• Tolino Page vs. Amazon Kindle eReader: neue eBook-Reader im Vergleich

    Sowohl von Tolino als auch von Amazon gibt es eine neue Generation an Lesegeräten für digitale Bücher, die dank Einsparungen bei der Technik vergleichsweise preiswert sind. Nachfolgend vergleichen wir beide eBook-Reader und geben Tipps, für wen die Geräte geeignet sind und ob es eventuell bessere Alternativen bei beiden Anbietern gibt



    Der neue Tolino Page ist bereits erhältlich und wird für eine unverbindliche Preisempfehlung von 69 Euro angeboten. Der neue Kindle eReader wird ab dem 20. Juli verkauft und für 69,99 Euro angeboten. Für diesen Preis muss man allerdings mit gelegentlichen Werbeeinblendungen leben, die Amazon als "Spezialangebote" bezeichnet. Ohne diese müssen 79,99 Euro bezahlt werden. Technisch sind beide Geräte durchaus vergleichbar, denn bei den wichtigsten Spezifikationen herrscht nahezu Gleichstand. Das gilt auch für einen ganz entscheidenden Nachteil, denn der günstige Verkaufspreis wird nur durch Verzicht in einem wichtigen Punkt erreicht: beide Reader werden ohne Beleuchtung geliefert, was ein Lesen bei schlechten Lichtverhältnissen erschwert oder gar unmöglich macht. Nachfolgend ein Vergleich der wichtigsten Daten.


    Tolino Page Kindle eReader
    Display E Ink Carta Pearl ePaper
    Diagonale 6 Zoll 6 Zoll
    Auflösung 800 x 600 Pixel 800 x 600 Pixel
    Pixeldichte 167 ppi 167 ppi
    Beleuchtung nein nein
    Speicherplatz 4 GB 4 GB
    Unterstützte Formate ePUB, PDF, TXT; Adobe DRM-fähig, OnLeihe Kindle Format 8 (AZW3), Kindle (AZW), TXT, PDF, ungeschützte MOBI, PRC nativ; HTML, DOC, DOCX, JPEG, GIF, PNG, BMP nach Konvertierung
    WLAN ja, inkl. Hotspot Telekom ja
    Cloud-Speicher 25 GB ja, keine Angaben zur max. Größe
    USB microUSB 2.0 microUSB 2.0
    Akku 1.000 mAh k.A.
    Laufzeit "mehrere Wochen" "bis zu vier Wochen"
    Maße 175 x 116 x 9,7 mm 160 x 115 x 9,1 mm
    Gewicht 170 g 161 g
    Preis 69 Euro 69,99 Euro / 79,99 Euro

    Beide Reader verfügen über einige Besonderheiten, die aber ebenfalls mehr oder weniger identisch sind. So gibt es eine integrierte Übersetzungsfunktion sowie ein Lexikon, eine Suchfunktion innerhalb der Texte, die Möglichkeit zur Markierung von Textstellen und einiges mehr. Am Ende hat der Kindle eReader aber die Nase leicht vorn, weil er eine Synchronisation über mehrere Geräte hinweg ermöglicht, über eine Kindersicherung verfügt und Zusatzinformationen über den Dienst X-Ray liefert.


    Die größten Unterschiede gibt es bei den unterstützten digitalen Formaten, die bei beiden Readern in entscheidenden Punkten unterschiedlich ausfallen. Der Tolino Page unterstützt unter anderem Adobe mit dem Rechtemanagement DRM. Daher ist beispielsweise das Ausleihen von Büchern in öffentlichen Bibliotheken möglich. Kindle-Nutzer müssen auf diese Möglichkeit verzichten, es sei denn, sie umgehen das DRM mit einer speziellen Software wie Calibre. Das ist jedoch technisch nicht ganz trivial und zudem illegal. Zudem könen auf dem Tolino Bücher mit dem relativ offenen Format ePub gelesen werden, die auf dem Kindle ebenfalls erst nach Konvertierung genutzt werden können. Im Gegenzug werden vom Amazon-Reader natürlich alle speziellen Formate des Online-Händlers unterstützt, wohingegen bei Amazon gekaufte Bücher auf dem Tolino nur mit größerem Aufwand oder sogar gar nicht gelesen werden können.


    Fazit:


    Ein Kaufempfehlung für den einen oder anderen Reader zu geben, ist nahezu unmöglich. Die potenziellen Kunden müssen hier im Prinzip selbst anhand der bevorzugten Quelle für ihre eBooks entscheiden. Der Tolino ist besser für diejenigen geeignet, die ihre elektronischen Bücher bei den deutschen Händlern wie Thalia, Weltbild und Co. kaufen, in einer öffentlichen Bibliothek leihen oder aus dem Internet herunterladen. Der Kindle hingegen ist die erste Wahl für diejenigen, die bevorzugt bei Amazon einkaufen. Ganz unabhängig davon sollte die Anschaffung aber gut überlegt werden, denn ohne integrierte Beleuchtung können beide Geräte im täglichen Gebrauch auf Dauer nicht überzeugen, denn um auf ihnen zu lesen, wird eine externe Lichtquelle benötigt.


    Im Falle des Tolino raten wir daher zur Anschaffung des immer noch angebotenen Tolino Shine, der über eine interne Beleuchtung verfügt und der im Handel derzeit ab 85 Euro zu bekommen ist. Hier helfen die üblichen Preissuchmaschinen beim Auffinden der Angebote.

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    ?
    Meinung des Autors
    Es ist schon erstaunlich, wie nah die technischen Daten von Tolino Page und Amazon Kindle eReader zusammen liegen. Fast wirkt es so, als hätten sich beide Hersteller abgesprochen. Daher entscheidet am Ende nicht die Technik, die in beiden Fällen einen gravierenden Nachteil hat, sondern die genutzten Formate der eBooks. Welchen Reader würdet ihr bevorzugen und warum?Jetzt kommentieren!
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    Kommentare
    1. Avatar von eskonaut
      eskonaut -
      Von Anfang an benutze ich den Kindle. Hab mir vor ca 5 Jahren die verschiedenen Modelle angeschaut und der Kinde hatte damals das mit sehr großem Abstand beste Display.

      Anfangs wars der normale Kindle, seit 3 Jahren etwa der Paperwhite. Den Tolino Shine hatte ich mal kurz leihweise aber kommt vom Display her nicht an den Paperwhite heran (meine persönliche subjektive Meinung).

      Und die Problematik mit den unterschiedlichen Formaten kenne ich nicht. Calibre kann jedes Format in das kindle-Format konvertieren oder auch zurück. Und wenn das e-Book einen DRM-Schutz hat, na ja, da sag ich jetzt mal nix dazu

      Nur soviel, von den knapp 1000 Büchern in meiner Calibre-Bibliothek stammen etwa 80% von der Onlineleihe der Bücherei
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