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Ratgeber: Reihenfolge Installation von Software
Alt 09.01.2008, 13:35
  #1
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Benutzerbild von Peter Schirmer
 
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Ratgeber: Reihenfolge Installation von Software

Dieser Ratgeber soll das Verständnis bei der Reihenfolge der Installation von Software helfen.

Richtige Reihenfolge wichtig
So ist es sinnvoll - z.B. bei einer Neuinstallation - folgendermaßen vorzugehen:

1. Windows wird installiert (egal ob Windows 2000, Windows XP oder Windows Vista).

2. Danach werden die Programme installiert, die am ältesten sind. Man braucht nur auf das Jahr der Herstellung zu achten, meist aufgedruckt auf der CD.

3. Man spielt alle Updates ein. Dabei werden die Updates für das Betriebssystem und Updates für die jeweiligen Programme eingespielt.


Warum die Reihenfolge wichtig ist
Man kann sich nun fragen, warum das wichtig ist. Die Reihenfolge ist sehr wichtig, denn dadurch erhält man Stabilität auf seinem Rechner, da Konfilkte vermieden werden.

Beispiel
Ein Beispiel soll dies verdeutlichen. Nehmen wir an, wir installieren Windows inkl. SP2. Danach installieren wir alle Updates, die dafür vorgesehen sind. Anschließend installieren wir ein Programm aus dem Jahr 2007, weil wir es brauchen und danach eines aus dem Jahr 2004, weil es unbedingt sein muss.

Nehmen wir weiter an, beide Programme - nennen wir sie A und B - bestehen aus vielen Komponenten, also aus vielen .dll-Dateien und .exe-Dateien. Beide Programme haben auch Dateien, die gleich heißen (z.B. "drucken.dll"). Diese Datei "drucken.dll" ist für beide Programme wichtig und deshalb liegt sie unter C:\Programme\Gemeinsame Dateien.

Was passiert nun? Im ersten Schritt installieren wir auf einem aktuellen System (Stand des letzten Patchdays von MS) eine Software aus dem Jahr 2007 (Programm B), die die Datei "drucken.dll" in der Version 1.0.1.119 mitbringt. Sie sorgt dafür, dass die Anwendung drucken kann, in dem sie den Drucker anspricht. Die "drucken.dll" wurde aktualisiert, weil man einen Fehler gefunden hat, der dafür sorgt, dass der Drucker nicht richtig angesprochen werden konnte. Der Fehler ist in Version 1.0.1.119 behoben.

Jetzt installieren wir das Programm des gleichen Herstellers aus dem Jahr 2004 (Programm A). Da die Software recht alt ist, hat sie keine automatische Updatefunktion. Bei der Installation überschreibt die Software nun ungefragt die Datei "drucken.dll", Version 1.0.1.119 mit der Version 1.0.0.20. In der Version 1.0.0.20 ist aber der Fehler enthalten, so dass die Drucker nicht richtig angesprochen werden können. Diesen Fehler kannte man aber im Jahr 2004 nicht, er wurde erst im Jahr 2005 entdeckt.

Wir haben also nun auf unserem Rechner die Version 1.0.0.20, die dafür sorgt dass der Drucker nicht mehr richtig angesprochen werden kann.

Wenn wir die Reihenfolge beachtet hätten und hätten erst Programm A aus dem Jahr 2004 installiert, dann wäre Version 1.0.0.20 auf den Rechner gelangt und dann durch die Installation von Programm B aus dem Jahr 2007 die Version 1.0.1.119, die die alte, fehlerhafte Version ersetzt.

Das wichtige dabei ist folgendes: Eine .dll-Datei wird immer weiterentwickelt. D.h. unsere Datei "drucken.dll" hat in der Version 1.0.1.119 keine Fehler mehr, aber - und das ist das wichtige - die gleichen Funktionen (eine .dll-Datei liefert Funktionen, die von Progammen genutzt werden), wie in der Version 1.0.0.20.

Greift nun das Programm B aus dem Jahr 2007 auf die Datei "drucken.dll" Version 1.0.0.20 aus dem Jahr 2004 zu, ist das eigentlich kein Problem. Nur das Programm wird nicht richtig funktionieren, da der Fehler mit dem Drucker vorliegt. An sich funktioiert die "drucken.dll" anstandslos.

