das sidn viruelle Ordner, in denen sich Dateien und Ordner als Schnellzugriff gruppieren und sortieren lassen. Da ich zu jeder persönlichen Datei auf meiner Platte den Ordner problemlos runtertippen kann, ist das für mich eher unnötig, aber ne nette Idee. Die Ordner der medienbibliothek und deren Dateien werden hier mal direkt als Bibliothek eingebunden.
Ob sich die Bibliotheken oder Favoriten ausblenden lassen, kann ich nicht sagen, da dank der unvollständigen Übersetzung einige Dialoge nicht richtig funktionieren oder überlappen angezeigt werden.
[edit] Die Bibliotheken können per Rechtsklick aus dem Explorer entfernt werden

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10. Explorer
Ansonsten ist der Explorer wenig verändert. Die Favoritenleiste ist nun im Baumbereich integriert und lässt sich daher leider nicht mehr komplett wegblenden.
Dafür ist ein nett einblendbares Vorschaufenter dazugekommen. Was das wirklich kann, weiß ich aber noch nicht. Ich gehe mal von Office und Bilddateien aus.
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Fazit
Am Ende bleibt eine sehr positive Überraschung. Vieles, was ich an Vista kritisiert habe, ist beseitigt. Wichtige Funktionslücken sind geschlossen und gute neue Features ergänzt. MS hat soweit gute Arbeit gemacht. Die Beta 1 (Build 7000) läuft schon sehr stabil.
Einen richtigen Mehrwert bietet aber auch 7 nicht. Hier bleibt abzuwarten, was da noch herauszuholen ist und wie 7 mit modernen Multicores umgeht. Es bleibt, was Vista auch wahr: Ein modernes XP mit neuem Design, diesmal aber ein durch und durch gelungenes.
So, genug für einen Tag. Danke und Tschüß!