• Android Smartphone: Schutz gegen Viren, Trojaner und bei Verlust - Tipps und Test

    Android ist das weltweit verbreitetste mobile Betriebssystem und zudem relativ offen. Entsprechend wird es auch gerne angegriffen, doch mit den richtigen Einstellungen und eventuell einer zusätzlichen Sicherheits-App können die Risiken deutlich minimiert werden. Zudem lassen sich dann auch gestohlene oder verlorene Smartphones orten und aus der Ferne sperren oder sogar löschen. Hier diverse Tipps und Tricks sowie ein Test von Antivirus-Programmen für Android


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    Mehr als 10 Prozent der Leser kommen mit einem Android-Gerät auf unsere Internetseite. Für diese Zielgruppe veröffentlichen wir heute einige Ratschläge, wie ein entsprechendes Smartphone und auch Tablet gegen Angriffe von außen und bei Verlust geschützt werden kann. Dazu allerdings vorab eine Erläuterung: eine echte Bedrohung durch Viren, die sich schon beim Besuch einer verseuchten Webseite selber installieren, ist für Android-Systeme bislang nicht bekannt. Um Schädlinge auf einem Smartphone zu ist installieren, ist der übliche Weg über entsprechend präparierte Apps, die zumeist als Videoplayer oder Spiel getarnt sind und gratis angeboten werden. Zumeist werden diese für den sogenannten Sideload angeboten, also zur Installation über eine andere Quelle als dem offiziellen Google Play Store. Allerdings sind in der Vergangenheit auch über diese virenbehaftete Apps verteilt worden, da die Sicherheitsprüfung von Google aufgrund der Masse tagtäglich neu eingereichter Apps nicht immer ganz zuverlässig funktioniert.


    Wer sein Smartphone mit den "richtigen" Einstellungen betreibt und zudem stets ein wenig misstrauisch ist, ist in der Regel auch ohne zusätzliche Software gegen Gefahren gefeit. Hier eine Übersicht, was man tun kann, um die Risiken deutlich zu minimieren:


    • Apps nur über den Play Store laden: Apps sollten ausschließlich über den Google Play Store bezogen werden. Ratsam ist es zudem, nur solche Apps zu installieren, die dort schon seit mehreren Tagen erhältlich sind.
    • Nicht aus unbekannten App-Quellen laden: In den Einstellungen sollte die Möglichkeit "Apps aus unbekannten Quellen zulassen" deaktiviert werden.
    • Zugriffsberechtigungen checken: Bei und/oder nach der Installation von neuen Anwendungen oder Updates sollte kritisch überprüft werden, welche Berechtigungen diese verlangen. Zugriffsrechte, die für den eigentlichen Betrieb nicht notwendig erscheinen, sollten wieder entzogen oder gar nicht erst erteilt werden. Sollte dies nicht oder nicht vollständig möglich sein, ist es ratsam, auf die Installation der App zu verzichten. Mit dem neuen Android 6 Marshmallow können die App-Berechtigungen über die Einstellungen eingeschränkt werden.
    • Mehrwertdienste sperren: Mehrwertdienste wie „Premium-SMS“ sollten über die Hotline des Mobilfunkanbieters gesperrt werden.
    • Kritische Prüfung von E-Mails: Bei Verlinkungen in E-Mails sollte man sehr vorsichtig sein. Das gilt vor allem dann, wenn diese vorgeblich von Banken, Internethändlern oder Bezahldiensten stammen. Solche Mails können Fälschungen sein, die Nutzer auf gefährliche Webseiten leiten und dort deren Passwörter abgreifen wollen ("Phishing").
    • Verwendung des Phishing-Schutz: Es sollte ein Internetbrowser eingesetzt werden, der vor betrügerischen Webseiten warnt. Dabei hat sich beispielsweise der Browser Chrome von Google mit aktivierter "Safe-Browsing"-Funktion als zuverlässig erweisen und in einen aktuellen Test alle entsprechenden Links erkannt.
    • Nutzen der Bildschirmsperre: Das Smartphones sollte unbedingt mit aktivierter Bildschirmsperre genutzt werden. Zur Freigabe sollte eine PIN (persönliche Identifikationsnummer) verwendet werden, denn Wischmuster können durch verräterische Schmierspuren auf dem Touchscreen leicht entlarvt werden.
    • Verwenden des Geräte-Manager: Der "Android Geräte-Manager" sollte unbedingt eingeschaltet werden, was in den meisten Fällen über die App "Google Einstellungen" möglich ist. Dann können verlorene oder geklaute Smartphones aus der Ferne geortet, gesperrt und sogar gelöscht werden. Bei Samsung-Smartphones kann der Samsung-eigene Dienst "Find my Mobile" verwendet werden, der zusätzlich die Neueinrichtung eines geklauten Gerätes verhindert.