Liegt aber nun Version 1.0.1.119 vor, ist alles in bester Ordnung. Programm B kann darauf zugreifen, es liegen keine Fehler vor. Programm A aus dem Jahr 2004 kann auch drauf zugreifen, da "drucken.dll" die gleichen Funktionen liefert, wie Version 1.0.0.20. Nur eben ohne den Fehler.

Ich hoffe, es ist ein wenig verständlich geworden, warum .dll-Dateien und andere Dateien immer in der richtigen Reihenfolge, nämlich zunächst die alten, dann die neuen, installiert werden müssen.

Verhalten nicht nur wie im Beispiel
Auch wenn das Beispiel stark konstruiert wirkt, ist der Ablauf auf eurem System immer gleich. Mit diesem Ratgeber werden Störungen vermieden.

Solche Störungen können nicht nur wie im Beispiel beim Drucker liegen, sondern an vielen Stellen.

Besonders gefährlich wird es, wenn durch irgendeine Maßnahme neue Dateien gegen alte ausgetauscht werden, wenn die neuen Dateien Sicherheitslücken stopfen sollten. Denn damit kommen wieder alte Dateien auf den Rechner, die das Sicherheitsloch noch haben!


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Alt 10.01.2008, 23:03
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Auf den ersten Blick klingt das logisch aber ich zum Beispiel habe noch nie einen solchen Versionsmus gehabt...oder zumindest keinen, der dadurch ein Problem verursacht hat.
Ich hab mir das immer damit erklärt, das die Programme überprüfen, ob schon eine neuere Version vorhanden ist. Immerhin werden wir ja auch immer wieder von Software informiert, dass schon eine neuere Version der Datei vorhanden ist und ob wir diese überschreiben wollen.

Wofür sonst gibt es die Versionen in den Dateiinformationen?!?!

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Frage zu der Reihenfolge
Alt 10.01.2008, 23:17
  #3
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Frage Frage zu der Reihenfolge

Zitat:
Zitat von peterschirmer Beitrag anzeigen

Richtige Reihenfolge wichtig
So ist es sinnvoll - z.B. bei einer Neuinstallation - folgendermaßen vorzugehen:

1. Windows wird installiert (egal ob Windows 2000, Windows XP oder Windows Vista).

2. Danach werden die Programme installiert, die am ältesten sind. Man braucht nur auf das Jahr der Herstellung zu achten, meist aufgedruckt auf der CD.

3. Man spielt alle Updates ein. Dabei werden die Updates für das Betriebssystem und Updates für die jeweiligen Programme eingespielt.
Guten Abend Peter,

wann sollten die Chipsatztreiber eingespielt werden , oder ist das völlig egal?

Danke für eine Antwort


Rebecca


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Alt 11.01.2008, 00:15
  #4
Newererst
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Zitat:
Zitat von Rebecca M. Beitrag anzeigen
Guten Abend Peter,

wann sollten die Chipsatztreiber eingespielt werden , oder ist das völlig egal?

Danke für eine Antwort


Rebecca
Immer nach der Installation des BS und dann kann ma so fortfahren wie Peter es beschreibt, kann aber auch davon abweichen. Erst für ein aktuelles System zu sorgen kann nicht falsch sein. Von Software die nicht läuft oder weiterentwickelt wird kann ich mich auch gut verabschieden oder in die Trickkiste greifen die heute überall möglich ist.

syl
    
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Alt 11.01.2008, 08:50
  #5
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Ausrufezeichen beruhigt...

Zitat:
Zitat von Newererst Beitrag anzeigen
Immer nach der Installation des BS und dann kann ma so fortfahren wie Peter es beschreibt, kann aber auch davon abweichen. Erst für ein aktuelles System zu sorgen kann nicht falsch sein.
Na, dann war ich ja tatsächlich immer richtig davor .
Schön...

Danke Newerest

Rebecca


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Alt 11.01.2008, 09:08
  #6
terra-nova
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also, ich würde nach der installation des betriebssystems erst alle updates für dieses system einspielen und danach erst vorgehen wie beschrieben.

hat folgenden hintergrund: manche software läßt sich erst problemlos installieren, wenn alle updates eingespielt sind. betrifft vor allem vista!
    
Alt 11.01.2008, 10:01
  #7
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Dieser Ratgeber ist und kann leider nur sehr allgemein sein. Je nach System kann es unterschiedlich sein.

In der Regel haben die meisten Setups eine Versionskontrolle, aber nicht jeder Entwickler schaltet diese ein. Da gibt es welche, die ersetzen ungefragt Dateien. Dann haben wir das Problem.

