• Abschaltung von DVB-T: Alternativen zu DVB-T2 im Überblick

    Ende dieses Monats beginnt die Abschaltung des bisherigen terrestrischen Digitalfernsehens, während dessen Nachfolger schrittweise eingeführt wird. Das hat für die Nutzer gravierende Auswirkungen, denn die privaten Sender sind größtenteils nur noch gegen Gebühr zu empfangen. Für viele Anwender ist das ein guter Zeitpunkt, über eine andere Empfangsart nachzudenken. Hier die wichtigsten Ausweichmöglichkeiten inklusive Vor- und Nachteilen



    Mit der Umstellung von DVB-T zu DVB-T2 dürfen sich die Nutzer über eine deutlich bessere Bildqualität freuen. Statt der bisherigen Standardauflösung (SD) wird künftig ein hochauflösendes Signal geliefert (HD / HDTV). Dabei wird sogar eine Qualitätsstufe erreicht, die den anderen digitalen Übertragungswegen überlegen ist - wenn auch nur in der Theorie, denn das versprochene Signal in 1080p ist eine Mogelpackung. Zum Empfang sind auch neue Receiver notwendig, in vielen Fällen wird darüber hinaus auch noch eine neue Zimmerantenne benötigt. Zudem müssen die Zuschauer damit leben, dass künftig nur noch die öffentlich-rechtlichen Sender kostenlos zu empfangen sind, während für RTL, Pro7, Sat.1 und Co. eine Freischaltung notwendig ist, die ironischerweise unter dem Namen "freenet" vermarktet wird und 69 Euro im Jahr kostet. Schmackhaft gemacht werden soll das auch durch ein kostenloses Zusatzangebot, das jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen genutzt werden kann.


    Hier die wichtigsten Alternativen:


    Satellit:


    Diese Empfangsmöglichkeit ist im Prinzip der letzte komplett kostenlose Weg, um die wichtigsten und beliebtesten Sender sehen zu können. Benötigt werden eine Satellitenschüssel sowie ein entsprechender Receiver, die ab jeweils rund 35 Euro zu bekommen sind. Die Programme von ARD und ZDF sind ohne Kosten in HD zu sehen, die Privatsender gibt es immerhin in SD-Qualität. Wer letztere in HD sehen will, muss mit Kosten von rund 70 Euro pro Jahr rechnen. Ein Stolperstein könnte die Installation der Schüssel sein, die in vielen Mietwohnungen mehr oder weniger verboten ist. Durch den Wegfall des bisherigen kostenlosen Übertragungsweges haben die potenziellen Anwender aber gute Argumente, dass die bisherigen Beschränkungen aufgehoben werden (müssen). Hier kann ein Gespräch mit der Hausverwaltung beziehungsweise dem Eigentümer Klarheit bringen.


    Kabel:


    Viele Mietwohnungen sind bereits an das digitale Kabelnetz von Anbietern wie Unitymedia oder Vodafone (Kabel Deutschland) angeschlossen. Hier kann ein (Zusatz)-Vertrag mit dem jeweiligen Netzbetreiber die vermissten Sender von DVB-T liefern. In der Basisversion, die ab rund 4 Euro pro Monat erhältlich ist, sind aber wieder nur die SDS-Versionen enthalten, während die öffentlich-rechtlichen Sender in HD zu bekommen sind. Für einen entsprechenden Aufpreis werden auch zahlreiche weitere HD-Kanäle geboten, hier muss in den nicht immer ganz übersichtlichen Angeboten der Anbieter nach den passenden Paketen gesucht werden. Dafür ist bei den größeren Paketen zumeist ein passender Receiver mit im Paket, der auch Komfortfunktionen wie Aufnahme und zeitversetztes Fernsehen bietet.


    Internet:


    • IPTV (Telekom Entertain, Vodafone GigaTV etc.: ) Das Internet-basierte Fernsehen der großen Telekommunikationsanbieter liefert ein Fernsehsignal, dass von speziellen Receivern empfangen und aufbereitet wird. Vorteile sind eine große Programmvielfalt und - je nach Paket - zahlreiche Sender in HD-Qualität. Die größere Vielfalt muss aber auch mit höheren Preisen im Vergleich zu den bisher genannten Wegen bezahlt werden, zudem sind die Angebote oftmals an einen DSL-Anschluss beim gleichen Anbieter gekoppelt. Schmackhaft gemacht wird das Programm durch einige Extras, die unter anderem das rückwirkende Ansehen von Sendungen oder einen Empfang auf mobilen Geräten beinhaltet.
    • Magine, Waipu, Zattoo und Co.: Inzwischen gibt es auch Plattformen, die unabhängig von bestimmter Hardware genutzt werden können. Über die genannten Anbieter ist der Empfang über Apps auf einem SmartTV, externen Geräten wie Amazon Fire TV, am PC oder auf dem Smartphone möglich. Im kostenlosen Basispaket können, je nach Anbieter, ARD und ZDF in HD genutzt werden. In den meisten Fällen ist jedoch ein kostenpflichtiges Abonnement notwendig, für das je nach Umfang bis zu 15 Euro pro Monat fällig werden. Der Haken: bei allen genannten Anbietern sind die beliebtesten Privatsender nicht in HD empfangbar, und das nicht einmal in den teuersten Paketen.


    Fazit: Die Zeiten des kostenlosen Empfangs sind mehr oder weniger vorbei. Lediglich per Satellit wird noch ein umfangreiches Programmangebot geliefert, das kostenlos zu sehen ist. Auf allen anderen Übertragungswegen muss mehr oder weniger viel Geld bezahlt werden, um mehr als die Grundversorgung geboten zu bekommen. Und wer sich an besserer Bildqualität erfreuen will, bekommt nur öffentlich-rechtliche Sender ohne Zuzahlung geboten - oder muss (tief) in die Tasche greifen.

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    Meinung des Autors
    Der Umstieg von DVB-T zu DVB-T2 ist mehr als eine technische Umstellung, denn für die meisten der bisherigen Nutzer ist es das Ende des komplett kostenlosen TV-Empfangs. Die notwendigen einmaligen und laufenden Kosten könnten eine gute Gelegenheit sein, sich nach einer Alternative umzusehen. Die Auswahl ist groß, doch die Zahl der Fallstricke auch.Jetzt kommentieren!
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    Kommentare
    1. Avatar von Georg Hausmann
      Georg Hausmann -
      "Kostenloses Angebot?" Was ist mit der bereits bezahlten GEZ ?
    1. Avatar von Ahem100
      Ahem100 -
      Zitat Zitat von Georg Hausmann Beitrag anzeigen
      "Kostenloses Angebot?" Was ist mit der bereits bezahlten GEZ ?
      GEZ gibt es nicht mehr. Rundfunkbeitrag heißt das jetzt.

      So gesehen ist nichts Kostenlos. Aber es ist gut das wir so etwas haben. Wenn ich mir Vorstelle wenn alles Privat wäre....... Würg.
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