    Wer diese Ratschläge beherzigt, sollte zumindest theoretisch umfassend geschützt sein. Doch wirklich sicher wird ein Android-Smartphone erst dann, wenn eine zusätzliche Software im Hintergrund arbeitet. Deshalb folgt jetzt:


    Test von Sicherheits-Apps:


    Die Stiftung Warentest hat jetzt 13 Sicherheits-Apps getestet und in den Kategorien Schutzfunktion, Hilfe nach Verlust, Handhabung, Smartphonebelastung und Datensendeverhalten bewertet, wobei die sich ersten beiden Punkte mit jeweils 35 Prozent am deutlichsten in der Gesamtnote niederschlagen. Diese Apps haben den Vorteil, dass sie einen deutlich weitergehenden Schutz vor Angriffen (auch bei Apps aus "dubiosen" Quellen) bieten. Zudem bieten sie erweiterte Möglichkeiten als der standardmäßig vorinstallierte "Android Geräte-Manager", denn sie können Geräte auch per SMS, also außerhalb einer Verbindung zum Datennetz, sperren oder löschen. Allerdings kann diese Funktion durch den Tausch der SIM-Karte ausgehebelt werden, wobei die Apps von AVG, Eset, Kaspersky und Norton die anschließende Inbetriebnahme des Smartphone unterbinden. Beim Schutz gegen "Phishing" sind die Apps nicht so gut aufgestellt, doch hier helfen ja bereits die obigen Tipps. Einen Nachteil haben die erwähnten Apps allerdings, denn Schutz gibt es nicht zum Nulltarif - die vier dauerhaft kostenlosen Apps sind allesamt mit "Mangelhaft" bewertet worden. Die jährlichen Kosten betragen zwischen 10 und 30,50 Euro, wobei die beiden Testsieger zu den günstigeren Angeboten zählen.


    Testsieger ist Eset Mobile Security & Antivirus für 10 Euro im Jahr, das bei Schutzfunktion und Hilfe nach Verlust jeweils ein "gut" erhalten hat und auch in der Gesamtnote ein "gut" (1,8) erhält. Unsere Empfehlung gilt aber der zweitplatzierten App Avast Mobile Security & Antivirus und Anti-Theft für jährlich 15 Euro, die insgesamt mit "gut" (1,9) bewertet wird. Der Vorteil ist, dass diese bei der Schutzfunktion ein "sehr gut" erhalten hat und damit alle Mitbewerber abhängt. Der Haken: die Stiftung Warentest hat zurecht eine nicht vorhandene Anleitung, den nicht optimalen Support sowie ein als "kritisch" bewertetes Datenverhalten bemängelt, wobei zumindest die ersten beiden Punkte für erfahrene Nutzer nicht ausschlaggebend sein sollten, denn die Nutzung der App ist quasi selbsterklärend.


    Mit der gleichen Gesamtnote "gut" folgen Norton Antivirus & Sicherheit (2,0) sowie Kaspersky Internet Security (2,1), für die 30,50 Euro beziehungsweise 11,00 Euro im Jahr fällig werden. Auch McAfee Security & Power Booster für 30 Euro im Jahr wird noch mit "gut" (2,3) benotet, was allerdings angesichts eines "befriedigend" bei Schutzfunktion und Smartphonebelastung nicht wirklich nachvollziehbar ist. Hinter diesen 5 Apps folgen Programme Avira und AVG (Gesamtnote "befriedigend"), Lookout und Dr.Web ("ausreichend") sowie 360 Security, AMC, CM und Trustlook ("mangelhaft").


    Der vollständige Test kann im aktuellen Test-Heft oder gegen Gebühr auf der Homepage der Stiftung Warentest nachgelesen werden.

    (Bildquelle: Thinkstock)
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    Meinung des Autors
    Android erfreut sich großer Beliebtheit. Und zwar nicht nur bei den Nutzern, sondern auch bei Kriminellen, die die Schwachstellen des weit verbreiteten Systems gerne ausnutzen. Doch mit den passenden Einstellungen und eventuell noch zusätzlicher Schutz-Software sollten die Nutzer auf der sicheren Seite sein. Wie schützt ihr euer Smartphone?Jetzt kommentieren!
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    Kommentare
    1. Avatar von maniacu22
      maniacu22 -
      Ich schütze mein Sony Xperia Z1C mit dem kostenlos zur Verfügung gestellten Avast-Mobile-Security und ich muss sagen, dass dieser Schutz für meine Nutzungsverhältnisse vollkommen ausreichend ist. Die Anzahl meiner verwendeten "Apps" (wie ich dieses Wort doch hasse) hält sich im Rahmen, da das Smartphone eigentlich nur die Hauptfunktionen Telefonieren, Whatsapp, Navi, Wecker und vielleicht noch den ein oder anderen Browserbesuch (Mozilla mobile) tätigen muss, wenn unterwegs bei einer Diskussion doch mal Wikipedia aufgerufen werden muss.

      Für Spiele, Filme, Musik nutze ich mein Smartphone so gut wie nie. Tja, so unterschiedlich können die Nutzerbestimmungen doch ausfallen.
    1. Avatar von maikrosoft
      maikrosoft -
      Man benötigt auf einem Smartphone keine "Sicherheitsapp" wenn man sich an die oben beschriebenen Regeln hält. Wenn ich schon wieder Stiftung Warentest lese....
      Das Aufspüren von verlorenen oder geklauten Smartpohnes kann Android auch so, je nach dem wie der jeweilige Hersteller die Funktion nennt. Allerdings muss dazu GPS aktiv sein. Und mal ehrlich, ein geklautes Smartphone ist ruck zuck auf Werkseinstellungen gesetzt oder neu geflasht, da nützt auch die beste "Sicherheitsapp" nix.
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