Dennoch gilt grundsätzlich die dortige Aussage: Immer erst mit der ältesten Software anfangen, dann klappt's auch.

Peter


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Alt 11.01.2008, 10:28
  #8
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@ peterschirmer

Wenn sich nach und nach über Wochen und Monate eine ganze System-Partition mit OS und deren Updates/Patche, Office-Software und deren Dokumentenverzeichnisse, Anwendersoftware mit deren Updates (u.s.w.) sich deren Dateien ständig in der Größe verändern und deshalb fragmentieren, TEMP-Verzeichnis irgendwann vom User mit ~100MB Datenmüll entdeckt werden, die gelöscht und nach Defragmentierung ein ganzes System bis auf die anfängliche OS Struktur auf dem 1. GB (ab Spur 1) (W2K & XP, VISTA belegt leider bis zu 15GB fürs gesamte System während W2K und XP nur einen Bruchteil davon benötigen) vom Datenende (letzte Datei außer Pagefile.sys) auf der beschriebenen Partition diese Dateien wieder "ungeordnet" als fragmentlose Dateien in die so durchs Löschen anderer Dateien in die entstandenen Lücken schiebt, dann kann man sich vorstellen das sich ein System ab den ersten Spuren einer Partition, auf denen der "nahezu unveränderliche feste Teil" des OS liegt, immer fragmentiert und sich durch das aufräumen und Defragmentieren sich auch immer wieder mehr oder minder verändert.

Ganz vergessen dabei sind die temporären Verzeichnisse auf der System-Partition für den Browser, wo heute in kürzester Zeit 50 bis 100MB liegen und wo sich dann das System bei OS Updates, arbeiten im Office und derer Dokumente (u.s.w.) drumherum durch das Ändern und Erstellen von Dokumenten fragmentiert und verschiebt.

Wer auf seinem System Ordnung halten möchte, sollte sein Betriebssystem (inkl. Platz für die Auslagerungsdatei den Pagefile.sys) mit Office und allen anderen wesentlichen System-Programmen wie Virenscanner, Backup-Software (u.a.) auf einer angepasst kleinen Partition laufen lassen um dass das ganze System nicht im Übermass fragmentieren kann.

Für alle anderen Anwenderprogramme und/oder deren TEMP- und Arbeitsverzeichnisse, in denen große Datenmengen verschoben und produziert werden, z.B. bei Audio- und Videoaufnahmen/-schnitt, dafür kann man sich dann separate Partitionen einrichten auf denen dann auch ruhig mehrere GB hin und hergeschoben werden können, und dies eben ohne das Betriebssystem zu beeinträchtigen.
    
Alt 11.01.2008, 10:40
  #9
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Zitat:
Zitat von APFEL 2c Beitrag anzeigen
@ peterschirmer [...sehr lange Text...]
Und was hat Fragmentierung mit einer überschriebenen .dll-Datei zu tun?


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Alt 11.01.2008, 11:03
  #10
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Zitat:
Zitat von peterschirmer Beitrag anzeigen
Und was hat Fragmentierung mit einer überschriebenen .dll-Datei zu tun?
Wo glaubst du das auf einer aufgeräumten defragmentierten System-Partition ein z.B. Update mit Namensgleichen aber in der neuen Größe ersetzte Dateien hingeschrieben werden?!

Wenn eine Datei ursprünglich auf z.B. 50 Cluster lag und belegt hat und es im Anschluss daran und auch im aktuellen belegten Clusterraum selber keine ausreichend freien Byte mehr für die neue Datei gibt und der Cluster im Anschluss daran nicht belegt werden kann, dann wandert diese neue Datei ans freie Ende der belegten Partition oder in eine ausreichend große freie Lücke.

Da sich das nun einmal datentechnisch nicht verändern lässt, hat man für den schnelleren Systemzugriff die Möglichkeit der Auslagerungsdatei.

Sich ältere Software zuerst hinters Betriebssystem zu installieren macht wenig Sinn, da nach und nach die ganze System-Partition fragmentiert oder diese durch in der Regel größere Dateien (Updates zu OS und Anwendersoftware und neu erstellte als auch veränderte auf der Partition vorhandene Dateien) verschoben wird.

Das war schon beim ZUSE III so!

Ok, ok, der Vergleich hinkt!
    

  
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